Er ist ein Mainzer Unikum und eine Delikatesse: Der Mainzer Domstollen besteht aus einer ganzen Reihe von köstlichen Zutaten, gereift ist er früher tatsächlich in den Kellern des Mainzer Doms. Das ist vorbei, die Tradition nicht: Mitte November wurde bei der Bäckerei Werner zum 15. Mal ein Mainzer Domstollen gebacken. Das Gebäck kommt in einer hochwertigen Metalldose samt aufgedrucktem Aquarell daher und bringt „den ersten Duft von Weihnachten und Advent mit sich“, wie die Stollenbäcker schwärmen. Für einen guten Zweck ist das Ganze auch noch.

Backcrew für den Mainzer Domstollen 2019 mit Thomas Neger, Sabine Flegel und Pit Rösch. - Foto: gik
Backcrew für den Mainzer Domstollen 2019 mit Thomas Neger, Sabine Flegel und Pit Rösch. – Foto: gik

1954 gründete der Bäcker- und Konditormeister Friedrich-Christian Werner seine erste Bäckerei – aus dem hessischen Langen kam Werner dafür mit seiner Frau Gertrud eigens nach Mainz, den frisch ausgestellten Meisterbrief in der Tasche. Heute hat Werner’s Backstube Filialen in der ganzen Region und eine Großbäckerei in Mainz-Hechtsheim – dort wurde Mitte November eine kleine Tradition gebacken: Zum 15. Mal wurde der „Mainzer Domstollen“ geknetet, geformt und im Ofen gebacken.

Die Idee zum Domstollen hatte einst Verkaufsleiter Pit Rösch, den Mainzern auch als Fastnachtssänger bekannt. Rösch hörte von Stollen in der Eifel, die ihr Gebäck in alten Bergwerksstollen lagern, so kam ihm die Idee mit dem Dom: „Stollen muss reifen, am besten bei gleichbleibenden Temperaturen“, erzählte Rösch 2019 im Gespräch mit Mainz&, „und wir haben hier doch einen Dom – da lagern wir ihn ein!“ Das Lagern im Dom ist leider Geschichte, Gesundheitsvorschriften und Bürokratie machten dem besonderen Lagerort den Garaus.

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Rezept aus Dresden, vier Wochen Reifezeit

Das Rezept eines befreundeten Dresdener Konditormeisters ist indes geblieben: Aus Butter und Mehl, Rosinen, kandierten Früchten, frischer Hefe und Rum, feinsten Nüssen, erlesenen Mandeln und Puderzucker wird das besondere Weihnachtsgebäck kreiert. Dazu kommen feinste Gewürze für das besondere Aroma – so entsteht der original Mainzer Domstollen. Die Zutaten gilt es, zu einem prächtigen Teig zu kneten, in Form zu bringen und schließlich zu duftenden Domstollen zu backen – genau dazu traf sich Mitte November wieder eine illustre Runde.

Die Domstollen-Bäcker 2025 bestanden unter anderem aus OB Nino Haase (parteilos, ganz links) sowie Margit Sponheimer und Thoms Neger (ganz rechts). - Foto: Publicum
Die Domstollen-Bäcker 2025 bestanden unter anderem aus OB Nino Haase (parteilos, ganz links) sowie Margit Sponheimer und Thoms Neger (ganz rechts). – Foto: Publicum

Zum 15. Jubiläum kam nun auch der Mainzer OB Nino Haase (parteilos) zum Teigkneten in die Wernerscher Bäckerei, und Haase zeigte sich beim Domstollenbacktag beeindruckt: „Was hier seit 15 Jahren für die gute Sache gemacht wird, vielmehr gebacken wird, ist eine große Leistung“, sagte Haase, und schob eigenhändig die geformten Stollen in den Ofen.

Rund anderthalb Stunden müssen die Stollen bei 180 Grad im Ofen backen, danach reifen sie gut vier Wochen nach. Und von jedem verkauften Domstollen gehen 2,- Euro an den Mainzer Dombauverein und helfen damit zum Erhalt des Mainzer Wahrzeichens.

Promis treffen sich zum Stollen-Rollen

Klar, dass beim Domstollenbacktag auch Vertreter des Bistums anwesend sind, in diesem Jahr Domdekan Henning Priesel sowie die Vorsitzende des Mainzer Dombauvereins, Sabine Flegel. Wie schon zuvor wurden sie von der Mainzer Ehrenbürgerin, Fastnachtsikone Margit Sponheimer sowie von Fastnachtsstar Thomas Neger unterstützt. Wer also einmal einen Domstollen genießen möchte, der liebevoll, von „Es Margittche“ oder Thomas Neger geformt wurde – hier habt Ihr die Gelegenheit.

Der original Mainzer Domstollen kommt in einer hochwertigen Metalldose samt Domaquarell daher. - Foto: Publicum
Der original Mainzer Domstollen kommt in einer hochwertigen Metalldose samt Domaquarell daher. – Foto: Publicum

Der original Mainzer Domstollen muss übrigens zur Vollendung der Aromen und zur perfekten Reife für einige Wochen lagern, das passiert heute in klimagerechten Räumen. Pünktlich zu Beginn der Adventszeit werden die Domstollen nun ausgelagert und zum Verkauf angeboten. „Wir freuen uns, Gutes für den Mainzer Dom beitragen zu dürfen und gleichzeitig eine köstliche Meenzer Spezialität zu backen“, betont Manfred Werner, Bäcker- und Konditormeister, zu dem weihnachtlichen Projekt.

Zu haben ist die Spezialität jetzt, kurz vor dem 1. Advent, bei der Dominformation Mainz und in den Bäckereifachgeschäften von Werner’s Familienbäckerei. Die Domstollen präsentieren sich wie gewohnt in einer wertigen Metallschmuckdose, die dieses Jahr ein Aquarell des Doms St. Martin von der Pfungstädter Malerin Michaela Wallus zeigt. Die Stückzahl bleibt auch in diesem Jahr streng limitiert, der Preis sind 28,- Euro.

Info& auf Mainz&: Die Geschichte des Mainzer Domstollens haben wir 2019 schon einmal erzählt – hier könnt Ihr das nachlesen. Den aktuellen Domstollen könnt Ihr übrigens auch online bestellen – hier geht’s zum Link.