Alarm im weltweiten Netz am Mittwoch: Internetseiten von Behörden, Kliniken und Universitäten wurden am Mittwochnachmittag plötzlich offline genommen, darunter auch die Internetseite der Stadt Mainz. Der Grund: Ein massive Sicherheitswarnung der Behörden vor einer kritischen Schwachstelle in der Programmiersprache PHP: Die bedrohe aktuell weltweit Webanwendungen und öffne Einfallstore für Hacker, teilte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) mit, das gefahrenpotenzial sei „immens“.

Wegen einer kritischen Sicherheitslücke im Programmiersystem php drohen Hackerangriffe - wie hier auf einem Foto von einem Angriff 2022. - Foto: gik
Wegen einer kritischen Sicherheitslücke im Programmiersystem php drohen Hackerangriffe – wie hier auf einem Foto von einem Angriff 2022. – Foto: gik

PHP ist ein zentraler Baustein in Webanwendungen, auf der weit verbreiteten Programmiersprache „basiert ein Großteil des gesamten Internets – von einfachen Blogs über große Nachrichtenportale bis hin zu komplexen Onlineshops und Content-Management-Systemen wie WordPress“, erklären die Kollegen von NTV. Experten schätzen, dass allein mit WordPress weltweit zwischen 400 und 500 Millionen Webseiten betrieben werden, aber auch andere populäre Content-Management-Systeme wie Moodle, Joomla!, Typo3 und Drupal setzen auf php.

Am Mittwoch warnten die Sicherheitsbehörden weltweit urplötzlich vor einer „gravierenden Sicherheitslücke“, die es Angreifern ermögliche, „aus der Ferne schadhaften Code auf Webservern mit PHP-Anwendungen auszuführen“ – also kurz gesagt: Einen Hackerangriff mit großen Schäden durchzuführen. Aktuellen Informationen zufolge seien alle bekannten PHP-Versionen verwundbar, zurückgehend bis mindestens PHP 5, teilt das BSI auf seiner Homepage mit.

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Gefahrenpotenzial der Lücke „immens“ – Stadt Mainz offline

PHP sei ein zentraler Baustein in Webanwendungen, mit Kenntnis derartiger Schwachstellen könne es „Angreifern gelingen, massive Angriffskampagnen durchzuführen und IT-Systeme aus den unterschiedlichsten Anwendungsbereichen zu kompromittieren“, warnt das BSI weiter. „Unter dem Namen „PHP2Shell“ warnen Sicherheitsexperten vor gleich zwei kritischen Schwachstellen im Kern der Software, die unter den offiziellen Kennungen CVE-2026-109618 und CVE-2026-109619 registriert wurden“, berichtet ntv weiter, das  Gefahrenpotenzial dieser Lücken sei „immens“,

Die Stadt Mainz nahm am Mittwoch sicherheitshalber ihre Internetseite vom Netz. - Foto: gik
Die Stadt Mainz nahm am Mittwoch sicherheitshalber ihre Internetseite vom Netz. – Foto: gik

Kriminelle Akteure könnten die Schwachstelle ausnutzen, um eigene Schadcode auf den betroffenen Servern auszuführen, so die vollständige Kontrolle über eine Website zu übernehmen, sensible Datenbanken und Kundendaten abzugreifen oder die Infrastruktur für weitere Cyberattacken zu missbrauchen. Es müssten unverzüglich Gegenmaßnahmen ergriffen werden, da eine massive Beeinträchtigung des Regelbetriebs drohe. „Das BSI wies in seiner Mitteilung explizit darauf hin, dass von den Schwachstellen ein herausragendes Bedrohungspotenzial ausgeht“, so ntv weiter.

Das Problem dabei nämlich: Detaillierte Informationen zur Schwachstelle seien unbeabsichtigt vorab an die Öffentlichkeit gelangt, Branchenexperten befürchteten, dass Kriminelle bereits in Kürze automatisierte Skripte einsetzen könnten, um ungeschützte Server im Internet im Sekundentakt aufzuspüren und zu kapern, berichtet der Nachrichtensender weiter – die IT-Experten stehen unter erheblichem Zeitdruck. Für heute, 16.00 Uhr sollte ein Sicherheitsupdate durch die Entwickler veröffentlicht werden.

Behörden, Unis, Kliniken und Kommunen sind derzeit offline

Die Konsequenz des Ganzen: Weltweit nahmen vor allem Behörden und Institutionen ihre Webseiten vorsichtshalber vom Netz, darunter Universitäten, Kliniken oder Kommunen. Auch die Stadt Mainz ist betroffen: Aufgrund der Warnung vor der weltweiten Sicherheitslücke habe man nach einer Warnung des Bundes „vorsorglich mehrere städtische Internetdienste vom Netz genommen“, teilte die Pressestelle am Nachmittag mit. Davon betroffen ist insbesondere der städtische Internetauftritt unter www.mainz.de, der derzeit nicht erreichbar ist.

Die Ämter der Stadtverwaltung seien von der Abschaltung aber nicht betroffen, betont man bei der Stadt: „Bereits vereinbarte Termine können wie geplant wahrgenommen werden.“ Die Stadtverwaltung sei zudem weiterhin telefonisch, per E-Mail sowie über ihre Social-Media-Kanäle erreichbar. Man arbeite gemeinsam mit dem Eigenbetrieb Kommunale Datenzentrale (KDZ) daran, die betroffenen Internetdienste schnellstmöglich wieder zur Verfügung zu stellen. Wann dies möglich sein werde, lasse sich aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht abschätzen.

Info& auf Mainz&: Mainz& ist übrigens von dem php-Problem bisher nicht betroffen, wir hoffen auch, dass das so bleibt. Wir beobachten die Lage aber genau, und werden beim ersten Anzeichen von Hackerversuchen reagieren – Techniker ist informiert 😉