Nach zwei Jahren Aus hatte es endlich, am 8. Mai 2022 eigentlich wieder so weit sein sollen: Tausende Läufer, Partystimmung, buntes Sportevent – es wird nichts daraus. Der Mainzer Gutenberg Marathon ist nun auch für 2022 wieder abgesagt. Ein Massenevent in der Mainzer Innenstadt sei angesichts der anhaltenden Corona-Pandemie “seriös nicht vorstellbar”, sagte Sportdezernent Günter Beck (Grüne) am Mittwoch – die Pandemie mache eine verlässliche Planung schlicht nicht möglich. Es wäre theoretisch die 22. Auflage des Marathon geworden.

Der Mainzer Gutenberg-Marathon findet auch 2022 nicht statt. - Foto: Stadt Mainz
Der Mainzer Gutenberg-Marathon findet auch 2022 nicht statt. – Foto: Stadt Mainz

Damit fällt das Mainzer Marathonevent nun schon zum dritten Mal der Corona-Pandemie zum Opfer, nach 2020 und 2021. Der Stadtvorstand sei in seiner Sitzung am Dienstag übereingekommen, den Lauf angesichts der sich aktuell bundesweit und regional zuspitzenden vierten Welle der Pandemie vorsorglich abzusagen, teilte Sportdezernent Günter Beck (Grüne) mit. Dabei seien die Planungen nach der pandemiebedingten zweijährigen Abstinenz bereits weit gediehen gewesen. “”Manche Dinge hat man aber bei aller Planungssorgfalt nicht selbst in der Hand”, sagte Beck: “Ich hatte es bereits befürchtet, mit der erneut anschwellenden Pandemie erleben wir aus Marathon-Sicht leider ein Déjà Vu.” Die Gesundheit der Teilnehmer habe absolut oberste Priorität.

Die Öffnung der Meldelisten für den Marathon sei im Ablaufplan eigentlich für den vergangenen Samstag, den 27.11.2021, geplant gewesen, inklusive Öffentlichkeitsarbeit und geschalteter Anzeigen in Laufmagazinen, sagte Rennleiter Dieter Ebert – das hätte der Start in die heiße Vorbereitung sein sollen. “Zum gegenwärtigen Zeitpunkt würde sich nachvollziehbarer Weise aber niemand anmelden, zugleich kann die organisatorische Detailplanung bei steigenden oder bestenfalls stagnierenden pandemischen Niveau nicht seriös und vorausschaubar vorangetrieben werden”, betonte Beck

- Werbung -
Werben auf Mainz&
Zehntausende kamen bisher stets zum großen Laufevent nach Mainz. - Foto: Stadt Mainz
Zehntausende kamen bisher stets zum großen Laufevent nach Mainz. – Foto: Stadt Mainz

Die Öffnung der Meldelisten zum jetzigen Zeitpunkt wäre “verantwortungslos”, sagte Beck weiter, öffne man die Portale aber zu einem weit späteren Zeitpunkt, “sind wir in den notwendigen Vorbereitungen einfach zu spät dran und im roten Bereich: ob Läufershirts, Medaillen, Läufergeschenke, Verpflegung – hier benötigen wir frühzeitig verlässliche Teilnehmerzahlen, mit denen wir planen können.” Ähnliches gelte für größere Ausschreibungen wie etwa die Verkehrssicherung, auch da brauche es Vorlaufzeit – ebenso wie für die Gewinnung der vielen freiwilligen Helfer.

Zudem räumte die Stadt ein, dass es ein “Marathon mit deutlich verändertem Gesicht“” geworden wäre, denn durch die laufende Sanierung des Mainzer Rathauses und dem damit verbundenen Ausfall der Tiefgarage als Abgabebereich für Kleiderbeutel hätte es ebenso Probleme gegeben wie durch die “Nichtverfügbarkeit der Rheingoldhalle.” Dazu komme noch, dass der Gutenberg-Marathon für ein Event der Begeisterung und Lebensfreude stehe, das Mainztypisch geprägt sei durch Partystimmung in vielen Bereichen der Stadt mit vielen tausenden anfeuernden Zuschauern –  das sei derzeit entweder völlig undenkbar oder aber nur mit erheblichen Einschränkungen.

Verpflegungsstation beim Gutenberg-Marathon in der Mainzer Rheingoldhalle. - Foto: Stadt Mainz
Verpflegungsstation beim Gutenberg-Marathon in der Mainzer Rheingoldhalle. – Foto: Stadt Mainz

“Mit solchen Eingriffen würde die Essenz des Mainz Marathon komplett verloren gehen”, sagte Beck weiter: “Halbe Sachen machen wir nicht – weiterhin schon gar nicht auf Kosten der Gesundheit.” Deshalb gebe es leider nur einen Schluss: Eine Durchführung des Marathon wäre auch 2022 aufgrund der pandemischen Unwägbarkeiten “weder seriös noch sicher umsetzbar und passt einfach gerade nicht in die Zeit.” Mainz werde deshalb “leider auch am 8. Mai 2022 nicht an der Startlinie stehen.”

Interessant dabei aber: Das Land Rheinland-Pfalz plant derweil immer noch gemeinsam mit der Stadt Mainz den Rheinland-Pfalz-Tag zu seinem 75. Geburtstag in Mainz – vom 20. bis 22. Mai soll in Mainz zum großen Bürgerfest samt Festumzug geladen werden. Bislang trotz Pandemie.

Info& auf Mainz&: Alle aktuellen Entwicklungen zur Corona-Pandemie sowie viel Hintergründe zu Wissenschaft und Impfungen findet Ihr immer in unserem Sonderdossier Corona genau hier auf Mainz&.

2 KOMMENTARE

  1. Nur ein Bruchteil tut sich den vollen Marathon an und das oft mehr taumelnd als sportlich. Einen Marathon läuft man nicht aus einer Laune mit ein paarTrainigskilometern sondern nach langjährigem Aufbau in einer ordentlichen Zeit zwischen 3 und 4 Stunden – oder man lässt es besser bleiben. Es gilt die Joggererfahrung: Zuerst mäßig, dann regelmäßig und zuletzt unmäßig. Nur so wächst man in die große Distanz hinein, ohne sich körperlich zu ruinieren. Was sich manche von einer Modeströmung Verführte antun, dient weder deren Gesundheit noch den Zuschauern noch dem Sport. Ein Marathon mit tausenden Trainingskilometern als Vorbereitung ist kein Jungbrunnen sondern ein Verschleißtest. Es ist gut, dass eine lange Mittelstrecke in den Vordergrund geraten ist, die man werbewirksam Halbmarathon nennt, daneben noch Staffetten. Bewegung ist gut und frohe Bewegung erst recht. Aber bitte wahrhaftig bleiben und die Veranstaltung als Gutenberglauf bezeichnen mit einem Marathonangebot als Rahmenprogramm. Hört sich auch gut an. Die Pause sollte zur Neubesinnung genutzt werden. Das meint ein verschleißerfahrener, nicht mehr exzessiv laufender alter Marathon-Purist.

  2. Rumrennen ohne Sinn und Zweck? Stimmt da war doch was?
    Ach und das hat man jetzt verschoben – mmh.
    Sterben die dann wenn sie nicht rennen können?
    Nö! Eher wenn sie den rennten.
    Ja dann…
    Übrigens – habe ich gehört, dass der Mensch auch ein Verbrenner sei!
    Ja – ist was dran… Sauerstoff und Kohlenwasserstoffe rein, CO2 und Wasser wieder raus.
    Wie? Das könne man nicht vergleichen?
    Unnötig ausgeatmetes CO2 ist doch genauso umweltschädlich wie sinnloses Verbrennerfahren oder wachsen Menschen plötzlich grüne Blätter?
    Nö? Ach – es kommt beim Verbrennen auf die Intenstion an – ok – nicht auf die Chemie bzw. Physik.
    Ja – dann – ok
    Dann hoffe ich aber, dass man vielleicht man in China ja bald die solargetriebenen Akkumenschinnen erfände.
    Ist vielleicht die bessere Lösung :-)=)
    Dann kann man die ja rennen lassen beim Marathon – im Fußball rennen ja auch andere…
    Wie? Wieder nicht vergleichbar – ach das macht kein Spass mehr…

HINTERLASSEN SIE EINEN KOMMENTAR

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein