Juliane Schäfer aus Rheinhessen und Mariella Cramer von der Ahr haben kommende Woche gute Chancen auf die höchste Deutsche Weinkrone: Die 25 Jahre alte Betriebswirtschaftlerin aus Flonheim und die 25 Jahre alte Kollegin Mariella Cramer aus Heimersheim stehen im Finale zur Wahl der Deutschen Weinkönigin. Schäfer setzte sich in einer spannenden Vorauswahl unter insgesamt acht Kandidatinnen durch, mit ihr zusammen zogen ins Finale auch die Vertreterinnen von Baden, Pfalz und aus dem Anbaugebiet Saale-Unstrut.

Die fünf Finalistinnen des Jahrgangs 2022: Die Weinköniginnen (von links) von der Ahr und aus Baden, von Saale-Unstrut, aus Rheinhessen und aus der Pfalz. - Foto: DWI
Die fünf Finalistinnen des Jahrgangs 2022: Die Weinköniginnen (von links) von der Ahr und aus Baden, von Saale-Unstrut, aus Rheinhessen und aus der Pfalz. – Foto: DWI

Jedes Jahr kürt die deutsche Weinwirtschaft unter der Führung des Deutschen Weininstituts (DWI) die drei höchsten Vertreter der Winzer und ihrer Weine: Eine Deutsche Weinkönigin und zwei Deutsche Weinprinzessinnen. Ein Jahr lang vertritt das Trio auf rund 200 Terminen im In- und Ausland die deutschen Weine – und das heißt, 200 Termine pro Person. 13 Weinanbaugebiete gibt es in Deutschland, eigentlich treten zur Wahl der Deutschen Weinkönigin jeweils die Gebietsweinköniginnen an – nicht so in diesem Jahr.

Weil viele Gebietsweinköniginnen in der Corona-Zeit gleich mehrere Amtszeiten absolvierten, traten in diesem Jahr nur acht junge Damen zum Wettbewerb an. Auf der Bühne im Saalbau von Neustadt an der Weinstraße standen am Samstag beim Vorentscheid daher die Weinköniginnen von der Ahr und aus Baden, aus Rheinhessen, von Nahe und  Mosel sowie aus der Pfalz, von der Hessischen Bergstraße und dem östlichen Anbaugebiet Saale-Unstrut. Nicht dabei waren der Mittelrhein und der Rheingau.

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Auf der Bühne galt es dann, eine Jury an den Bildschirmen sowie eine Masterjury im Saal von den eigenen Kompetenzen zu überzeugen: In der Vorentscheidung stehen vor allem Fachwissen aus den Bereichen Weinwissen und Weinmarketing sowie die Beherrschung der englischen Sprache im Vordergrund – letzteres ist besonders wichtig, weil die Deutsche Weinkönigin auch in den USA und Kanada, in Hongkong und London eine gute Figur in Sachen Weinmarketing machen muss.

Sympathisch und kompetent: Juliane Schäfer aus Flonheim in Rheinhessen. - Screenshot: gik
Sympathisch und kompetent: Juliane Schäfer aus Flonheim in Rheinhessen. – Screenshot: gik

Einen besonders sympathischen Auftritt legte dabei Juliane Schäfer aus Rheinhessen hin:  Geboren in Baden, aber aufgewachsen auf dem Klosterhof der Familie Schäfer in Flonheim, ist Juliane vor allem für den Verkauf in der Vinothek auf dem Weingut zuständig. Ihr Ziel: Gemeinsam mit dem Bruder den Familienbetrieb in die Zukunft führen. Dabei setzt das Junior-Team des Weinguts auch auf alte Traditionen wie die Scheurebe, wie der Vorstellungsfilm verriet.

Im Vorentscheid legte Juliane einen hochkompetenten Auftritt in Sachen Weinwissen hin: Ob Rosé, Blanc de Noir, Weinernte oder die Kombination von Essen & Wein – Juliane glänzte mit fundiertem Weinwissen und das gepaart mit spritzigem und charmantem Auftreten. Auch ihr Englisch kam fließend und gekonnt daher – oft ist das ein Ausscheidungsgrund für die Kandidatinnen.

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Diese acht traten zur Wahl der Deutschen Weinkönigin 2022 an. - Foto: DWI
Diese acht traten zur Wahl der Deutschen Weinkönigin 2022 an. – Foto: DWI

Auch Sophia Hanke aus der Pfalz hatte mit dem Englischen absolut keine Probleme – in perfektem Englisch erläuterte sie ihre Fachfrage, kein Wunder, war Sophia doch ein Jahr lang als Au Pair in den USA. Die 26 Jahre alte studierte Winzerin aus Rödersheim beeindruckte ansonsten mit geballtem Fachwissen, aber auch mit einer Gospelgesangseinlage von „Amazing Grace“ auf der Bühne.

Überhaupt zeichnen sich die Kandidatinnen dieses Jahres durch eine Menge Weltläufigkeit und Lebenserfahrung aus: So studiert Luise Böhme aus dem Anbaugebiet Saale-Unstrut nicht nur in Geisenheim Weinbau und Oenologie, die 22-Jährige bringt auch Erfahrung aus Reisen nach Südafrika und Südamerika sowie als Leichtathletin und Skilehrerin in Österreich mit.

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Beeindruckend indes auch der Auftritt von Mariella Cramer von der Ahr: 25-Jährige aus Heimersheim ist eigentlich in Berlin geboren und in Süddeutschland große geworden, seit 13 Jahren aber lebt ihre Familie im Ahrtal. In Bonn arbeitet sie als Medizinische Fachangestellte im Bereich Kindernephrologie, seit 2019 ist sie bereits als Weinhoheit an der Ahr unterwegs – und als Tanzmariechen im Karnveval. „Es hat mich schon immer raus in die Welt gezogen“, berichtete sie den Zuschauern, reiste nach der Schule nach Australien.

Königlicher Auftritt: Mariella Cramer aus Heimersheim an der Ahr. - Screenshot: gik
Königlicher Auftritt: Mariella Cramer aus Heimersheim an der Ahr. – Screenshot: gik

Im Vorentscheid beeindruckte Mariella mit elegantem Auftritt und hoher Eloquenz – das war schon regelrecht königlich. Pikant dabei: Mariella musste sich der Frage stellen: „Könnte auch ein Mann das Amt der höchsten Weinmajestät ausüben?“ „Definitiv“, antwortete Mariella wie aus der Pistole geschossen: „Warum soll nicht auch ein Mann den deutschen Wein repräsentieren?“ Das könnte womöglich im kommenden Jahr akut werden: Im November tritt bei der Wahl der Mittelrhein-Königin erstmals ein Mann an – würde Gero Schüler gewählt, hätte er das Recht, im kommenden Jahr auch zur Wahl der Deutschen Weinkönigin anzutreten.

Das Quintett wird komplettiert durch die gelernte Winzerin Katrin Lang aus Ebringen in Baden – nach knapp zwei Stunden stand schließlich fest: Diese fünf kämpfen kommenden Freitagabend in der großen Gala um die Krone der 74. Deutschen Weinkönigin. Erstmals können dabei die Zuschauer mit abstimmen: Sobald die 70-köpfige Jury die drei Damen gekürt hat, die das künftige Majestätinnen-Duo bilden werden, dürfen die Zuschauer die Königin mitbestimmen.

Info& auf Mainz&: Mehr zur Wahl der Deutschen Weinkönigin findet Ihr auch hier bei Mainz& in unserem Vorbericht, mehr zum Thema „Kann ein Mann Weinkönigin“ lest Ihr hier bei Mainz&. Die Entscheidung, wer 74. Deutsche Weinkönigin wird, fällt am Freitagabend, dem 30. September 2022, ab 20.15 Uhr in der live im SWR-Fernsehen übertragenen Wahlgala.

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