Das war ein ruhiger, wenn auch nicht komplett ruhiger Start ins Jahr 2021: Pünktlich zum Jahreswechsel erhoben sich dann doch einige Raketen in den Nachthimmel über Mainz, krachten einige Böller – doch deutlich weniger als sonst. Die Silvesternacht in Mainz verlief wegen der Corona-Pandemie ungewöhnlich ruhig, die Mainzer Polizei zog ein zufriedenes Fazit: Die allermeisten Menschen hätten zu Hause in kleinem Kreis gefeiert und sich an die bekannten Einschränkungen gehalten. Trotzdem wurden bei 173 Kontrollen in Mainz und Rheinhessen insgesamt 86 Verstöße festgestellt.

Leere Straßen und Plätze, wo sonst die Silvesternacht tobt: Die Mainzer Polizei grüßte via Twitter von der Kupferbergterrasse. - Foto: Polizei Mainz
Leere Straßen und Plätze, wo sonst die Silvesternacht tobt: Die Mainzer Polizei grüßte via Twitter von der Kupferbergterrasse. – Foto: Polizei Mainz

Corona-Pandemie, Lockdown, Kontaktbeschränkungen – die Parties zum Jahreswechsel waren dieses Mal abgesagt, strenge Kontaktbeschränkungen sollten Menschenansammlungen und neue Corona-Hotspots verhindern. In Rheinland-Pfalz galt zudem in der Silvesternacht flächendeckend ein Feuerwerksverbot auf öffentlichen Straßen und Plätzen, in Hessen zumindest streckenweise entlang des Rheinufers in Kastel und Biebrich sowie auf Plätzen in der Innenstadt. Es würde ein extrem ruhiges Neujahr werden, das stand fest.

Komplett ruhig wurde es dann aber doch nicht: Kurz nach Mitternacht stiegen im Mainzer Stadtgebiet diverse Raketen in den trüben Nachthimmel, krachten einige Böller, jaulten manche Heuler. Manch einer hatte wohl noch Restbestände im Schrank oder sich in Nachbarländern oder dem Großhändler Metro eingedeckt. Die Polizei in Mainz und landesweit hatte sich mit Extra-Kontingenten für die Kontrollen der Nacht gerüstet, viel bekamen die Beamten aber nicht zu tun: Die Silvesternacht sei insgesamt in Rheinland-Pfalz deutlich gemäßigter als gewöhnlich verlaufen, „es herrschte eine überwiegend friedliche Stimmung“, bilanzierte das Mainzer Innenministerium am Neujahrstag.

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Die Polizeipräsidien im Land meldeten demnach insgesamt ein nur geringes Personenaufkommen im öffentlichen Raum, auch wegen des Winterwetters mit Schnee, Regen und eisiger Kälte. Zu größeren Menschenansammlungen sei es denn auch nicht gekommen, dennoch wurden bei landesweit 75 Personen Verstöße wegen unzulässiger Personenansammlungen im öffentlichen Raum festgestellt. In 73 Fällen seien entgegen der Vorgaben keine Mund-Nasen-Bedeckung getragen, in 68 Fällen der Mindestabstand nicht eingehalten worden.

Neujahrsgruß der Mainzer Polizei fürs Jahr 2021 via Twitter. - Foto: Polizei Mainz
Neujahrsgruß der Mainzer Polizei fürs Jahr 2021 via Twitter. – Foto: Polizei Mainz

Der Großteil der Bevölkerung habe sich aber diszipliniert an die Corona-Beschränkungen gehalten, betonte das Innenministerium weiter. Wo Feuerwerksartikel genutzt worden seien, habe das Abbrennen überwiegend im privaten Bereich stattgefunden. Dennoch wurden landesweit 939 Personen kontrolliert und dabei 459 Verstöße registriert. Die Mainzer Polizei führte in der Stadt Mainz sowie im rheinhessischen Umland insgesamt 173 Kontrollen durch. 36 Mal hätten sich zu viele Personen versammelt, 29 Mal sei der Mindestabstand unterschritten worden. In 21 Fällen stellte die Mainzer Polizei eine Missachtung des Alkoholverkaufs- oder Alkoholkonsumverbots fest.

Gelegentlich drückten die Beamten aber auch mal ein Auge zu: Kleine Gruppen, die um Mitternacht mit einem Glas Sekt in der Hand auf der Straße anstießen, hätten sich an Abstandsregeln und Gruppengrößen gehalten, hieß es von der Polizei. Auf einen Test, ob es sich bei dem Sekt um alkoholhaltigen oder alkoholfreien gehandelt habe, habe man aber verzichtet – schließlich sei es verboten, im Dienst Alkohol zu konsumieren, betonte die Mainzer Polizei mit einem Augenzwinkern. Eigentlich war der Verzehr von Alkohol im Freien in Rheinland-Pfalz in dieser Neujahrsnacht verboten gewesen. Einzelne Feuerwerke seien gezündet worden, bestätigte die Polizei ferner, die meisten aber auf privaten Grundstücken, ganz wenige nur im öffentlichen Raum.

Allerdings beschäftigten zwei böse Unfälle in der Silvesternacht Polizei und Rettungskräfte: Im Bereich Bingen verlor gegen 2.30 Uhr ein alkoholisierter 28-jähriger Fahrer in einer Kurve die Kontrolle über seinen gerade einmal acht Wochen alten Porsche. Das Fahrzeug überschlug sich mehrfach und blieb in einem Weinberg liegen, es entstand ein Schaden von rund 120.000 Euro. Bereits zuvor am Abend hatte gegen 21.30 Uhr ein 19-Jähriger auf der B 41 bei Sponheim im Kreis Bad-Kreuznach ebenfalls die Kontrolle über seinen hochmotorisierten Audi verloren und einen schweren Unfall verursacht. Alle vier Insassen seien verletzt worden, eine Person musste ins Krankenhaus, teilte die Polizei mit. Die B 41 blieb über Stunden für Aufräumarbeiten gesperrt. Der 19-Jährige sei aber nüchtern gewesen.

Info& auf Mainz&: Unseren Mainz&-Leitartikel zum Neuen Jahr findet Ihr hier: Was wir 2020 gelernt haben – und was nicht.

1 KOMMENTAR

  1. Anmerkung zu den Unfällen:
    Ich bewundere die jungen Leute, die wohl dank herausragenden Qualifikation im Leben so erfolgreich sind, sich teure Boliden leisten zu können. Es scheint auch außerhalb des Fußballs gute Einnahmequellen zu geben.

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