Nach der Nordwestlandebahn soll nun auch die Startbahn West wieder in Betrieb gehen: Ab dem 15. Oktober wolle man die gen Süden ausgerichtete Bahn wieder in Betrieb nehmen, teilte der Frankfurter Flughafen-Betreiber Fraport am Mittwoch mit. Die Bahn war wegen der Coronakrise und dem fast vollständigen Einbruch der Flugbewegungen stillgelegt worden, die Wiederinbetriebnahme erfolgt nun, obwohl sich der Flugverkehr nur langsam erholt: Noch im August meldete Fraport lediglich gut 1,5 Millionen Passagiere am Frankfurter Flughafen, das waren 78,2 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Die Landebahnen am Frankfurter Flughafen waren in der Coronakrise zu Parkplätzen geworden, hier die Nordwestlandebahn. - Foto: Fraport
Die Landebahnen am Frankfurter Flughafen waren in der Coronakrise zu Parkplätzen geworden, hier die Nordwestlandebahn. – Foto: Fraport

Durch den weltweiten Stopp des Reiseverkehrs in der Coronakrise im März waren die Flugzahlen in Frankfurt zeitweise um mehr als 90 Prozent eingebrochen, die Fraport hatte deshalb auch die Nordwestlandebahn im April zum Parkplatz für stillgelegte Flugzeuge gemacht. Im Mai wurde dann auch die Startbahn West vorerst aus dem Betrieb genommen. Die Nordwestlandebahn war bereits am 8. Juli wieder eröffnet worden, nun soll auch die Startbahn West folgen: Ab dem 15. Oktober 2020 werde man die Startbahn 18 „West“ am Frankfurter Flughafen wieder in Betrieb nehmen, teilte Fraport am Mittwoch mit.

Grund für die Wiederinbetriebnahme der Startbahn West sei der Beginn der Winterperiode am Flughafen, teilte Fraport weiter mit: In der kalten Jahreszeit müsse damit gerechnet werden, dass Flugzeuge enteist werden müssten, die größten und wichtigsten Flächen für die Flugzeug-Nachenteisung befänden sich aber im Bereich der Startbahn West und könnten nur bei geöffneter Piste genutzt werden. „Für den Winter muss außerdem bei Schneefall und Räumungsarbeiten mit kurzzeitigen Einschränkungen der Nutzbarkeit einzelner Start- und Landebahnen gerechnet werden“, argumentiert der Flughafenbetreiber weiter. Um Engpässe zu vermeiden, sei dann die Verfügbarkeit aller Pisten von großer Bedeutung.

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Ende der Schonzeit auf der Startbahn West: Die Bahn soll Mitte Oktober wieder in Betrieb gehen. - Foto: Fraport
Ende der Schonzeit auf der Startbahn West: Die Bahn soll Mitte Oktober wieder in Betrieb gehen. – Foto: Fraport

Dabei steigt die Nachfrage nach Flugreisen weiter nur in sehr begrenztem Maße: Im August meldete die Fraport gut 1,5 Millionen Passagiere, das waren 78,2 Prozent weniger als im August 2019. Allerdings bescherten Urlaubsreisende den Airlines wieder etwas mehr Zuwachs: Der Einbruch bei den Flugreisen habe damit seit Beginn der Coronakrise im März erstmals weniger als 80 Prozent betragen. Im Juli betrug der Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat den Angaben zufolge nämlich noch 80,9 Prozent. Im August starteten und landeten in Frankfurt hingegen bereits wieder 17.695 Flugzeuge, das waren 61,9 Prozent weniger als vor einem Jahr. Grund für die bessere Quote sind die Frachtflüge, sie verzeichneten im August „nur“ noch einen Einbruch um 60,5 Prozent.

Sorgen machten dem Flughafenbetreiber derweil die neue Quarantäneregeln: Ab dem 1. Oktober müssen Reisende aus Risikogebieten nach ihrer Rückkehr pauschal mindestens fünf Tage in Quarantäne, kostenlose Rückkehrertests gibt es seit dem 15. September nicht mehr – das mache sich bereits bei den Buchungen für Flugreisen bemerkbar, klagt die Fraport: Im September zeichne sich derzeit wieder ein Rückgang der Flugzahlen auf mehr als 80 Prozent ab. Allerdings könnte das auch schlicht mit dem Ende der Ferienzeit zusammenhängen: Seit einer Woche sind alle Bundesländer aus den Sommerferien zurück, die Herbstferien stehen hingegen alle erst im Oktober an.

Info& auf Mainz&: Mehr zur Testpflicht und zu Quarantäneregeln für Reiserückkehrern lest Ihr hier bei Mainz&.

 

5 KOMMENTARE

  1. Wo werden denn die Heavies enteist, die nur von den beiden ultralangen Parallelbahnen starten können? Für den massiv reduzierten Bedarf sollten die Enteisungseinrichtungen an den Parallelbahnen ausreichen.
    Oder will FRA ganz einfach nur Geschäftigkeit demonstrieren?

  2. Können schon, wird aber vermieden, weil die Heavies nur sehr träge abheben und mit dem Kurvenradius zur Südumfliegung Probleme haben. Auch steht der Wind oft ungünstig. Bei Nordwind geht gar nichts und selbst NW-Wind erfordert eine höhere Abhebegeschwindigkeit, also eine längere Rollstrecke. Eigentlich könnte ein A 380 sogar auf der kurzen NW-Bahn landen mit Vollbremsung bis zum letzten Meter. Wir sind hier aber nicht in Nepal. Nicht alles was geht, wird auch gemacht.
    FRA wächst sich zu Tode. Der Hauptkunde LH speckt auch langfristig massiv ab, aber FRA speckt wie besessen auf. Der überbordende Luftverkehr hat den Zenit überschritten. Wie groß die Panik ist, zeigt die Suche nach einem regenerativ erzeugten klimaverträglicheren Ersatztreibstoff unter Verwendung von atmosphärischem CO2 zur Karbonierung von H2 zum Zwischenprodukt CH4. Und das in Konkurrenz zur elektromobilen Zukunft und der angedachten Wasserstofftechnologie.für Großverbraucher wie Zementöfen und Hüttenwerke.

  3. Noch ein Aspekt:
    Heavies sind im Vergleich mit zweimotorigen Maschinen, die mit nur einem einzigen Triebwerk flugfähig bleiben müssen, schwach motorisiert und brauchen deshalb einen langen Anlauf, vorzugsweise gegen den Wind. Südwind ist selten, also auf der Startbahn West eher Rücken- oder Seitenwind. Warum dann diese Bahn nutzen, wenn es auf den Parallelbahnen mit vorherrschendem Westwind viel bessere Startbedingungen gibt. Genau deshalb konzentrieren sich die Heavies auf die Parallelbahnen in W-O-Richtung. Die Starbahn West ist und war schon immer eine Fehlplanung, wie das gesamte Bahnen- und Routengewürge..

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