Genau sechs Wochen vor dem eigentlichen Wahltermin am 26. September startet Deutschland in dieser Woche in die Bundestagswahl: Am Montag begann der Versand der Wahlbenachrichtigungen, bis zum 5. September sollen alle rund 150.000 Wahlberechtigten in Mainz ihre Wahlbenachrichtigung erhalten haben, hinzu kommen weiterer 100.0000 Wahlberechtigte im Umkreis bis Bingen und Ingelheim. Und auch das Briefwahlbüro der Stadt Mainz öffnete am Montag bereits seine Tore – damit hat die Bundestagswahl nun bereits begonnen.

Das Briefwahlbüro der Stadt Mainz am neuen Stadthaus in der Großen Bleiche hat bereits wieder geöffnet. - Foto: gik
Das Briefwahlbüro der Stadt Mainz am neuen Stadthaus in der Großen Bleiche hat bereits wieder geöffnet. – Foto: gik

Am 26. September wählt Deutschland einen neuen Bundestag, aus dessen Reihen die Parlamentarier dann den oder die neue/n Bundeskanzler/in bestimmen – nach 16 Jahren bekommt Deutschland einen neuen Regierungschef, denn Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) tritt nicht zur Wiederwahl an. Wer aber der oder die neue wird, ist bislang völlig unklar: Die Kandidaten Armin Laschet (CDU), Olaf Scholz (SPD) und Annalena Baerbock (Grüne) liefern sich bisher ein alles andere als spannendes Rennen, das mehr von Pleiten, Pech und Pannen, denn von einem inhaltlichen Ringen um die Zukunft Deutschlands geprägt ist.

Doch trotz Corona-Pandemie und trotz der apokalyptischen Flutkatastrophe im Ahrtal sowie den verheerenden Überschwemmungen in Nordrhein-Westfalen und anderen Regionen von Rheinland-Pfalz: Deutschland wählt. In Mainz sind am 26. September rund 150.000 Wähler aufgerufen, jeweils zwei Stimmen abzugeben: Mit der Erststimme wird der Direktkandidat im Wahlkreis gewählt, mit der Zweitstimme eine der antretenden Parteien. Zur Wahl stehen in Rheinland-Pfalz insgesamt 20 Parteien, wen also die bekannten großen Parteien nicht recht zu überzeugen vermögen, hat immer noch eine große Auswahl. 15 Direktkandidaten treten im Mainzer Wahlkreis 205 zudem zur Direktwahl an, die Palette reicht auch hier von den etablierten Parteien hin zu kleinen Formationen wie Volt, der Klimaliste oder den Humanisten.

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Stimmabgabe bei der Bundestagswahl 2017 im Briefwahlbüro. - Foto: gik
Stimmabgabe bei der Bundestagswahl 2017 im Briefwahlbüro. – Foto: gik

Am Montag, dem 16. August, begann die Stadt Mainz mit dem Versand der Wahlbenachrichtigungen, bis zum 5. September soll jeder Wahlberechtigte seine Benachrichtigung erhalten haben, doch der Wahlkreis 205 reicht weit über Mainz hinaus: Zu ihm gehören auch die Städte Bingen und Ingelheim, die Gemeinde Budenheim, aber sogar die Verbandsgemeinden Rhein-Nahe, Gau-Algesheim und Nieder-Olm. Der Wahlkreis 205 reicht somit von Bacharach und Münster-Sarmsheim über Gau-Algesheim, Appenheim, und Schwabenheim bis nach Sörgenloch und Stadecken-Elsheim. Insgesamt sind im Wahlkreis 205 so 250.000 Menschen wahlberechtigt.

Auch im benachbarten Wiesbaden wurde am Montag mit dem Versand der Wahlbenachrichtigungen begonnen, hier sind rund 190.000 Menschen zur Bundestagswahl wahlberechtigt. Sobald die Wahlbenachrichtigungen da sind, können die Briefwahlunterlagen beantragt werden – wegen der weiter anhaltenden Corona-Pandemie wird mit einer Rekordbeteiligung durch Briefwahl gerechnet, wie es auch schon bei der Landtagwahlwahl in Rheinland.-Pfalz in März der Fall war, zumal Wähler inzwischen längst keine Begründung mehr für eine Briefwahl angeben müssen.

Einwurf eines Briefwahlbriefes am Mainzer Stadthaus bei der Landtagswahl 2021. - Foto: gik
Einwurf eines Briefwahlbriefes am Mainzer Stadthaus bei der Landtagswahl 2021. – Foto: gik

In Mainz öffnete das Briefwahlbüro im Stadthaus an der Großen Bleiche am Montag wieder seine Pforten, das kleine Büro ist mit einem eigenen Eingang direkt von der Großen Bleiche aus zugänglich, Besucher werden gebeten, einen Mund-Nasenschutz zu tragen und einen eigenen Kugelschreiber mitzubringen. In dem Briefwahlbüro kann die Ausstellung der Briefwahlunterlagen beantragt werden, hier kann aber auch direkt schon gewählt werden – damit hat die Bundestagwahl faktisch schon begonnen. Briefwahlunterlagen müssen bis spätestens 18.00 Uhr am Wahltag dem Wahlbüro vorliegen, diese Unterlagen dürfen zudem nicht im angestammten Wahllokal, sondern müssen im Briefwahlbüro abgegeben werden.

Briefwahlunterlagen können per Post, per Email unter briefwahlbuero@stadt.mainz.de oder auf der Internetseite der Stadt Mainz – genau hier gibt’s den Link – beantragt werden, in Wiesbaden gibt es dafür sogar auf der Homepage der Stadt einen direkten Button in der Service-Box auf der Startseite. Die Wahlergebnisse kann man dann am Wahltag für die eigene Stadt und den eigenen Wahlbezirk im Internet nachverfolgen – in Mainz etwa auf dieser Internetseite sowie über die App VoteManager für iPhones. In Wiesbaden kann in den Außenbezirken wie Kastel oder Kostheim zudem in den Ortsverwaltungen gewählt werden.

Wahlkampfveranstaltung der CDU bei der Bundestagswahl 2017 in Mainz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (rechts) und CDU-Direktkandidatin Ursula Groden-Kranich (Mitte). - Foto: gik
Wahlkampfveranstaltung der CDU bei der Bundestagswahl 2017 in Mainz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (rechts) und CDU-Direktkandidatin Ursula Groden-Kranich (Mitte). – Foto: gik

Bei der Bundestagswahl 2017 wählten die Mainzer mit 32,7 Prozent ihrer Zweitstimmen die CDU, die SPD kam auf 22 Prozent, die Grünen kamen mit nur 13,1 Prozent auf Platz drei. Die FDP landete mit 11,3 Prozent der Stimmen auf Platz vier, Platz fünf ging an die Linke mit 8,5 Prozent, und die AfD holte 8,2 Prozent. Wahlberechtigt waren auch damals im Wahlkreis Mainz genau 248.996 Menschen, die Wahlbeteiligung lag bei sehr guten 81,3 Prozent.

Landesweit schnitt bei der Bundestagswahl in Rheinland-Pfalz 2017 die CDU mit 35,9 Prozent der Stimmen mit Abstand als stärkste Partei ab, die SPD kam auf 24,1 Prozent, drittstärkste Kraft wurde die AfD mit 11,2 Prozent. Die FDP kam vor vier Jahren auf 10,4 Prozent, die Grünen hingegen nur auf 7,6 Prozent, die Linke holte landesweit 6,8 Prozent.

Bei den Erststimmen setzte sich in Mainz die CDU-Bundestagsabgeordnete Ursula Groden-Kranich klar mit 35,7 Prozent durch, Ex-Finanzminister Carsten Kühl von der SPD kam nur auf 28 Prozent, und die Grünen-Bundestagsabgeordnete Tabea Rößner holte damals 10,8 Prozent. Groden-Kranich und Rößner treten auch dieses Mal wieder an, für die SPD geht der noch weitgehend unbekannte Daniel Baldy aus Münster-Sarmsheim ins Rennen. Die Linke präsentierte im Mai überraschend den Sozialmediziner Gerhard Trabert als Direktkandidaten auf, Trabert ist aber nicht Parteimitglied. Mehr zu den Mainzer Direktkandidaten lest Ihr bis zur Bundestagswahl auf Mainz&.

Den Bundestagswahlkreis 206 Worms holte 2017 mit deutlichem Vorsprung der CDU-Kandidat Jan Metzler, er setzte sich mit 41,1 Prozent gegen den SPD-Mann Marcus Held durch, der auf 26,7 Prozent kam. Held steht inzwischen in Mainz wegen Vorwürfen der Bestechlichkeit und Untreue im Amt vor Gericht, sein Bundestagsmandat gab er trotzdem nicht zurück.

Info& auf Mainz&: Mehr zur Bundestagswahl 2017 in Mainz und dem Abschneiden der Parteien könnt Ihr hier bei Mainz& nachlesen. Alle organisatorischen Informationen zur Bundestagswahl am 26. September in Mainz findet Ihr hier bei der Stadt Mainz im Internet, so etwa auch die genaue Anschrift sowie die Öffnungszeiten des Briefwahlbüros. Wer bis zum 5. September 2021 noch keine Wahlbenachrichtigung für die Bundestagswahl erhalten haben, wird gebeten, sich unter der Telefonnummer 06131 –  12-1500 zu melden, um dort den jeweiligen Stimmbezirk und die Wählerverzeichnis-Nummer zur Bundestagswahl zu erfragen. Die Betroffenen können dann am Wahltag in ihrem Wahllokal unter der Angabe der Wählerverzeichnis-Nummer und Vorlage des amtlichen Ausweises wählen gehen.

 

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