Jedes Jahr am ersten Juli-Wochenende öffnen die rheinhessischen Winzer die Türen zu ihren Weingütern und Höfen, und laden zum Weingut-Hopping durch eine andere Region in Rheinhessen. „Maxime Open“ heißt das Event, das 2022 Premiere hatte, es wurde ein super Erfolg. In diesem Jahr führt die Genusstour durch den Wonnegau, den süd-östlichen Zipfel Rheinhessens: An 12 Stationen in Osthofen, Westhofen, Bechtheim und Mettenheim erwarten die Gäste 65 Weinmacher mit ihren exzellenten Tropfen, Pendelbusse verbinden die Stationen.

Mit Pendelbussen geht es bei der "Maxime Open" zum Weingut-Hopping, dieses Mal im Wonnegau. - Foto: gik
Mit Pendelbussen geht es bei der „Maxime Open“ zum Weingut-Hopping, dieses Mal im Wonnegau. – Foto: gik

„Die Premiere vergangenes Jahr wurde super angenommen“, schwärmt Nicole Mieding, Geschäftsführerin der Winzervereinigung „Maxime Herkunft Rheinhessen“ im Gespräch mit Mainz&: „Das Schöne ist, dass die Maxime Open so vieles bietet: Man an trifft die Winzer zuhause, ganz niedrigschwellig, denn sie öffnen alle ihre Höfe und Keller, und so lernt man die Familien kennen und kann den Wein dort probieren, wo er entsteht, sehen, wo er im Keller reift, den Weinmacher treffen, der sie kreiert.“

„Herkunft verbindet“, lautet das Motto der Winzervereinigung „Maxime Herkunft Rheinhessen“, die sich 2017 mit rund 70 rheinhessischen Weinbaubetrieben gründete. Die  Idee dahinter: Die Qualität rheinhessischer Weine weiter fördern und gegenüber dem Konsumenten sichtbarer machen. Der Verein orientiert sich dabei bewusst an der Qualitätspyramide des Verbands des Spitzenweingüter VDP, bietet aber auch eine Heimat all jenen, die eben nicht Mitglied im VDP werden wollen – und trotzdem hochqualitative Weine regionaler Herkunft produzieren.

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Den Wein dort erleben, wo er gemacht wird: In den Weingütern

Den Wein dort erleben, wo er gemacht wird, die Weinberge sehen, die Luft schmecken, den Keller besichtigen – genau das ist die Idee hinter der „Maxime Open“. Zwei Tage lang haben die Besucher dabei Zeit, sich durch diverse Stationen zu „arbeiten“: In diesem Jahr öffnen 12 Weingüter ihre Tore, und haben dabei jeweils weitere rheinhessische Winzer zu Gast. So findet man etwa im Hirschhof in Westhofen auch die Weingüter Wittmann und Krebs-Grode, Lisa Bunn aus Nierstein und den Seehof aus Westhofen.

Von Weingut zu Weingut ziehen, Winzer treffen, Weine verkosten - das geht beim Weingut-Hopping der Maxime Open. - Foto: Rheinhessenwein
Von Weingut zu Weingut ziehen, Winzer treffen, Weine verkosten – das geht beim Weingut-Hopping der Maxime Open. – Foto: Rheinhessenwein

In der Steinmühle in Osthofen wiederum warten auf die Gäste außerdem die Weingüter Knewitz aus Appenheim und Thörle aus Saulheim, auch das Niersteiner Weingut Raddeck kredenzt hier seine Weine für die Gäste. Die kommen mit Pendelbussen bis vor die Haustür gefahren, die Busse verbinden alle 12 Stationen in den vier Orten, und das sei in diesem Jahr bewusst konzentrierter und näher beieinander gewählt worden, berichtet Mieding: „Letztes Jahr hatten wir eine eher lange Route, dieses Mal alles kompakter – so kommt man schneller hin und her, sitzt nicht mehr so lange im Bus, und kann auch mal eine kleine Strecke durch die Weinberge zu Fuß gehen.“

Das Prinzip der Weingüter-Rundtour bleibt das gleiche: Pendelbusse bringen die Gäste im Kreisverkehr zu den verschiedenen Stationen, mit dem Festivalarmband kann man einfach nach belieben ein- und wieder aussteigen. „Ein Punkt soll auch ganz bewusst sein, die Landschaft zu erleben“, sagt Mieding – auch das gehöre ja dazu, den Wein zu begreifen und die Unterschiede zu erschmecken. „Terroir“ ist dabei das Zauberwort: das Zusammenspiel von Boden, Klima und dem Händchen des Winzers oder der Winzerin sind es, die den Unterschied im Glas ausmachen.

Vom Bio-Pionier zum jungen „Wilden“ und Weinen von Weltruf

Die „Maxime Open“ macht diese Unterschiede erlebbar: „Man bekommt quasi den Weinmacher-Charakter zum Wein und lernt etwas über die Herkunft“, sagte die Organisatorin. Dazu können die Gäste auch höchst unterschiedliche Architekturstile erleben: Rheinhessische Vinotheken gehören inzwischen vielfach zu preisgekrönten Gebäuden, die Palette reicht von Jahrhunderte alten Weinhöfen bis hin zu moderner Bauhaus-Architektur oder der Boutique Vinery in der Innenstadt.

Die Stationen der Maxime Open im Jahr 2023: Rundreise durch den Wonnegau. - Grafik: Maxime Herkunft Rheinhessen
Die Stationen der Maxime Open im Jahr 2023: Rundreise durch den Wonnegau. – Grafik: Maxime Herkunft Rheinhessen

In diesem Jahr geht es dafür durch den Wonnegau, schon der Name klingt nach Genuss und freudigem Erleben. Tatsächlich bezeichnet der Name eine Verbandsgemeinde, die zwischen Alzey und Worms liegt, und elf Ortsgemeinden umfasst. Hier schlägt das historische Herz des Weinanbaus von Deutschland. Schon die Römer bauten hier Wein an, manche Gemeinde kann bis heute ihre Weinbaugeschichte bis weit ins Mittelalter zurück verfolgen. Selbst der Name Wonnegau stammt aus der Römerzeit: Er entwickelte sich aus dem Name eines hier im ersten Jahrhundert nach Christus ansässigen Stammes: den Vangionen.

Heute entstehen im Wonnegau ausgezeichnete, moderne Weine von Weltruf, die Palette reicht von so renommierten Weingütern wie Spiess über den Bio-Pionier Sander bis hin zu modernen „Wilden“ wie dem Weingut Weinreich, eines der Vordenker des Orange-Wein-Trends. „Wir wollen, dass die Besucher unsere Heimat mit allen Sinnen erleben und sehen, wie wir leben und wo wir arbeiten“, sagt der Vorsitzende der Maxime, Johannes Geil-Bierschenk – auch er zählt mit seinem Weingut Oekonomierat Johann Geil Erben in Bechtheim zu den Gastgebern.

65 Weingüter, 350 Weine, zwei Tage Zeit

Insgesamt 65 Weinmacher präsentieren den Gästen an den beiden Tagen des ersten Juli-Wochenendes ihre Produkte – insgesamt stehen rund 350 Weine und Sekte parat. „Ich rate immer dazu, sich einen Plan zu machen“, sagt Mieding – selbst Profi-Verkoster schafften nicht die ganze Tour. So kann man sich einen Ort herauszupicken, oder einen Themen-Schwerpunkt in Sachen Wein. Oder man lässt sich einfach treiben, folgt der Nase und der eigenen Neugier. „Das Festival entwickelt auch schon mal eine Eigendynamik“, verrät Mieding: „Plötzlich quatscht man mit wildfremden Leuten über die Weine, bleibt irgendwo hängen – es ist w8irklich eine ganz besondere Atmosphäre.“

Den Wein dort erleben, wo er gemacht wird: Genusstour durch Rheinhessen. - Foto: gik
Den Wein dort erleben, wo er gemacht wird: Genusstour durch Rheinhessen. – Foto: gik

Tickets gibt es bereits im Vorverkauf, der Tagespass für einen Tag kostet 30,- Euro, ein Wochenendpass für Samstag und Sonntag zusammen 55,- Euro. Der Beginn der Rundreise ist an jeder Station möglich, wer mit Bus und Bahn anreist, kann an den Bahnhöfen Osthofen und Mettenheim auf die Maxime Open Route zusteigen. Autofahrer können ihren PKW für die Dauer der Veranstaltung kostenfrei in Osthofen (P+R am Bahnhof, Festplatz an der Sporthalle, ca. 15 min. Fußweg), Westhofen (Parkplatz am Nickelgarten) oder Mettenheim (Weingut Sander) abstellen.

Auch einige Camping-Stellplätze stehen in einigen Orten zur Verfügung, auch gibt es einige Übernachtungsbetten an ausgewählten Orten. Und natürlich wird am Samstagabend auch ausgiebig gefeiert: Das Weingut Karl May lädt am 1. Juli zur Chill-Out-Party, die Karten dafür sind allerdings leider bereits ausverkauft. Neu ist in diesem Jahr zudem ein Festivalglas, das für 5,- Euro zu haben ist.

Info& auf Mainz&: Das Weingut-Hopping „Maxime Open“ findet in diesem Jahr am 1. und 2. Juli 2023 statt, und zwar jeweils zwischen 11.00 Uhr und 18.00 Uhr. Alle Infos sowie einen Link zur Ticket-Buchung findet Ihr hier im Internet. Dort könnt Ihr Euch auch den Veranstaltungs-Flyer herunterladen.