Das dürfte für Chaos und Stress gerade im Berufsverkehr sorgen: Ab Sonntagnacht wird bundesweit der Öffentliche Nahverkehr bestreikt, das trifft auch Mainz, Rheinhessen und Wiesbaden. Auf den meisten Linien müsse während des Streiks „mit stärkeren Ausfällen“ gerechnet werden, hieß es bei der Mainzer Mobilität. Man versuche aber, einen Notbetrieb zu organisieren. Hintergrund sind die aktuellen Tarifauseinandersetzungen zwischen der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di und den Arbeitgebern. Und: Dienstag und Mittwoch sind weitere Demos in Mainz angesetzt.

Busse und Bahnen werden am Montag in Mainz und Wiesbaden weitgehend stillstehen. - Foto: gik
Busse und Bahnen werden am Montag in Mainz und Wiesbaden weitgehend stillstehen. – Foto: gik

Trotz schwächelnder Konjunktur und stark gesunkener Inflation, fordert die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di in der aktuellen Tarifrunde stolze 7 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 300 Euro mehr pro Monat – dass die Kommunen, die das bezahlen sollen, schlicht kein Geld haben, ficht die Gewerkschaft nicht an. Die Länder als Arbeitgeber halten die Forderungen nicht für finanzierbar und argumentiert,  seit 2013 seien die Tabellenentgelte der Beschäftigten im Öffentlichen Dienst der Länder bereits um durchschnittlich rund 42 Prozent erhöht worden – bei unteren Lohngruppen sogar um bis zu rund 59 Prozent.

Ver.di aber klagt, auch die zweite Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt sei ergebnislos geblieben. „Die Arbeitgeber waren in der letzten Verhandlungsrunde nicht bereit, auf die berechtigten Kernforderungen der Kolleginnen und Kollegen einzugehen. Daher müssen wir diesen jetzt Nachdruck verleihen“, sagte der zuständige ver.di-Verhandlungsführer für Rheinland-Pfalz, Marko Bärschneider. Im Mittelpunkt stünden höhere Zuschläge und ein verbessertes Urlaubsgeld, auch sollten Wendezeiten künftig nicht zu Lasten des Fahrpersonals gehen, „sondern fair und vollständig vergütet werden.“

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Großstreik im ÖPNV: Nichts geht mehr am 2. Februar

Die nächste Verhandlungsrunde startet am 4. Februar, kurz davon ruft Ver.di nun zum Großstreik im ÖPNV auf: Von Sonntagnacht, 22.00 Uhr an, soll im Nahverkehr nichts mehr gehen, der Arbeitskampf soll bis zum Ende der letzten Schicht am Montag, den 2. Februar 2026, dauern. Für Pendler und Schüler, aber auch viele Berufstätige, die mit dem Auto unterwegs sind, dürfte das am Montag bedeuten: Nichts geht mehr.

Auch in Wiesbaden werden die Busse großflächig bestreikt. - Foto: ESWE Verkehr
Auch in Wiesbaden werden die Busse großflächig bestreikt. – Foto: ESWE Verkehr

„Auf den meisten Linien ist während des Streiks mit stärkeren Ausfällen zu rechnen“, heißt es bei der Mainzer Mobilität, die Wiesbadener ESWE Verkehr warnt: „In diesem Zeitraum entfallen die meisten von ESWE Verkehr betriebenen Linien.“ Lediglich die Linien der Partnerunternehmen mit den Nummern 5, 28, 39 und 46 sollen fahren, dazu auch die Regionalbusse. Im rheinhessischen Umland dürfte dagegen ebenfalls Stillstand herrschen auch die RNN ist vom Streikt betroffen.

In Mainz heißt es, die MVG versuche, am Montag tagsüber – also von 6.00 Uhr bis 20.30 Uhr – einen Notbetrieb auf einzelnen Linien im 30-Minuten-Takt ohne feste Fahrtzeiten anzubieten. Damit solle Menschen, die auf Bus- und Straßenbahn dringend angewiesen seien, ermöglicht werden, den ÖPNV zu nutzen. „Fahrgäste, die pünktlich an Ihrem Ziel sein müssen, sollten so früh wie möglich losfahren“, rät die Verkehrsgesellschaft: „Wer Termine verschieben kann und auf den ÖPNV angewiesen ist, sollte dies möglichst tun.“

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DGB: Aktionstag am Dienstag, am Mittwoch wollen Beamten streiken

Es sind aber nicht die einzigen Streikbewegungen in der kommenden Woche: Am Dienstag ruft der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) gemeinsam mit Ver.di, der Gewerkschaft der Polizei (GdP), der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) und der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) zum gemeinsamen Aktions- und Streiktag auf: Am 3. Februar soll es demnach zuerst ab 12.00 Uhr eine Auftaktkundgebung am Alten Postlager in Mainz geben – und danach einen Demonstrationszug durch die Innenstadt. Für 13.30 Uhr ist die Abschlusskundgebung auf dem Ernst-Ludwig-Platz in Mainz geplant – auch das dürfte für Behinderungen sorgen.

Und am Mittwoch geht es gleich weiter: Dann ruft der Deutsche Beamtenbund (dbb) zu einem Warnstreik mit großer Demonstration in Mainz auf. „Am 04. Februar 2026 gehen in Mainz Beschäftigte aus allen Bereichen des öffentlichen Dienstes auf die Straße, um ihre Forderungen zu untermauern“, kündigt der dbb, das werde von einem ganztägigen Warnstreik der Beschäftigten im Landesdienst begleitet – darunter ist auch die Deutsche Steuergewerkschaft sowie die Straßen- und Verkehrsbeschäftigten.

Am Mittwoch soll es um 10.00 Uhr auf dem Frauenlobplatz in der Mainzer Neustadt losgehen, von 11.30 Uhr an soll sich dann ein Demonstrationszug zum Ernst-Ludwig-Platz in Bewegung setzen, wo um 13.00 Uhr die große Kundgebung geplant ist.

Info& auf Mainz&: Aktuelle Infos zu dem Streik im ÖPNV am Montag sowie den Maßnahmen der Verkehrsbetriebe in Mainz und Wiesbaden findet Ihr hier auf der Homepage der Mainzer Mobilität im Internet.