Die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst laufen seit Ende 2025, eine Einigung ist bisher nicht in Sicht. In dieser Woche kommt es deshalb gleich zu einer ganzen Serie von Streiks: Am Dienstag hat Ver.di bundesweit die Beschäftigten von 22 Universitätskliniken zum Streik aufgerufen, am Mittwoch sind Hochschulen und weitere Kliniken dran. Am Donnerstag wiederum ist zum „Streiktag Bildung“ in Schulen aufgerufen – die Arbeitgeberseite lehnt die Forderungen von Ver.di bisher als „astronomisch“ ab.

Das Ritual der Tarifverhandlungen ist das immer gleiche Die Gewerkschaften stellen Forderungen, die Arbeitgeber zögern – der Poker kann sich über Monate hinziehen. Doch trotz schwächelnder Konjunktur und stark gesunkener Inflation, sind die Forderungen der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di unverändert hoch: Stolze 7 Prozent mehr Gehalt fordert die Gewerkschaft, mindestens aber 300 Euro mehr pro Monat – dass die Kommunen, die das bezahlen sollen, schlicht kein Geld haben, ficht die Gewerkschaft nicht an.
Der Verhandlungsführer auf Seiten der Länder, der Hamburger Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) schimpfte denn auch im Vorfeld bereits: „Das ist zu viel, das ist nicht leistbar“, und warf der Gewerkschaft „astronomische Forderungen“ vor. Bereits seit 2013 seien die Tabellenentgelte der Beschäftigten im Öffentlichen Dienst der Länder um durchschnittlich rund 42 Prozent erhöht worden – bei unteren Lohngruppen sogar um bis zu rund 59 Prozent, argumentierte Dressel. Die Verbraucherpreise hätten nur um rund 33,6 Prozent zugelegt.
Uni Mainz und Studierendenwerk werden bestreikt
Die starken Lohnsteigerungen hatten zuletzt auch mit zu dem dramatischen Preisanstiegen in Supermärkten und bei Dienstleistungen beigetragen, doch Ver.di dreht weiter an der Spirale: Alle Zeitzuschläge sollten um 20 Prozent steigen, fordert die Gewerkschaft, Nachwuchskräfte 200 Euro pro Monat mehr bekommen steigen und nach ihrer Ausbildung unbefristet übernommen werden.

„Die Beschäftigten wollen ein klares Signal der Arbeitgeber, dass ihre Leistungen künftig besser honoriert werden – sie erwarten Anerkennung und Respekt für ihr Engagement“, sagte der Ver.di-Vorsitzende Frank Werneke im November 2025. Der öffentliche Dienst müsse „attraktiv bleiben, um mit hoch qualifizierten und motivierten Menschen die anstehenden Herausforderungen zu meistern“, dafür brauche es eine angemessene Entgelterhöhung und gute Arbeitsbedingungen.
Besonders erbost zeigte sich die Gewerkschaft davon, dass die Arbeitgeber auch Mitte Januar noch „kein belastbares Angebot“ vorgelegt habe , deshalb wird nun zum Streim getrommelt. Am Mittwoch, den 28. Januar, sind demnach die Beschäftigten an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, dem Studierendenwerk Mainz, der Studierendenschaft der JGU, der Rheinhessen-Fachklinik Alzey, der Hochschule Mainz und der Technischen Hochschule Bingen zum Warnstreik aufgerufen. Geplant ist eine öffentliche Kundgebung um 10.00 Uhr auf dem Mainzer Uni-Campus vor der „Schule des Sehens“.
Lehrergewerkschaften rufen zum „Streiktag Bildung“ am 29.1.
Bundesweit hat Ver.di zudem für Dienstag, den 27. Januar 2026, zum Streik an 22 Universitätskliniken aufgerufen, ob auch die Mainzer Universitätsmedizin darunter ist, war am Montagfrüh noch nicht klar. „An den betroffenen Kliniken sei mit deutlichen Einschränkungen zu rechnen, für eine Notfallversorgung sei aber gesorgt, hieß es auf der Verdi-Homepage. Die Beschäftigten der Unikliniken seien „stinksauer, dass sie dauerhaft schlechter gestellt werden sollen als ihre Kolleginnen und Kollegen an kommunalen Krankenhäusern“, argumentiert die Gewerkschaft.
Die Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder werden am 11. Februar in Potsdam fortgesetzt, bis dahin kann es noch weitere Warnstreiks geben. Zumal nun auch Bildungsgewerkschaften zum Ausstand aufrufen: Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ruft für Donnerstag, 29. Januar, zum bundesweiten „Streiktag Bildung“, zentrale Veranstaltungen finden in Berlin, Hamburg, Köln, Leipzig und Mannheim statt – man erwarte mehrere zehntausend Teilnehmende.
Und auch Verband Bildung und Erziehung ruft gemeinsam mit dem deutschen Beamtenbund und Tarifunion (dbb) dazu auf, die Forderungen nun verstärkt auf die Straße zu tragen. „Nach Mahnwachen und Demonstrationen ist es nun Zeit für Streik“, betonte der VBE-Bundesvorsitzende Tomi Neckov, man müsse „mit Nachdruck für das einstehen, was wir verdienen.“ Die Arbeitgeber hatten dann wohl doch noch ein Angebot vorgelegt: Laut VBE betrug das „Erhöhungen von knapp über der Inflationsrate bei einer Laufzeit von 29 Monaten“, samt Nullmonate in 2025.
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