Mainz war in der Antike eine wahre Metropole, das antike Mogontiacum eine Weltstadt am Rhein – doch bis heute ist das Wissen über die Größe und Bedeutung von Mainz in der Römerzeit nur wenig ausgeprägt. Das will nun eine neue Broschüre ändern: „Mogontiacum – Streifzug durch das Römische Mainz“. Das kleine Heftchen wurde von der Internetzeitung Mainz& in Zusammenarbeit mit dem Verein „Rettet das Römische Mainz“ herausgegeben, es lädt zu einem Bummel ein: An 20 Stationen die Römerzeit erleben. Vorgestellt wird es offiziell am Sonntag beim „Antiken Festival“ im Römischen Theater.

Ein großes Legionslager, Tempel und Bühnentheater, dazu Handwerksbetriebe und reiche Römervillen – Mainz war in der Antike eine blühende Metropole. Im Jahre 13 vor Christus, so will es die Legende, befahl der Feldherr Drusus, Stiefsohn von Kaiser Augustus, den Bau eines Legionslagers am Zusammenfluss von Main und Rhein zur Sicherung der Rheingrenze gegen die Germanen – es war die Geburtsstunde von Mogontiacum.
Vier Jahrhunderte lang sicherte das Legionslager auf einer Anhöhe über der Stadt die römische Rheingrenze, an den Ufern lagerten römische Galeeren mit großer Kriegsgewalt, im Hinterland sorgten Villae Rusticae für die nötigen landwirtschaftlichen Güter und ein großes Gestüt für die Reiterei der Legionäre. Zu Füßen des Legionslagers aber wuchs stetig eine quirlige Stadt mit Handwerksbetrieben und Tempeln, mit Garküchen, Badehäusern und reich geschmückten Villen – ein Schmelztiegel aus einheimischen Kelten, Militärangehörigen aus allen Teilen des Reiches und natürlich den Römern selbst.
Mogontiacum – Streifzug durch 20 Stationen des Römischen Mainz
Wie lebten sie, was aßen sie, wie wohnten diese Menschen? Was war ihre Gedankenwelt, welche Bauten schufen sie, wie begruben sie ihre Toten? Es sind genau diese Fragen, denen sich nun ein neuer Stadtführer widmet: Die Broschüre „Mogontiacum – Streifzug durch das Römische Mainz“ führt seine Leser zu 20 Stationen im Mainzer Stadtgebiet, an denen noch heute das antike Mogontiacum greifbar und sichtbar wird – eine Karte hilft dabei, den Überblick zu behalten, und die Standorte zu finden.

Das sind natürlich die große Monumente wie das antike römische Bühnentheater, der Drussusstein oder die Römersteine in Zahlbach, Reste des spektakulären Aquädukts über das Zaybachtal, mit dem einst das römische Legionslager mit Wasser von den Finther Quellen versorgt wurde. Es sind aber auch die kleinen, ein wenig vergessenen Denkmäler, wie der römische Meilenstein am Theater, oder das antike Wasserbecken auf der Zitadelle, zu denen der Rundgang führt.
Und es sind die vergessenen und verschollenen Denkmäler wie das Mithras-Heiligtum oder die Große Mainzer Jupitersäule, deren Geschichten erzählt werden. Denn das ist das Besondere an diesem Stadtführer: Er lenkt nicht nur zu den einzelnen Stationen, sondern erzählt auch die Geschichten dahinter – von ihrem Fund, ihrer Bedeutung, und was sie uns über das Alltagsleben der Menschen im antiken Mogontiacum verraten. Das 48 Seiten starke Heftchen schließt deshalb eine Lücke zwischen reinem Aufzählen von Stationen und größeren Publikationen.
Tiefe Einblicke in den Alltag im römischen Mogontiacum
„Das Besondere am römischen Mainz ist nicht allein das, was sichtbar erhalten geblieben
ist – es ist auch das, was sich erst auf den zweiten Blick erschließt: Hinter modernen
Fassaden, an Straßen und Plätzen oder an scheinbar unscheinbaren Orten begegnet
uns eine außergewöhnliche Geschichte“, sagt dazu die Mainzer Wirtschafts- und Tourismusdezernentin Manuela Matz (CDU) in ihrem Vorwort: „Genau dazu lädt diese Broschüre ein. Sie verbindet historische Fakten mit spannenden Erzählungen und führt zu Orten, an denen das römische Mainz lebendig wird.“

So entstehe ein Stadtrundgang, der die Besucher ebenso begeistern werde wie die Mainzer, „ihre Heimat neu zu entdecken“, schreibt Matz weiter: Das Wirtschaftsdezernat der Stadt Mainz förderte die Grafikarbeiten an der Broschüre. Die Texte und die Fotos stammen ausschließlich von Mainz&-Chefredakteurin Gisela Kirschstein, die wissenschaftliche Begleitung übernahm der Verein „Rettet das Römische Mainz“ – allen voran der ehemalige Landesarchäologe Gerd Rupprecht. Seine wissenschaftliche Leitung „steht dafür, dass archäologische Erkenntnisse fundiert, verständlich und mit großer Sorgfalt aufbereitet wurden“, betont Matz.
Ursprung für die Broschüre war übrigens der „Römische Adventskalender“ der Internetzeitung Mainz& – und Euer großes Interesse daran. Nachdem wir in der Adventszeit so viele begeisterte Rückmeldungen erhalten haben, war uns klar: Daraus muss mehr werden, etwas zum Mitnehmen, Schmökern und Selbst-Entdecken. Vorgestellt wird der Römische Stadtrundgang offiziell am Sonntag auf dem „Antiken Festival“ der Unsichtbaren Römergarde im Römischen Bühnentheater, dort kann man das Heftchen zum Preis von 5,- Euro auch erwerben. Wer es gar nicht erwarten kann: In der Mainzer Kunstgalerie sind am Samstag ab 11.00 Uhr auch die ersten Exemplare zu haben.
Info& auf Mainz&: Die Broschüre „Mogontiacum – Streifzug durch das Römische Mainz“ ist zum Preis von 5,- Euro bei der Internetzeitung Mainz& zu bekommen – Bestellungen bitte unter Angabe von Adresse UND Telefonnummer (für Rückfragen) an info@mainzund.de – im Fall von Versand kommt noch Porto hinzu. Erhältlich ist die Broschüre zudem am Sonntag beim Römischen Antiken Festival im Römischen Theater von Mainz zwischen 12.00 Uhr und 17.00 Uhr – alle Infos dazu lest ihr hier bei Mainz&:







