An diesem Wochenende stellen die Hechtsheimer Winzer ja die neuen Weine des Jahrgangs 2024 vor, und was sollen wir sagen. Wir haben nicht zu viel versprochen. Der Weinjahrgang 2024 bezaubert durch frische und feinfruchtige Weißweine, und die Palette ist enorm: Da gibt es mineralische Rieslinge, frische Silvaner und tolle Blanc de Noirs, dazu Besonderheiten wie Auxerrois oder ein prickelnder PetNat zu entdecken. Wir haben unsere ganz persönlichen Entdeckungen mitgebracht, dazu grandiose Syrahs made in Mainz – und ein neues Weingut.

Mehr als 100 Weine und Sekte kredenzten die Hechtsheimer Winzer am Freitag und Samstag im Bürgerhaus Mainz-Hechtsheim den Neugierigen bei „Kunst & Wein“, und die Entdeckungsreise lohnte wahrlich: Nach dem schwierigen Weinjahrgang 2023, präsentiert sich der Jahrgang 2024 einfach rund und toll. Im Vordergrund stehen natürlich frische Weißweine, allen voran der Riesling, aber auch elegante Weißburgunder und eher kräftige Grauburgunder werden geboten – und alles zu moderaten Preisen.
Da bietet etwa das Weingut Heinz Lemb einen frischen und schmelzigen Silvaner in der Literflasche, der ganze 5,- Euro kostet und süchtig macht – ganz klare Trinkempfehlung von unserer Seite! Mainz& hat sich am Freitagabend auf den Weinprobiertagen umgesehen, natürlich konnten wir nicht alle Weine probieren – aber wir haben eine ganz subjektive Auswahl von Weinen für Euch mitgebracht, die wir einfach empfehlen wollen: Sie machen Lust auf Weingenuss aus Mainz.
Fruchtiger Blanc de Noir, spannender PetNat, eleganter Auxerrois
Weingeschmack ist etwas Individuelles: Während der eine lieber einen feinfruchtigen Rivaner genießt, steht der andere auf Sweet Riesling oder einen Chardonnay Classic – während andere wiederum sich an eleganten, mineralischen Rieslingen oder Weißburgundern erfreuen, die das Terroir im Glase schmeckbar machen. Das Schöne ist: Die Mainzer Winzer haben von all dem inzwischen mehr als genug zu bieten – es lohnt sich, sich einfach mal durchzuprobieren, und die persönlichen Favoriten zu entdecken.

Genau das habt Mainz& am Freitag getan, hier kommen unsere Neuentdeckungen der Saison. Dazu gehört neben dem Silvaner unbedingt auch ein wunderschön frischer und gleichzeitig fruchtiger Blanc de Noir trocken des Jahrgangs 2024 vom Weingut Schmitt-Rieth. Der weiß gekelterter Rotwein ist ein idealer Sommerwein, wurde aus Spätburgunder-Trauben gekeltert und ist für ganze 7,- Euro zu haben. Und probiert bei Simone Schmitt-Rieth doch auch mal den Auxerrois trocken: Die Burgundertraube liefert ganz eigenständige, tolle und feinfruchtige Weißweine, hier für 7,30 Euro zu haben.
Glücklich ist man beim Weingut Jung auch über den neuen Jahrgang 2024: Er liefert schlanke, frische und gleichzeitig mit leckerem Schmelz versehene Weißweine, das macht auf der Zunge einfach Spaß. Gleich nebenan am Verkostungsstand gib es beim Weingut Stenner spannende Vielfalt im Glas: eine trockene Scheurebe oder einen restsüßen Riesling Kabinett, besonders gut hat uns hier der PetNat trocken gefallen: „PetNat“ ist die Abkürzung für Pétillant Naturel“, das bezeichnet Schaumweine, deren fertiger Most in der verschlossenen Flasche weiter gären, und so ihre eigene Perlage entwickeln – und einen ganz eigenen Geschmack.
Kräftige und elegante Rotweine bei Stenner und Fleischer
Der PetNat von Malenka und Niklas Stenner ist eine absolut frische, spritzige Weißwein-Cuvee mit leichter Trübung, die einfach auf der Zunge tanzt und höchst erfrischend daherkommt – mit 12,5 Prozent Alkohol allerdings kein Leichtgewicht ist. Der Preis von 10,50 Euro ist es für diese Klasse Schaumwein sehr wohl, der PetNat eignet sich ideal für heiße Sommerabende oder auch als Apéritif. Apropos Schaumweine und Sekt: Beim Weingut der Stadt Mainz der Familie Fleischer solltet Ihr unbedingt den Pinot Sekt brut probieren – ein Gedicht.

Das Weingut Fleischer setzt in Sachen Weißweine und Sekte ja schon lange Standards, zu Entdecken gibt es hier derzeit etwa die neuen Roten Rieslinge – eine Spielart von Rieslingreben – oder den neuen Weißburgunder. Ganz unb4edingt solltet Ihr Euch hier aber auch mal den Rotweinen widmen: Das Cuvees Isis ist die fruchtigere, leichtere Variante, der Mogontiacum kommt erdiger und dunkler daher. Die neue Sensation aber ist der Syrah, Jahrgang 2021, und frisch gefüllt: Ein Traum aus dunklen Beerennoten und dunkler Schokolade, der sich wie Samt auf der Zunge ausbreitet – ein Hammerwein für ganze 17,50 Euro.
Sage noch einer, deutsche Winzer könnten keinen Rotwein, auch bei Stenners kann man großartige rote Tropfen entdecken: Der Syrah kommt hier mit mehr pfeffrigem Biss daher, das macht Spaß und regt den Trinkfluss an, Preis: 14.50 Euro. Eine klare Probierempfehlung gibt es hier auch für den sonst eher seltenen Frühburgunder: ein wunderschön saftiger Rotwein mit Noten von Heidelbeeren und Cassis – für ganze 12,50 Euro.
Newcomer: Weingut Klein mit klaren Weißweinen
Und dann fand sich zwischen all den etablierten Weingütern auch noch ein überraschender Neuling: Das Weingut Klein aus Mainz-Hechtsheim, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Weingut der Stadt Mainz. Nach Jahren der Fassweinproduktion geht Junior Klein nun mit seinen elf Hektar Rebflächen neue Wege, und forciert den Flaschenweinverkauf. Und das lässt sich sehen: Im Glase hat man geradlinige, glasklare und sehr frische Rieslinge oder Weißburgunder, die ohne Schnörkel, aber mit viel Zukunftspotenzial daherkommen.
Die Preise sind mit einer Spanne von 4,50 Euro und 5,50 Euro sensationell günstig, an Rotweinen gibt’s Spätburgunder und Dornfelder sowie Rosés – eine kleine, aber solide Auswahl. Klein Junior hat bei so renommierten Weingütern wie dem Essenheimer Weingut Braunewell gelernt und macht derzeit noch seinen Weinbautechniker, die Weine kann man zu bestimmten Öffnungszeiten einfach ab Hof kaufen. Mainz& findet: ein spannender Zuwachs bei den Mainzer Winzern!
Info& auf Mainz&: Und wenn Ihr schnell seid: Noch bis 20.00 Uhr könnt Ihr die hier vorgestellten Weine bei den Hechtsheimer Weinprobiertagen „Kunst & Wein“ im Bürgerhaus Hechtsheim probieren – ansonsten sind die Weingüter selbst aber auch jederzeit für Euch da.