Die Römer liebten Theateraufführungen: Ausdrucksstarke Pantomimen, klassische Tragödien, deftige Komödien, dazu Musik, Tanz und Masken - es waren große Spiele, zu denen die Menschen in Scharen kamen. Im antiken Mogontiacum stand ihnen dafür ein besonderer Ort zur Verfügung: das Bühnentheater am Südrand der Stadt. Klug in den Hang gebaut, fanden hier 10.000 Menschen Platz auf den hoch aufragenden Rängen - und doch verschwand das antike Prachtbauwerk für Jahrhunderte in der Vergessenheit. Eines der wichtigsten Denkmäler des römischen Mainz ist unser Mainz&-Adventskalender-Türchen Nummer 23.

Ein antikes Bühnentheater aus der Römerzeit in Bosnia in Syrien - so in etwa muss auch das Theater in Mogontiacum ausgesehen haben. - Foto via Wikipedia
Ein antikes Bühnentheater aus der Römerzeit in Bosnia in Syrien - so in etwa muss auch das Theater in Mogontiacum ausgesehen haben. - Foto via Wikipedia

Wer kennt es nicht, das antike Bühnentheater in Orange in Südfrankreich, ein imposantes Bauwerk mit phänomenaler Akustik in den hoch aufragenden Sitzreihen und der reich geschmückten Bühnenrückwand. Orange ist heute berühmt für sein antikes Bauwerk, und doch stand einst in Mainz ein Theater, das noch deutlich imposanter und größer war: 102 Meter maß das Zuschauerhalbrund in Orange - in Mainz stand ein Theater, dessen Sitzränge 116 Meter im Durchmesser aufwiesen.

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Es muss ein imposantes Bauwerk gewesen sein, das  sich da zu Füßen der heutigen Zitadelle erhob. Tausende strömten herbei wenn hier zu Ludi Publici, den römischen Spielen gerufen wurde oder zu dem feierlichen Gedenken an Drusus, jenen Feldherren, der einst um 13 vor Christus das Legionslager auf dem Kästrich und damit das antike Mogontiacum gründete. Die Fundamente, die sich heute hinter dem Bahnhof "Römisches Theater" erheben stammen - und das ist besonders spannend - aber nicht etwa aus dieser frühen Zeit: Die Forscher datieren den Bau auf das 4. Jahrhundert nach Christus.

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