In Mainz und Wiesbaden haben technische Störungen am Donnerstag und Freitag Probleme bei den Internetangeboten der beiden Landeshauptstädte verursacht. In Wiesbaden verursachte ein größerer Hackerangriff Störungen bei Onlineservices und der Erreichbarkeit von Internetseiten, in Mainz gab es am Freitag ebenfalls Störungen im Onlineangebot: Die Nutzer wurden mit einem „Sie sind offline“ begrüßt – offline war aber der Internetzugang der Stadt selbst.

In Wiesbaden waren die Auswirkungen durchaus erheblich: „Am Donnerstag, 16. Juli 2026, waren Onlineservices und Internetseiten der Stadt Wiesbaden teilweise nicht oder nur mit Störungen erreichbar“, teilte die Stadt Wiesbaden am Freitag mit – dazu habe auch die städtische Homepage wiesbaden.de gehört. Ursache dafür sei wohl ein Hackerangriff gewesen, räumte die Stadt ein, und sprach von einem „Distributed Denial-of-Service-Angriff.“
Bei solchen DDoS-Angriffen wird ein Server gezielt mit so vielen Anfragen bombardiert, dass er die Menge der Anfragen nicht mehr bewältigen kann und den Dienst verweigert – oder im schlimmsten Fall sogar zusammenbricht. Bei einer „verteilten DDoS-Attacke“ (DDoS) wird eine Vielzahl von unterschiedlichen Systemen in einem großflächig koordinierten Angriff zum Einsatz koordiniert, solche Angriffe sind noch einmal wirksamer Dazu erhalte die Stadt außerdem „aktuell vermehrt Spam-Mails und Bot-Anrufe, die mutmaßlich mit dem Angriff zusammenhängen“, so die Stadt weiter.
Online-Probleme bei Stadt Mainz, DDoS-Attacke in Wiesbaden
Die Stadt habe Gegenmaßnahmen ergriffen, wer die Angreifer sind, dazu sagte die Stadt nichts. Aktuell liefen die Systeme wieder, allerdings seien erneute Störungen nicht auszuschließen, so die Infos weiter. Um Auswirkungen möglichst gering zu halten, werde die Lage fortlaufend analysiert, alle betroffenen Systeme würden in Zusammenarbeit mit den verantwortlichen Dienstleistern kontinuierlich überwacht. „Die Stadt tauscht sich außerdem mit Sicherheitsbehörden über die Angriffe und mögliche Gegenmaßnahmen aus“, hieß es weiter.

Interessant dabei: Auch die Stadt Mainz hatte am Freitag Probleme mit ihrem Internetauftritt, Nutzer wurden immer wieder am Zugriff auf städtische Seiten gehindert. Es habe „im Verlauf des frühen Arbeitstages Störungen bei der Erreichbarkeit von Webseiten und Diensten der Stadtverwaltung Mainz aus dem Internet“ gegeben, teilte die städtische Pressestelle auf Mainz&-Anfrage mit.
Ursache der Probleme sei eine Störung bei dem DNS-Provider der Stadt Mainz, der Firma United Domains, teilte ein Pressesprecher weiter mit: „Die Störung ist dort bekannt und die Fehleranalyse- und Fehlerbehebung läuft.“ Allerdings gab es die Probleme mit der Erreichbarkeit auch noch am späten Nachmittag, wie ein Mainz&-Leser berichtete. Ob es einen Zusammenhang mit den Attacken in Wiesbaden gibt, ist unklar, in Mainz hieß es, einen Hackerangriff habe man nicht festgestellt.
BKA warnt: Überlastungs-Hackerangriffe nehmen zu, auch durch KI
Das Bundeskriminalamt warnt schon länger vor Cyberangriffen in Deutschland, auch aus dem Ausland. Bei der Vorstellung des Bundeslagebild Cybercrime 2025 im Mai hieß es, Deutschland zähle als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt zu den wichtigsten Angriffszielen im Cyberraum. 2025 seien rund 335.000 Fälle von Cybercrime im engeren Sinne registriert worden, allein die Zahl der Überlastungsangriffe – eben jene DDoS-Angriffe – stieg 2025 um 25 Prozent auf 36.706 Fälle.
Und die Sicherheitsexperten warnen, besonders schwere Cyberdelikte sowie Angriffe auf Unternehmen, Behörden und kritische Infrastrukturen nähmen zu. Das BKA schätzt das Schadensvolumen für die deutsche Wirtschaft auf 202,4 Milliarden Euro – das sind 4,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Im April hatte BKA-Chef Holger Münch zudem vor einer wachsenden Bedrohung durch Cyberangriffe aus dem Ausland gewarnt – möglich machten es gerade moderne Software und Künstliche Intelligenz.
Info& auf Mainz&: Mehr zum Lagebild Cyberkriminalität könnt Ihr hier beim Bundeskriminalamt nachlesen.






