Das Weinforum Rheinhessen ist vielen noch in guter Erinnerung, nun gibt es endlich einen Nachfolger, und der kommt runderneuert, modern und zeitgemäß daher. Vom 23. bis 24. Oktober 2026 hat in Mainz das neue Weinfestival Wine2gether Premiere. Neu ist dabei praktisch alles: An drei Orten in Mainz kann man vor allem an dem Samstag Weine probieren, über Wein reden und mit Wein feiern – im Mittelpunkt stehen natürlich die rheinhessischen Winzer und ihre hervorragenden Weine.

Drei Locations, drei Perspektiven – das ist das Prinzip des neuen Weinfestivals am letzten Oktoberwochenende in Mainz. „Rheinhessen und Wein, das gehört seit Jahrhunderten zusammen, gleichzeitig ändert sich aber, wie Menschen Wein kennen lernen“, sagt Denise Erkenbrech vom Veranstalter Rheinhessenwein: „Wein2gether richtet sich an Menschen, die Weine entdecken möchten.“
„Wir wollen nicht nur Wein probieren, wir glauben, dass ein Weinfestival Rheinhessen sehr gut zu Gesicht steht“, sagt Stefan Braunewell, Vorsitzender von Rheinhessenwein – das Zauberwort laute „Miteinander – nicht nur probieren, sondern mitmachen.“ Wine2gether wende sich deshalb ausdrücklich „nicht nur an die Weinfreaks“, betont Braunewell, es gehe darum „Wein zu öffnen für Menschen, die sonst nicht so viel mit Wein zu tun haben.“ Und wo könne eine große Leistungsschau des rheinhessischen Weins besser stattfinden, als in der Weinhauptstadt Mainz, der „Great Wine Capital“?
Neustart nach 30 Jahren Weinforum Rheinhessen: Wine2gether
Die große Leistungsschau der rheinhessischen Winzer – das war einmal das „Weinforum Rheinhessen“, das immer am letzten Oktoberwochenende in Mainz stattfand, traditionell im Museum für Antike Schifffahrt. Zwischen den riesigen nachbauten der antiken Römerschiffe, konnten sich die Besucher an langen Tischen quer durch die Qualitäten der rheinhessischen Weine probieren, vom einfachen Literwein über gehobene Qualitätsweine bis hin zu edelsüßen Spezialitäten und spannenden Sekten.

Mehr als 30 Jahre lang war das ein Fixpunkt im Kalender aller Weinfans, dann schloss das Römerschiffmuseum, das „Weinforum“ zog um in die Rheingoldhalle und danach in die Alte Lokhalle – das zog schon weniger Besucher an. Dann kam die Corona-Pandemie und eine vier Jahren währende Pause. 2023 versuchte man einen Neustart mit neuer Konzeption: Mehr Winzer vor Ort, mehr neue Rebsorten – doch so richtig zündete es nicht mehr.
Nun also der runderneuerte Neustart: Aus dem „Weinforum“ wird „Wine2gether“, und damit ein völlig neues und deutlich moderneres Konzept, das sich sowohl an Weinfreaks, aber auch an den Otto-Normal-Weintrinker sowie verstärkt jüngere Leute richtet. „Wir gehen einen bewusst anderen Weg“, betont denn auch Braunewell – im Team ist unter anderem der rheinhessische Weinkönig des Jahres 2024-2025, Levin McKenzie, dabei.
Zwei Tage, drei Orte: Wine2dance, Wine2explore und Wine2talk
Das Prinzip: An zwei Tagen und an drei Orten werden Weine aus Rheinhessen an coolen Locations in der Stadt präsentiert. Los geht es am Freitagabend ab 18.00 Uhr in KUZ, unter dem Motto „Wine2dance“ werden hier gute Weine zu fetten Beats präsentiert. „Bei wine2dance tauscht man den Alltag gegen Beats, Gläser gegen Lieblingsweine und die Couch gegen Festivalfeeling“, heißt es im Programm: „Im Vordergrund stehen Musik, Menschen und die gemeinsame Zeit.“

„Ein Start im KUZ ist immer ein guter Eisbrecher“, befand denn auch der Mainzer Oberbürgermeister Nino Haase (parteilos) bei der Vorstellung des Programms Ende September: Eine authentische Weinparty, die „einen neuen Zugang zum Thema Weinkultur eröffnet.“ Es habe in den vergangenen zwei Jahrzehnten viele neue Ansätze beim Wein-Marketing gegeben, „man hat verstanden: Weingenuss ist eben nicht nur, dass der Kunde die Flasche kauft, sondern auch das Erlebnis drum herum: Wo kommt der Wien her, was kann ich in der Region erleben?“ Das sei ein entscheidender Schritt.
„Wenn wir das schaffen, Weingenuss und Weinqualität zusammen mit der Weinkultur und der Beschäftigung mit dem Wein zusammen zu bringen, dann bin ich sehr, sehr optimistisch, dass wir das Thema Wein, aber auch Genuss in der Region den Menschen nahe bringen können“, sagte Haase – vor allem bei der Innovationskraft der Winzer. Da sei er in der Tat in Rheinhessen genau richtig, betonte Braunewell: „Wir sind in Rheinhessen die Zukunftsweinregion in Deutschland. Jeden Tag steht jemand auf und versucht, einen neuen dynamische; Weg aus der Krise zu finden, das wollen wir mit dem Weinfestival unterstützen.“
Wine2explore: Entdeckungsreise mit Tastings und Farbproben
Und so dreht sich am Samstag denn auch alles um die große Entdeckungsreise in die wunderbare vielfältige Welt der Weine: „Bei Wine2explore geht es um interaktive Tastings und Formate, bei denen man nicht einfach nur zuhört. Man probiert, vergleicht und erlebt Wein auf unterschiedliche Weise“, so die Rheinhessenwein. Und dafür stehen gleich drei Locations zur Verfügung: Im „Esszimmer“, dem Restaurants des Mainzer Landtags werden die Weine der Maxime Rheinhessen und aus VDP-Betrieben Rheinhessens ausgeschenkt.

„Wir haben 18 Weingüter da und drei VDP-Betriebe“, verriet Maxime-Geschäftsführerin Anna-Maria Gödrich im Vorfeld. Herkunft und charakteristische Weinstile stehen hier im Mittelpunkt, hier findet man Topwinzer und Topweine, und kann mit beiden intensiv plaudern – und der Frage nachgehen, wie unterschiedlich Rheinhessen schmecken kann. „Das Esszimmer gibt den Weingütern, ihren Herkünften und der Vielfalt rheinhessischer Weine eine Bühne“, sagt Gödrich.
Dazu gibt es aus dem Bereich „Wine2talk“ zwei Masterclasses: Um 13.00 Uhr geht es um „Lage und Herkunft“, und Ihr könnt erleben, was vier Weingüter aus einer einzigen Rebsorte an Unterschieden machen. Um 17.00 Uhr folgt dann eine Masterclass zur „VDP Weinpyramide“, die inzwischen zur führenden Qualitätspyramide der Weinwelt in Deutschland geworden ist. Und schließlich könnt Ihr bei „Wein. Farbe. Gefühl. Eine kreative Weinprobe zwischen Genuss und Selbsterfahrung“ erleben – mit der Mainzer Künstlerin Bianca Wagner.
KUZ: Zukunftsthemen, Ökoweine und Winzerinnen ungeschminkt
Im KUZ wiederum treffen am Samstag Wein, Zukunftsthemen und neue Ideen aufeinander: Hier findet Ihr Winzerinnen der Vereinigung Vinissima Frauen & Wein ebenso wie „Zukunftsweine“ – ein von der Mainzer Winzerin Eva Vollmer gegründeter Verein, der sich ganz den neuen Pilzwiderstandsfähigen Rebsorten, genannt PIWIS widmet. Vollmer nennt diese neuen Rebsorten aber lieber „Zukunftsweine“ und sagt: Diesen Rebsorten gehört die Zukunft, wegen des Klimawandels, aber auch wegen ihrer neuen Anbaumöglichkeiten.

Passend dazu findet Ihr hier im KUZ auch die Vereinigung ECOVIN mit ihren Weinen aus ökologischem Anbau, dazu Winzer vom Weinsalon Rheinhessen, dem beliebten Weintreff am Weinufer während der Sommermonate. „Wir wollen mit den Besuchern ins Gespräch kommen, das Thema Wein niedrigschwellig angehen“, sagt Astrid Schales vom Frauen-Netzwerk Vinissima zum Konzept im KUZ.
In einer Weinlounge könne man „über Wein schwätzen“, dazu wolle man Kernthemen wie „Low Alcohol“ und „Jahrgangsschätze“ vertiefen. Bei Letzterem kommen Weine aus verschiedenen Epochen und Einzellagen auf den Tisch – ein ganz besonderes Erlebnis: Hier kann man Weine kosten, die man nicht im Regal hat. Im „Waschhaus“ des KUZ kann man bei Weintalks „Winzerinnen ungeschminkt“ erleben (13.00 und 15.00 Uhr), im Obergeschoss zudem Farbweinproben erleben – macht das unbedingt! Es ist faszinierend zu erleben, wie sich der Weingeschmack mit dem Umgebungslicht verändert.
Landwirtschaftskammer im ROXY: Wie funktioniert eine Weinprüfung?
Immer geht es an dem gesamten Festival nämlich genau darum: Den eigenen Wahrnehmungen folgen, neue Sinneserlebnisse zu machen, Wein einmal aus einer neuen Perspektive erleben – und einen eigenen Zugang zu der wunderbaren Welt der Weine zu finden. Wer tief in die Frage der Qualitätsweine eintauchen will, ist dabei im Club ROXY am Südbahnhof richtig: Hier nämlich gibt die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz tiefe Einblicke in die Welt der Weinprämierungen.

Wie werden Weine eigentlich geprüft und bewertet? Wie kommen goldene, silberne und bronzene Kammerpreismünzen zustande? All das kann man hier erfahren. „Wer Wein bewusst verkostet, entdeckt oft mehr, als er zunächst erwartet“, sagt Benjamin Petry, Weinbaureferent bei der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz: „Im Club ROXY laden wir die Gäste dazu ein, ihren eigenen Sinnen zu vertrauen und selbst nachzuvollziehen, wie eine Qualitätsweinprüfung abläuft. Dafür braucht es weder Vorkenntnisse noch Fachbegriffe – entscheidend sind Neugier und der eigene Geschmack.“
Angeboten wird unter anderem eine Themenweinprobe mit den Siegerweinen der Qualitätsweinprüfung, darunter rheinhessische Klassiker und Rosé-Sekte.
Am Samstagabend wird das ROXY dann mit Wein, Musik und Beats zum Abschlussort des Festivals. „Ich glaube“, sagte Braunewell noch, „es gibt keinen besseren Ort, an dem man am 24. Oktober sein kann, als mitten im Wein in Mainz.“
Info& auf Mainz&: Das Weinfestival Wine2gether findet am 23. und 24. Oktober 2026 statt – alle Infos dazu findet Ihr auch noch einmal hier im Internet. Los geht’s am Freitag um 18,00 Uhr im KUZ, am Samstag steigt das Festival ab 11.00 Uhr im KUZ, im Esszimmer sowie im Roxy. Karten kosten 49,- Euro im Vorverkauf und 54,- Euro an der Tageskasse, Studierende und Auszubildende zahlen 29,- Euro. Darin enthalten ist das gesamte Festival – nur bei den Weinparties wine2dance müsst Ihr die Getränke (und das Essen) selbst bezahlen.
Wichtig: Die An- und Abreise mit Bus und Bahn empfiehlt sich dringend – und ist im Ticket am Freitagabend und während des gesamten Samstags inklusive. Aber: Ihr müsst dafür das Ticket vorab über einen persönlichen Ticket-Code auf der Seite der Mainzer Verkehrsgesellschaft aktivieren – den Code bekommt Ihr mit dem Festivalticket. Dann schickt Euch die MVG wiederum ein ÖPNV-Ticket zu.









