In der Stadt Mainz gibt es derzeit Engpässe bei der Abfallentsorgung, das hat nun vor allem Auswirkungen auf die Altkleidercontainer: Seit vergangener Woche mehren sich die Bilder von überfüllten Altkleidercontainern im Stadtgebiet. Die Stadt Mainz teilte nun mit, es gebe Personalausfälle bei der Kommunalen Abfallwirtschaftsgesellschaft (KAW) von Stadt und Landkreis. Die Bitte: Altkleider nicht ausgerechnet jetzt entsorgen.

Die Altkleidersammlung in Mainz wird durch die Kommunale Abfallwirtschaft der Stadt Mainz und des Kreises Mainz-Bingen (KAW) organisiert, und zwar in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK). Das DRK stellt im Stadtgebiet rund 100 Sammelcontainer zur Verfügung, und erhält dafür „eine feste Miete, die in die eigenen gemeinnützigen Projekte einfließt“, wie es auf der Homepage heißt.
Die Abfuhr aber erfolgt durch die KAW, und genau hier stockt es gerade: Aktuell komme es zu überfüllten Altkleidercontainern, teilte die Stadt Mainz nun mit. Neben den Containern stapelten sich zahlreiche Säcke mit nicht abgeholter Kleidung – das liege an aktuellen Personalausfällen bei der KAW. Grund sei, dass sich die aktuelle Urlaubszeit mit „einem massiven Krankenstand“ überschnitten, das betreffe vor allem den Fahrerbereich.
Personalausfälle bei Fahrern der KAW: Urlaub und Krankheit
„Höhere Priorität haben daher zunächst einmal die regulären Abfallsammeltouren zur Müllentsorgung am Haus“, betont man bei der Stadt. Die KAW bitte daher, Säcke mit Altkleidern nicht vor den übervollen Containern abzulagern, und die Entsorgung von Alttextilien zunächst auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben, wenn die Leerungstouren wieder regulär laufen.
Im Übrigen können stark zerschlissene und verschmutzte Kleidungsstücke weiter im Restabfall entsorgt werden – hier war es im Herbst 2025 zu Verwirrung gekommen, weil es zunächst geheißen hatte, das sei nicht mehr erlaubt. Was nun gilt, und was nicht, könnt Ihr hier bei Mainz& nachlesen. Die Entsorgung der Altkleidung wirft übrigens weiter Fragen auf, denn die Mainzer Altkleider gehen zu FWS nach Bremen, einer Altkleideraufbereitungs- und Handels GmbH, wie es auf der Homepage heißt.
Altkleider werden weiter nach Afrika exportiert – auch aus Mainz
Das Problem dabei: Während besonders gut erhaltene Kleidungsstücke und Schuhe an Second-Hand-Geschäfte auch in Deutschland weiter gegeben werde, wird ein erheblicher Teil der Altkleider nach Osteuropa und auch nach Afrika exportiert – dort aber zerstört die Billigkleidung aus Germany die heimische Textilindustrie. Noch im Sommer 2024 klagte die Organisation „Gemeinsam für Afrika“, dass die Kleiderspenden „afrikanische Märkte überschwemmen und die lokalen Textilindustrien unter Druck setzen“ – Deutschland ist einer der weltgrößten Exporteure von Altkleidern, wie man hier bei der Tagesschau nachlesen kann.
Bei der Stadt Mainz, sie sonst großen Wert auf Nachhaltigkeit und fairen Handel legt – immerhin ist man seit 2013 als „Fair Trade Stadt“ zertifziert – heißt es derweil, ein Export von Altkleidern sei „praktisch unumgänglich, da die in Deutschland pro Jahr anfallenden 750.000 Tonnen Altkleider den Bedarf vor Ort bei weitem übersteigen.“ Nicht mehr tragbare Kleidungsstücke gehen übrigens in die stoffliche Verwertung und werden zu Putzlappen umgearbeitet oder maschinell in Stofffasern aufgesplittet – daraus werden dann unter anderem Dämmstoffe für Autokarosserien.
Info& auf Mainz&: Alle Infos rund um das Thema Altkleidersammlung in Mainz findet Ihr hier im Internet bei der KAW Mainz-Bingen. Und hier noch einmal unser Artikel vom September 2025 zum Thema:







