Die Arbeiten an der Schiersteiner Brücke gehen so langsam in die entscheidende Runde, eigentlich sollte ja Ende März der Verkehr wieder über die gesperrte Brücke rollen. Doch das wird offenbar eng: Die Freigabe werde wohl eher an Ostern erfolgen, sagte eine Sprecherin des Landesbetriebs Mobilität Mainz& am Montag. Das wäre dann aber schon der 4. oder 5. April… Und wir haben noch mal wegen des Vorschlags gefragt, Fußgänger und Radfahrer über die Brücke zu lassen. Die Antwort: zu gefährlich.

Schließt sich der Riss in der Brücke wieder? - Foto: gik
Schließt sich der Riss in der Brücke wieder? – Foto: gik

Mainz&-Leser hatten ja vorgeschlagen, die Schiersteiner Brücke wenigstens für Radfahrer und Fußgänger frei zu geben, doch beim Landesbetrieb hieß es bedauernd: Können wir leider nicht machen. Die abgesackte Vorlandbrücke scheint nämlich mehr in Mitleidenschaft gezogen worden zu sein, als uns klar war: Am 10. Februar war ja in der Nacht der rechte Pfeiler unter der Vorlandbrücke zur Seite weggesackt, daraufhin war das Rolllager zwischen Pfeiler und Brücke rausgeflogen, die Brücke selbst sackte um 30 Zentimeter ab.

Davon ist aber nicht nur die rechte Seite betroffen, sondern auch die linke Seite – auch die sei “instabil”, sagte die Sprecherin. “Die ganze Breite kann nicht begangen oder befahren werden”, hieß es weiter, “das ist ja alles ein Zusammenspiel.” Auch ein Zugang über die alten Auf- oder Abfahrten sei nicht möglich: zu gefährlich. “Wäre es irgend möglich, würden wir das auch machen”, sagte die Sprecherin: “Wir sind ja an jeder Entlastung interessiert.” Aber die Sicherheit gehe nun mal vor – logisch.

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Wirklich gut klingt das aber nicht… Bei den Reparaturarbeiten wird nun auch die linke Seite stabilisiert. Dort steht zwar noch der Pfeiler samt Lager, doch auch hier werden diese Woche nun Stützpfeiler installiert, um die Last tragen zu können. Ebenso bekommt der beschädigte rechte Pfeiler mehrere Hilfspfeiler an die Seite. Kommende Woche soll dann die Brücke mittels hydraulischer Pumpen auf ihre ursprüngliche Höhe wieder hochgepumpt werden.

So sähe die Behelfsbrücke aus - Foto: LBM
So sähe die Behelfsbrücke aus – Foto: LBM

Erst wenn die Brücke wieder angehoben sei, könne man sagen, ob die Reparatur Erfolg gehabt habe, informierte der Landesbetrieb weiter. Eine entscheidende Frage ist dabei, ob sich die langen Risse in dem Bauwerk wieder schließen. Das Anheben sei der technisch anspruchsvollste Teil, “wir gehen aber davon aus, dass es funktioniert”, betonte die Sprecherin.

Für den Fall dass nicht, gibt es längst auch einen Plan B: Eine Behelfsbrücke des Bundes würde dann die Lücke schließen. Praktischerweise hat der Bund nämlich ausgerechnet im rheinhessischen Gau-Bickelheim ein Lager mit Behelfsbrücken, nach Angaben des Landesbetriebs Mobilität lagern da rund 700 Meter Behelfsbrücke. Für den Lückenschluss der Schiersteiner Brücke wären aber nur rund 100 Meter nötig.

Sollte die alte Vorlandbrücke nicht mehr zu reparieren sein, sagte die Sprecherin, werde der beschädigte Teil abgerissen und in die Lücke auf die alten Pfeiler die Behelfsbrücke gesetzt. Nachteil: die Ausfahrten nach Mombach wären dann nicht mehr benutzbar, “eine Behelfsbrücke kann nur geradeaus”, sagte die Sprecherin. Und da die Behelfsbrücke nur sechs Meter breit wäre, stünde für jede Richtung nur eine Fahrspur zur Verfügung. Aber besser als gar nichts…

Was die Ursache für den Unfall angeht, da übt sich der Landesbetrieb weiter in Zurückhaltung. Die Gutachten seien in Arbeit, das dauere eben, hieß es. Ob der Unfall etwas mit dem Alter zu tun habe?  “Wahrscheinlich eher nicht”, gab es zu Antwort. Allerdings könne man nicht ausschließen, dass es da nicht doch einen Zusammenhang gebe. Also doch…

Da müssen wir jetzt wohl alle mal die Daumen drücken, dass das an Ostern noch was wird. Die Geduld der Pendler nimmt nach unserer Beobachtung jedenfalls inzwischen stark ab – und die Aggressivität im Straßenverkehr zu. Wen wundert’s.

 

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