Die Sicherheit am Mainzer Hauptbahnhof sowie in den Grünanlagen der Kaiserstraße und dem angrenzenden Bleichenviertel ist schon lange Thema vieler Debatten in Mainz, mit einer Sondereinsatzgruppe geht die Mainzer Polizei seit Frühjahr verstärkt gegen die Drogenkriminalität in diesen Bereichen vor. Nun zog die Ermittlungsgruppe „Szene“ Bilanz, die Razzien zeigten offenbar Erfolg: Sicher gestellt wurden Drogen wie Cannabis und Kokain, Waffen und Bargeld, dazu gab’s 160 Strafanzeigen und elf vollstreckte Haftbefehle.

Die Ermittlungsgruppe „Szene“ der Mainzer Kriminal- und Polizeidirektion wurde im März 2026 gegründet, die Spezialeinheit soll sich gezielt um die Bekämpfung von Drogenkriminalität und weitere damit verbundene Straftaten in der Mainzer Innenstadt kümmern. Schwerpunkte sind vor allem die Kaiserstraße, der Mainzer Hauptbahnhof sowie das Bleichenviertel, nun hat die Spezialeinheit eine Bilanz ihrer Arbeit gezogen.
Seit Beginn der Maßnahmen habe man bereits mehr als 1.100 Personen kontrolliert und durchsucht, dabei wurden bislang über 160 Strafanzeigen eingeleitet, teilte die Mainzer Polizei jetzt mit. Der überwiegende Teil der Strafverfahren betreffe den Handel mit Cannabis, in geringerem Umfang seien auch Verfahren im Zusammenhang mit Kokain, Amphetamin und Ecstasy eingeleitet worden.
Haftbefehle vollstreckt, Festnahmen und
In mehr als 250 Fällen stellten die Einsatzkräfte Gegenstände oder Beweismittel sicher, darunter neben Betäubungsmitteln unter anderem mehr als 30.000 Euro Bargeld sowie mehrere Messer, Schlagringe und Pfeffersprays. Zudem kam es zu insgesamt 34 Fest- oder Ingewahrsamnahmen, dabei konnten unter anderem 11 Haftbefehle vollstreckt werden. Sechs Personen wurden vorläufig festgenommen.

Mit dem bisherigen Verlauf der Maßnahmen in diesem Jahr sei man „insgesamt zufrieden“, teilte die Polizei weiter mit. Die Vielzahl der Kontrollen und Sicherstellungen sowie die eingeleiteten Strafverfahren zeigten, dass die konsequente Präsenz und die gezielten Kontrollmaßnahmen wichtige Beiträge zur Bekämpfung der Kriminalität leisteten. Man werde die Kontrollmaßnahmen auch weiter fortführen, Ziel sei es, vor allem den Drogenhandel „konsequent zu verfolgen und das Sicherheitsgefühl in der Mainzer Innenstadt zu stärken.“
Das ist auch nötig: Seit geraumer Zeit kritisieren gerade Anwohner der Mainzer Kaiserstraße, sie fühlten sich in ihrem Umfeld nicht mehr wohl: Gerade in der Grünanlage vor der Christuskirche sowie an dem dortigen Brunnen habe sich ein Treffpunkt dubioser Gestalten entwickelt. Im Dezember 2025 hatte deshalb der Kommunale Präventivrat (KPR) der Stadt die „AG Bahnhofsumfeld“ ins Leben gerufen. Sie soll „Maßnahmen und Strategien erarbeiten, die zur Förderung der öffentlichen Sicherheit und des Sicherheitsgefühls im und um den Bahnhof beitragen sollen“, hieß es damals.
Von Seiten der Mainzer Polizei hieß es nun noch einmal, man sei bei der Arbeit gegen die Drogenszene auch auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. „Bereits in der Vergangenheit haben Hinweise von Anwohnerinnen und Anwohnern sowie Passantinnen und Passanten mehrfach zu wichtigen Ermittlungsansätzen und -erfolgen geführt“, so die Polizei weiter, dafür bedanke man sich ausdrücklich: Jedes Foto, Video oder Hinweis werde an das zuständige Fachkommissariat weitergeleitet, mehrfach habe so etwas bereits zu Ermittlungserfolgen beigetragen. Die Polizei bittet denn auch darum, verdächtige Beobachtungen weiterhin zu melden.
Info& auf Mainz&: Wer sachdienliche Hinweise geben kann, wird gebeten, sich mit der Kriminalpolizei Mainz unter der Rufnummer 06131/65-33999 oder per E-Mail an kdmainz.egszene@polizei.rlp.de in Verbindung zu setzen.






