Schon der erste Eindruck ist umwerfend: Der große blau-weiße Ball schwebt quasi im Orbit, umgeben von blauem Licht – und unter ihm sitzen, liegen und entspannen die Menschen im Kirchenrund. Seit Mitte September beherbergt die Mainzer Christuskirche eine ganz besondere Installation: GAIA – das blaue Wunder. Niemand Geringeres als die Erde selbst ist zu Gast, und beschert den Mainzern ein wahrhaft magisches Erlebnis. Aber Achtung: Das ist nur noch diese Woche der Fall!

Die Weltkugel schwebt wie von Zauberhand im Kirchenschiff: GAIA in der Mainzer Christuskirche. - Foto: gik
Die Weltkugel schwebt wie von Zauberhand im Kirchenschiff: GAIA in der Mainzer Christuskirche. – Foto: gik

Sieben Meter misst der blaue Erdball im Durchmesser, und wer in diesen Tagen die Mainzer Christuskirche betritt, dem beschert der Erdplanet ein wahrhaft mystisches Erlebnis: Der nachgebaute Erdball hängt nämlich scheinbar schwerelos in der Christuskirche. Die eignet sich besonders dafür, besteht die evangelische Kuppelkirche doch praktisch aus einem einzigen großen und vor allem runden Raum – perfekte Voraussetzungen für eine ganz besondere Installation.

„GAIS – das blaue Wunder“ heißt die Installation des Künstlers Luke Jerram, benannt hat sie der Brite nach der alten griechischen Gottheit „Gaia“, die als Personifikation der Erde galt, und deren Verehrung in Begriffen wie „Mutter Erde“ weiter lebt. GAIA zeigt detaillierte NASA-Bilder von unserem Heimatplaneten, wie er aus dem All gesehen wird, und zwar 1,8 Millionen Mal kleiner als unsere Original-Erde.

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Overview-Effekt: Die Erde wie aus dem Weltraum gesehen

Der Effekt ist verblüffend und hinreißend: Erstmals kann man auch auf der Erde den Planeten so betrachten, wie er im All von Astronauten gesehen wird: Die dreidimensional schwebende Erde vermittelt den sogenannten „Overwiew-Effekt“, der erstmals 1987 von dem Autor Frank White beschrieben wurde. Es ist das Gefühl, das alle Astronauten als Ehrfurcht beschreiben, aber auch als ganz neues, tiefgreifendes Verstehen von der Einzigartigkeit und Verwundbarkeit unseres Heimatplaneten.

Der Erdball auf Augenhöhe: Auch von der Empore der Christuskirche eröffnen sich noch einmal ganz neue Perspektiven. - Foto: gik
Der Erdball auf Augenhöhe: Auch von der Empore der Christuskirche eröffnen sich noch einmal ganz neue Perspektiven. – Foto: gik

Tatsächlich ergreift den Besucher beim Betreten des Kirchenschiffs unmittelbar ein Gefühl des ungläubigen Staunens: Die Erde, so groß, so nah und gleichzeitig entrückt-schwebend – das ist ein einzigartiges Erlebnis. Vor den Augen fliegen majestätisch Kontinente vorbei, umhüllt von Wolkenbändern. Afrika ist so groß, Europa hingegen so ein verschwindend-kleiner Flecken oben im Norden – jeder Zentimeter der in Inneren ausgeleuchteten Kugel bildet 18 Kilometer der tatsächlichen Erdoberfläche ab.

„Steht man im Abstand von genau 211 Metern zu Gaia, so vermag man die Erde wahrzunehmen, wie sie sich aus der Perspektive des Mondes offenbart“, heißt es in der Beschreibung zur Ausstellung. 211 Meter sind in der Christuskirche schwer umzusetzen, aber auch so offenbart sich die wahre Magie für viele vor allem, je größer der Abstand zur schwebenden Kugel ist: Ein Gang auf die Empore bietet sich an.

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Staunen, Träumen: GAIA nur noch diese Woche in Mainz

Andere Besucher haben es sich unten im Kirchenraum gemütlich gemacht, entweder auf den dort stehen Stühlen, oder aber auf Sitzsäcken, die einen Blick von unten auf die Erdkugel gewähren. Während die einen meditieren, haben sich andere junge Frauen zum gemütlichen Abendplausch getroffen – Strickzeug inklusive. Untermalt wird das Ganze von sphärischen Klängen des Sound-Komponisten Dan Jones, die aber erfreulich dezent bleibt.

Magisch-mystisches Erlebnis: Die schwebende Weltkugel in der Christuskirche bei Nacht. - Foto: gik
Magisch-mystisches Erlebnis: Die schwebende Weltkugel in der Christuskirche bei Nacht. – Foto: gik

Wichtig zu wissen: Die magische Gaia ist allerdings nur noch diese Woche in der Christuskirche zu sehen – am 04. Oktober 2026 ist der letzte Tag. Mehr als 8.000 Menschen haben die GAIA in den vergangenen zwei Wochen bereits besucht, „zwei intensive und bewegende Wochen liegen hinter uns“, berichtet Miriam Heil, Referentin für Bildung und Gesellschaftliche Verantwortung im Evangelischen Dekanat Mainz: „In der letzten Ausstellungswoche möchten wir noch einmal zahlreiche Gelegenheiten schaffen, miteinander ins Gespräch zu kommen, zu staunen und neue Perspektiven auf unseren Planeten zu entdecken.“

In der letzten Woche lädt denn auch noch einmal ein vielfältiges Begleitprogramm dazu ein, sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit der Erde, ihrer Schönheit und ihrer Verletzlichkeit auseinanderzusetzen. So gibt es etwa am Mittwochabend noch einmal ein Chorkonzert unter dem blauen Planeten und am Donerstag einen Poetry Slam. Am Samstag lädt die Christuskirche zum großen Finale mit dem großen GAIA Familientag samt Info-Meile, Angebote für Kids und eine Kinder-Disco am Nachmittag.

Am Samstagabend bleibt die Installation zudem bis 24.00 Uhr geöffnet, damit besteht dann eine ausgiebige Möglichkeit, GAIA nochmal in den Abendstunden und in besonderer Atmosphäre zu erleben. Den Abschluss der Ausstellung bildet am Sonntag vormittags die Familienkirche unter dem Titel „Staunen“, abends lädt die „Blaue Stunde“ mit Musik und Texten zum gemeinsamen Ausklang ein. Wir empfehlen bei Mainz& allerdings: Geht diese Woche mal abends hin, wenn kein Programm ist – dann ist die Magie besonders groß. Geöffnet ist jeden Abend bis 22.00 Uhr.

Info& auf Mainz&: Das ganze Programm zur GAIA-Ausstellung in der Mainzer Cristuskirche samt Infos findet ihr hier im Internet.