In Sachen verunreinigtes Trinkwasser im Stadtgebiet von Wiesbaden gibt es weiter keine Entwarnung: Das Abkochgebot in dem Gebiet der Wiesbadener City rund um das Kurhaus gelte weiter, und zwar mindestens bis Mittwoch oder Donnerstag dieser Woche, teilte die Stadt Wiesbaden am Dienstag mit. Der Bereich war zuletzt noch etwas ausgeweitete worden, man warte derzeit auf weitere Probenergebnisse, so die Stadt weiter: „Eine abschließende Bewertung der Situation ist derzeit noch nicht möglich.“

Vergangenen Freitag war bei Trinkwasserkontrollen in der näheren Umgebung des Wiesbadener Kurhauses das Bakterium „Pseudomonas aeruginosa“ gefunden worden, besser bekannt als „Krankenhauskeim“. Hinter „Pseudomonas aeruginosa“ verbirgt sich ein hochinfektiöser Keim, der in manchen Ausprägungen sogar Antibiotika-resistent, und bereits für viele Todesfälle bei immungeschwächten Menschen verantwortlich ist. Das Bakterium liebt feuchte Umgebungen, wie eben Wasserleitungen, Spülbecken und Toiletten, ins Trinkwassersystem gelangt der Keim meist durch Bauarbeiten.
Nach dem Fund im Trinkwasser in der Nähe des Kurhauses erließ das Gesundheitsamt umgehend eine Anordnung, das Trinkwasser nur noch abgekocht zu verwenden. Betroffen war zunächst ein Gebiet zwischen Rheinstraße und Taunusstraße, Schwalbacher Straße und dem Aukammtal, am Montag wurde dann eine aktualisierte Liste der betroffenen Straßenzüge und Häuser veröffentlicht. In diesem Bereich sollte das Leitungswasser bis auf Weiteres NUR abgekocht verwendet werden, und zwar beim Trinken und zur Zubereitung von Speisen und Getränken, ferner zur Wundreinigung sowie zum Zähneputzen.
Abkochgebot gilt weiter, Leitungen werden gespült, Suche geht weiter
Am Dienstag hieß es nun, das Abkochgebot bleibe vorläufig weiter bestehen. Die Wasserversorgungsbetriebe hätten „umfangreiche weitere Untersuchungen veranlasst“, der Ursache für die Kontamination kam man aber bislang offenbar nicht weiter: „Um das Ausmaß der betroffenen Gebiete erfassen zu können, wurden zusätzlich am Freitag, 25. September, an insgesamt sieben weiteren Entnahmestellen Trinkwasserproben genommen und untersucht“, so die Stadt Wiesbaden weiter.

Die Proben stammten unter anderem aus den Bereichen Marktplatz, Kirchgasse, Platter Straße, Langgasse, Friedrich-Ebert-Allee, Mississippistraße und Flachstraße. Die Ergebnisse dieser Proben seien aber „bakteriologisch unauffällig“ gewesen. Sie bezögen sich aber ausschließlich auf die jeweils untersuchten Entnahmestellen und erlaubten damit keine abschließende Bewertung der Gesamtsituation. Mit den nächsten belastbaren Untersuchungsergebnissen werde voraussichtlich am Mittwoch, den 30. September, oder erst am Donnerstag, den 1. Oktober, gerechnet. Bis dahin bleibe das vorsorgliche Abkochgebot für die betroffenen Bereiche bestehen.
Der Wasserversorger führe zudem weiterhin Leitungsspülungen sowie weitere Probenahmen und Untersuchungen durch – Achtung, Euer Trinkwasser kann also womöglich nach Chlor riechen! Habe man die Untersuchungsergebnisse, werde anschließend „über das weitere Vorgehen und eine mögliche schrittweise Aufhebung des Abkochgebots entschieden“, teilte die Stadt weiter mit. Eine allgemeine Entwarnung für die betroffenen Gebiete könne aber derzeit noch nicht gegeben werden.
Beim Gesundheitsamt Wiesbaden meldeten sich über das Wochenende hinweg offenbar zahlreiche besorgte Bürger, man habe mehr als 100 telefonische und schriftliche Anfragen zum Abkochgebot und zur aktuellen Situation erhalten und beantwortet. Über weitere Entwicklungen sowie über eine mögliche Aufhebung des Abkochgebots werde zeitnah informiert.
Info& auf Mainz&: Für Rückfragen stehen weiter die Wasserversorgungsbetriebe der Landeshauptstadt Wiesbaden (WLW) unter (0611) 7802201 sowie per E-Mail an wasserqualitaet@wlw-wiesbaden.de und das Gesundheitsamt Wiesbaden während der Dienstzeiten von 9 bis 16 Uhr unter (0611) 312828 sowie per E-Mail an info-gesundheitsamt@wiesbaden.de zur Verfügung. Infos im Internet gibt es zudem hier bei der Stadt Wiesbaden.






