Der Wechsel zu einer neuen Firma zur Entsorgung der Mainzer Glastonnen hat Anfang Januar erst einmal für einige Verwirrung und Beschwerden gesorgt: Da wurden Glastonnen nicht geleert, andere Tonnen einfach mitgenommen, aber nicht durch neue ersetzt, und viele Mainzer fragten sich (und uns): Bleibt es eigentlich beim Vollservice, bei dem die Tonnen vom Grundstück abgeholt werden? Die Wiesbadener Firma Knettenbrech & Gurdulic versichert nun: Ja, es bleibt beim Vollservice inklusive Tonnenabholung auf dem Grundstück. Gleichzeitig bittet das Unternehmen um Geduld: „Wir müssen die Tonnen manchmal erst mal finden“, sagte Vertriebsleiter Fabian von Monts im Gespräch mit Mainz& – man sei da noch „in einer Lernphase.“

Die Firma Knettenbrech & Gurdulic ist nun für die Entsorgung des Glasmülls in Mainz zuständig. - Foto: Knettenbrech
Die Firma Knettenbrech & Gurdulic ist nun für die Entsorgung des Glasmülls in Mainz zuständig. – Foto: Knettenbrech

Zum 1. Januar hat der Wiesbadener Abfallspezialist Knettenbrech & Gurdulic die Entsorgung von Gelben Säcken sowie der Glasmülltonnen in der Stadt Mainz übernommen. Die Entscheidung für die Wiesbadener fiel allerdings erst kurz vor Weihnachte, nach einem Rechtsstreit mit einem unterlegenen Bewerber, Auftraggeber und ausschreibende Instanz ist übrigens nicht die Stadt Mainz, sondern das Duale System. Erst am 17. Dezember stand deshalb fest, dass ab dem 1. Januar Knettenbrech & Gurdulic für die Entsorgung der Glasmülltonnen zuständig sein würden – und diese Kurzfristigkeit bereitet nun Probleme.

In den ersten Wochen nämlich meldeten zahlreiche Leser, dass Glastonnen ungeleert am Straßenrand stehen blieben oder gar nicht erst zum Leeren abgeholt wurden. Die neue Firma klingele nicht, hole keine Container aus den Höfen und stelle sie auch nicht wieder ein, klagte eine Leserin aus der Mainzer Neustadt gegenüber Mainz&. Andere Leser fragten in sozialen Netzwerken, ob man die Tonnen denn nun selbst an den Straßenrand stellen müsse oder nicht – das wäre eine Änderung, von der man wissen müsse.

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Die Mainzer Glastonnen - rechts die alte mit dem weißen Deckel - werden derzeit ausgetauscht. - Foto: gik
Die Mainzer Glastonnen – rechts die alte mit dem weißen Deckel – werden derzeit ausgetauscht. – Foto: gik

Fabian von Monts, bei Knettenbrech & Gurdulic zuständig für den kommunalen Vertrieb beruhigt derweil: „Es ändert sich nichts“, sagte er auf Mainz&-Anfrage, der Vollservice mit der Abholung der Tonnen vom Grundstück bleibe unverändert bestehen. Allerdings stehe das Unternehmen da derzeit vor großen Problemen: „Wenn man einen neuen Auftrag erhält, ist nicht jeder Standort bekannt“, sagte von Monts: „Wir müssen die Tonnen manchmal erst mal finden, wir können ja nicht über den Zaun klettern, wenn uns keiner öffnet – da sind wir in einer Lernphase.“ Der Zuschlag für die Entsorgung sei einfach so kurzfristig gekommen: „Wir müssen 25.000 Behälter verteilen und die Abfuhr gewährleisten“, sagte von Monts, „dafür läuft es sehr, sehr gut.“

Knettenbrech & Gurdulic müssen nun nämlich alle Glasmülltonnen austauschen und die Haushalte mit ihren eigenen Mülltonnen versehen, die einen roten Deckel haben. „Wir tauschen aktuell alle Tonnen aus“, versicherte von Monts, allerdings kommt es auch dabei zu Pannen: In manchen haushalten wurde zwar die alte Glastonne mitgenommen, aber keine neue abgestellt. Von Monts versicherte, man reagiere auf alle Reklamationen möglichst umgehend, „sämtliche Reklamationen werden von uns erneut angefahren.“

In der Coronazeit stapeln sich gerne mal die leeren Weinfalschen zuhause, erst recht nach Weinproben.- Foto: gik
In der Coronazeit stapeln sich gerne mal die leeren Weinfalschen zuhause, erst recht nach Weinproben. – Foto: gik

Wer eine Reklamation habe, möge sich am besten per Email melden, sagte von Monts weiter, die Hotline könne in Hochzeiten „schon einmal überlastet sein“. Bei Meldungen per Email gebe es auch weniger Übertragungsfehler bei den Adressen der Grundstücke, dann können man Beschwerden leichter nachgehen, sagte von Monts. „Wir sind am Anfang, wir bitten um ein bisschen Verständnis und Geduld“, warb er zudem. Knettenbrech & Gurdulic sei ein Unternehmen aus der Region, „wir haben regionale Kompetenz“ und wolle die Mainzer bestmöglich versorgen.

„Uns erreichen auch Anfragen von Mainzern, die schon seit Monaten eine Tonne haben wollen“, berichtete von Monts weiter, das werde man natürlich gerne erfüllen. Allerdings müssten diese Bestellungen noch etwas warten, „wir liefern die nach der Grundverteilung aus“, sagte von Monts. Alle Neubestellungen würden im System erfasst, die Besteller bekämen eine Bestätigungsmail, versicherte er – mit der Auslieferung neu bestellter Tonnen rechne man etwa Ende Februar, nach dem flächendeckenden Behältertausch. Das habe logistische Gründe, sagte von Monts, mit einer Tonnenknappheit habe das indes nichts zu tun, versicherte er: „Wir haben einen ganzen Hof voll Tonnen.“

Info& auf Mainz&: Mehr zum neuen Müllentsorger für Mainz und den Hintergründen lest Ihr hier bei Mainz&. Fragen, Beschwerden und Bestellungen zu den Glasmülltonnen in Mainz nimmt die Firma Knettenbrech & Gurdulic unter der Telefonnummer 0611/ 696–399 oder per E-Mail unter mainz@knettenbrech-gurdulic.de entgegen. Die Firma selbst findet Ihr auch hier im Internet.

 

 

3 KOMMENTARE

  1. Die Entsorgung von Müll in allen seinen Ausgestaltungen fällt wie Bahn, Post, Trinkwasser, Kanalisation unter Daseinsvorsorge. Das Auslagern an profitorientierte Fremdbetriebe ist eine Fehlentwiccklung, wie wir bei den auf Wirtschaftlichkeit getrimmten Krankenhäusern gerade erleben. Billig ist allzuoft nicht gut und langfristig die teuerste Lösung. Ich erinnere an eine uralte Lebensweisheit: „Wir sind zu arm um billig zu kaufen“.

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