Aufregung in Mainz-Gonsenheim: Im Bereich der Gleisbergschule wurde am Montag bei Bauarbeiten ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Gegen 11.20 Uhr fanden Bauarbeiter in der Hugo-Eckener-Straße eine 250 Kilogramm schwere amerikanische Weltkriegsbombe – sie soll nun am kommenden Mittwoch entschärft werden. In einem Radius von 500 Metern um den Fundort müssen deshalb die Bewohner am 27. Juli 2022 bis morgens um 10.00 Uhr ihre Häuser verlassen haben. UPDATE&: Das Mainzer Impfzentrum “An der Bruchspitze” bleibt am Mittwoch wegen der Bombenentschärfung geschlossen.

Entschärfte Weltkriegsbombe in Mainz-Weisenau. - Foto: gik
Entschärfte Weltkriegsbombe in Mainz-Weisenau. – Foto: gik

Die Bauarbeiten in der Hugo-Eckener-Straße finden derzeit im Rahmen der Baumaßnahme zur Umgestaltung der Vorfahrt an der Gleisbergschule im Ortsteil Mainz-Gonsenheim statt, dabei machten Bauarbeiter in einer Grube einen ungünstigen Fund: Gegen 11.20 Uhr fanden sie im Erdreich eine 250 Kilogramm schwere, amerikanische Weltkriegsbombe. “Der sofort informierte Kampfmittelräumdienst Koblenz, die Polizei sowie die Feuerwehr sichteten den Bombenfund und haben entschieden, dass der gut zugängliche Blindgänger entschärft werden muss”, teilte die Stadt Mainz am Montag mit.

Zur Sicherheit muss das Umfeld nun evakuiert werden, und zwar in einem Radius von 500 Metern um den Fundort der Bombe herum. Die Evakuierungsmaßnahmen würden früh morgens beginnen, teilte die Stadt Mainz mit: Die Bevölkerung im betroffenen Bereich ist aufgefordert, diesen bis spätestens 10.00 Uhr verlassen zu haben. Die Evakuierung selbst soll dann planmäßig gegen 13.00 Uhr beginnen.

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Immer wieder werden bei Bauarbeiten noch Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden – auch 77 Jahre nach Kriegsende noch. So hatten etwa 2014 wegen einer 500-Kilo-Bombe aus dem zweiten Weltkrieg rund 8.500 Menschen im Umkreis von Mainz-Weisenau ihre Wohnungen verlassen müssen, weil das “Erbstück” von vor 77 Jahren noch scharf im Boden gelegen hatte – nur ein glücklicher Zufall verhinderte, dass die Bombe hochging.

Sprengmeister Horst Lenz im April 2019 nach der erfolgreichen Entschärfung der Weltkriegsbombe im Mainzer Zollhafen. - Foto: gik
Sprengmeister Horst Lenz im April 2019 nach der erfolgreichen Entschärfung der Weltkriegsbombe im Mainzer Zollhafen. – Foto: gik

Im April 2017 brauchte der erfahrene Sprengmeister Horst Lenz im Mainzer Zollhafen gar satte drei Stunden für die Entschärfung eines 250-Kilo-Geschosses aus Kriegszeiten, die Bombe war in einem schlechten Zustand, die Entschärfung heikel. Über die nun in Mainz-Weisenau in der Nähe des Schulen an der Bruchspitze gefundene Bombe ist bisher nur wenig bekannt. Klar ist nur: Der Bereich um den Fundort an der Gleisbergschule wir großräumig evakuiert.

Betroffen sind rund 4.000 Anwohner zwischen Mainzer Straße und etwas nördlich der Canisiusstraße, Von der “Schneiders Mühle” bis kurz vor die Weserstraße. In dem Bereich befinden sich auch der REWE Markt samt benachbartem Drogeriemarkt an der Elbestraße, mehrere KITAS und ein Seniorenzentrum, wie die Stadt weiter mitteilte. Die Bewohner des AWO Seniorenzentrums “Jockel Fuchs” würden separat informiert und versorgt.

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Anwohner aus dem Evakuierungsbereich werden gebeten, sich während der Entschärfung bei Freunden, Verwandten, Bekannten oder anderen Orten außerhalb des  Evakuierungsbereichs aufzuhalten. Wer keine anderen Aufenthaltsmöglichkeiten hat, für den stehe die Sporthalle Weserstraße während der Entschärfung zum Aufenthalt zur Verfügung, so die Stadt weiter. Allerdings könnte es hier zu einem Problem kommen: In der Sporthalle findet vom 25. bis 29. Juli 2022 das 11. Handball-Feriencamp des HC Gonsenheim statt – nach Aussage von Mitgliedern in den sozialen Netzwerken, weiß man hier noch nichts von einer Aufnahme von Bomben-Flüchtlingen.

Radius der Evakuierung um den Fundort der Bombe in Mainz-Gonsenheim. - Grafik: Stadt Mainz
Radius der Evakuierung um den Fundort der Bombe in Mainz-Gonsenheim. – Grafik: Stadt Mainz

Die Entschärfung könne erst dann erfolgen, “wenn mit Sicherheit feststeht, dass sich im Evakuierungsbereich keine Personen mehr aufhalten”, heißt es von der Stadt weiter. Mitarbeiter von Polizei, Ordnungsamt, THW und Feuerwehr würden vor der Entschärfung den Evakuierungsbereich kontrollieren. Sollten Bürger besondere Hilfe benötigen, etwa eine Transportmöglichkeit, können sie sich an die Nummer des Service-Centers unter “115” wenden. Auch Fragen zu temporären Unterbringungsmöglichkeiten und anderem werden hier ab Dienstag, 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr und am Mittwoch von 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr, beantwortet.

UPDATE&: Das Mainzer Impfzentrum “An der Bruchspitze” bleibt am Mittwoch wegen der Bombenentschärfung geschlossen. Das Impfzentrum liege zwar direkt außerhalb des Evakuierungsbereichs, sei aber am Mittwoch während der Sperrungen sehr schlecht zu erreichen, teilte die Stadt Mainz nun mit. Daher hätten sich die Verantwortlichen entschlossen, das Impfzentrum am Mittwoch, den 27. Juli 2022, nicht zu öffnen. Alle Kunden mit fest gebuchten Terminen würden derzeit telefonisch kontaktiert, um Termine zu verlegen. Am Donnerstag, den 28. Juli 2022, nimmt das Impfzentrum dann seinen Betrieb wieder regulär auf – Impfen lassen könnt Ihr Euch hier mit und ohne Termin.

Info& auf Mainz&: Weitere Infos werden im Laufe des Dienstags erwartet. Eine genaue Liste der von der Evakuierung betroffenen Straßen findet Ihr hier bei der Stadt Mainz im Internet – indem Ihr einfach auf die Meldung auf der Startseite klickt.

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