Drei Wochen lang hatten die Bewohner der Wiesbadener Innenstadt rund um das Kurhaus ihr Trinkwasser abkochen müssen, damit ist es nun endlich vorbei: Am Samstag hob das Gesundheitsamt der Stadt Wiesbaden das Abkochgebot wieder auf. Das Trinkwasser kann nun in den betroffenen Gebieten wieder unbedenklich verwendet werden: Die letzten Nachuntersuchungen seien unauffällig gewesen, teilte die Stadt Wiesbaden mit. Was sie nicht mitteilte, war die Ursache: Wie es zu der Verunreinigung kommen konnte, ist weiter nicht bekannt.

Am 25. September hatte die Stadt Wiesbaden das Abkochgebot verhängt, nachdem bei Trinkwasserkontrollen in der näheren Umgebung des Kurhauses das gefährliche Bakterium „Pseudomonas aeruginosa“ gefunden wurde – besser bekannt als „Krankenhauskeim“. Der Keim ist keine Lappalie: „Pseudomonas aeruginosa“ ist ein hochinfektiöser Keim, der in manchen Ausprägungen sogar Antibiotika-resistent, und bereits für viele Todesfälle bei immungeschwächten Menschen verantwortlich ist.
Das Bakterium liebt feuchte Umgebungen, wie eben Wasserleitungen, Spülbecken und Toiletten, ins Trinkwassersystem gelangt der Keim meist durch Bauarbeiten. Gefunden wurde der Keim bei Wasserproben in der Nähe des Wiesbadener Kurhauses, daraufhin wurde ein Abkochgebot für ein Gebiet zwischen Rheinstraße und Taunusstraße, Schwalbacher Straße und dem Aukammtal verhängt.
Ursachensuche lief seit dem 25. September
Seither hatten die Wasserwerke in Wiesbaden nach der Ursache der Verunreinigung gesucht, doch ohne Erfolg: Drei Wochen lang wurde untersucht und beprobt, immer hieß es anschließen, man habe weiter keine sauberen Leitungen. Für eine Aufhebung des Abkochgebots brauchte es „drei aufeinanderfolgende und unauffällige Untersuchungsergebnisse von allen relevanten Entnahmestellen“ – das gelang aber bis vor Kurzem immer noch nicht.

Erst an diesem Samstag teilte die Stadt Wiesbaden mit, zahlreiche Kontrollmessungen hätten jetzt „eine konstant gute Trinkwasserqualität bestätigt.“ Alle Analyseergebnisse der vergangenen Tage hätten keine bakterielle Auffälligkeiten mehr gezeigt. „Die Trinkwasserqualität entspricht wieder den Vorgaben der Trinkwasserverordnung, ein Abkochen des Leitungswassers ist somit nicht mehr erforderlich“, so die Stadt Wiesbaden.
Zur Aufhebung der Abkoch-Anordnung waren drei aufeinanderfolgende Wasserproben mit einwandfreiem Testergebnis im Abstand von jeweils mindestens zwei Tagen notwendig. Die letzten Proben dieser Testserie wurden demnach am Donnerstag, den 15. Oktober 2026, entnommen, zwei Tage später lagen die Ergebnisse vor mit der Entwarnung: keine Beanstandung mehr. Nur: Welche Ursache zu der Keimbelastung führte – das sagte die Stadt auch weiter nicht.
Ursachensuche: Leitungen wurden gespült und ausgetauscht
Seit den 25. September habe man „Maßnahmen zur Wiederherstellung der Trinkwasserqualität sowie zur Ursachenforschung durchgeführt“, hieß es lediglich. So wurden die Leitungen umfassend gespült, belastete Leitungsabschnitte und Bauteile sogar ausgetauscht. „Die Trinkwasserqualität in Deutschland ist aufgrund der regelmäßigen Testungen und Meldepflichten äußerst hoch“, betonte Gesundheitsdezernent Andreas Kowol (Grüne): „Hinweise auf mögliche Verunreinigungen nehmen wir sehr ernst.“
Entsprechend habe die Stadt auch „unmittelbar gehandelt“, denn der Gesundheitsschutz der Bevölkerung „hat für uns oberste Priorität“, unterstrich Kowol: „Uns ist bewusst, dass die Situation der vergangenen Tage mit erheblichen Einschränkungen im Alltag der Menschen im betroffenen Gebiet verbunden war. Wir bedanken uns für das Verständnis und die Geduld der Bevölkerung.“ Man appelliere aber auch noch einmal an die Bevölkerung, eigene Vorkehrungen für Notfälle dieser Art zu treffen – etwa mit einem eigenen Wasservorrat im Haus.
Info& auf Mainz&: Informationen dazu gibt es bei der Stadt Wiesbaden hier im Internet.







