Seit einer Woche rollen nun die Straßenbahnen durch das neue Teilstück auf der Binger Straße in Mainz, am Samstag fand die offizielle Eröffnung statt. Bei Stadt Mainz und Mainzer Mobilität sprach man von einer "modernen Infrastruktur", einem "Gewinn für Mainz" - und dem Auftakt für den weiteren Straßenbahnausbau. Doch daran sowie der aktuellen Verkehrsplanung gibt es immer mehr Kritik: Schon durch die jahrelangen Baustellen rund um die Schillerstraße seien "Existenzen zerstört worden", kritisieren Wirtschaftsvertreter - und fordern ein Umdenken in Sachen Verkehrsplanung.

Am 10. August hat die Mainzer Mobilität nach gut zwei Jahren Bauzeit die neue Straßenbahnverbindung zwischen Hauptbahnhof West und Münsterplatz über die Binger Straße in Betrieb genommen. Die Fertigstellung der neuen Querspange hatte sich mehrfach verzögert, Baubeginn für das neue Straßenbahn-Teilstück war war im Juni 2024. Die neue Strecke solle einen "Bypass" zwischen Alicebrücke und Münsterplatz schaffen, und so den Mainzer Bahnhofsvorplatz entlasten.
Das Problem dabei Zwei Jahre lang war damit zugleich eine der wichtigsten Einfallstraßen in die Mainzer Innenstadt für Autos lahmgelegt: Die Binger Straße erhielt nur eine Fahrspur stadtauswärts, wer indes in die Innenstadt wollte, musste sich über Kaiserstraße und Gärtnergasse quälen - die Rückstaus reichten im Berufsverkehr sogar die Saarstraße hoch bis hinauf zur Johannes-Gutenberg-Universität. Und mit der Binger Straße waren auch die Zufahrten zu rund einem halben Dutzend Parkhäusern weitgehend lahm gelegt.
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