Die Kita-Welt in Mainz wird digital: Die Stadt Mainz will bis Ende August sämtliche städtischen Kitas an ihre Kita-App anschließen. Nach der ersten Pilotphasen im Februar und März soll das Digitaltool nun schrittweise auf alle Kindertagesstätten ausgeweitet werden. Mit der App können Eltern ihre Kinder bei Krankheit unkompliziert digital abmelden, auch soll die App die Anwesenheitskontrolle sowie die Kommunikation mit den Eltern erleichtern. Der Stadtelternausschuss begrüßte die Einführung als „zeitgemäße Kommunikation“.

Vorstellung der Plattform "Kinder Kompass" der Stadt Mainz im November 2025 mit OB Nino Haase (parteilos) und Sozialdezernentin Jana Schmöller (SPD). - Foto: Stadt Mainz
Vorstellung der Plattform „Kinder Kompass“ der Stadt Mainz im November 2025 mit OB Nino Haase (parteilos) und Sozialdezernentin Jana Schmöller (SPD). – Foto: Stadt Mainz

Bereits Anfang November 2025 hatte die Stadt Mainz den „Kinder-Kompass Mainz“ gestartet, eine neue digitale Anmeldeplattform für Betreuungsplätze in Kindertagesstätten oder in der Kindertagespflege. „Mit dieser Onlineanwendung machen wir die Kita-Anmeldung so einfach und transparent wie nie zuvor“, sagte damals der Mainzer Oberbürgermeister Nino Haase (parteilos). Familien erhielten nun einen schnellen Überblick über alle Betreuungsangebote der Stadt – unabhängig ob städtisch, kirchlich oder freier Träger -, sie können sich auf Wartelisten setzen lassen und nach Angeboten suchen.

Nun geht die Stadt den nächsten Schritt: Eine Kita-App soll die Zusammenarbeit zwischen Eltern, Kitas und Verwaltung spürbar verbessern. Die APP erleichtere die Kommunikation, ermögliche eine effizientere Planung der Betreuungsangebote und unterstütze die Familien und städtischen Mitarbeiter im Alltag“, sagte Haase am Montag in Mainz: „Gute Betreuung benötigt auch gute Rahmenbedingungen, dazu gehört eine zeitgemäße digitale Infrastruktur. Ich freue mich sehr, dass wir mit der Kita-App einen weiteren Schritt bei der Digitalisierung unserer Kindertagesstätten gehen.“

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Per Kita-App Kinder abmelden, Vorteil für Personalplanung

Für Eltern soll die neue App zahlreiche praktische Vorteile bringen: Sie können Kinder künftig jederzeit digital abmelden – unabhängig von Öffnungszeiten und ohne Anruf oder E-Mail. Zudem verbessere die App den weiteren Informationsfluss und ermögliche eine strukturierte Kommunikation zwischen Kita und Elternhaus, betont man bei der Stadt. Die Kita-App erleichtere auch Mitarbeiterinnen die digitale Anwesenheitskontrolle und schaffe einen besseren Überblick über die Belegung der Gruppen.

Kranke Kinder abmelden, schnelle Kommunikation mit den Erzieherinnen; Die neue Kita-App soll vieles einfacher machen. - Foto: gik
Kranke Kinder abmelden, schnelle Kommunikation mit den Erzieherinnen; Die neue Kita-App soll vieles einfacher machen. – Foto: gik

Auch für die Verwaltung ergeben sich demnach Vorteile: Anonymisierte Auswertungen der Anwesenheitsdaten sollen künftig genauere Erkenntnisse über die tatsächliche Auslastung der Einrichtungen ermöglichen – insbesondere in den Randzeiten. Dies unterstütze eine bedarfsgerechtere Personalplanung und den gezielten Einsatz von Vertretungskräften, betont man bei der Stadt. Die App wurde bereits in einer ersten Pilotphase im Februar und März dieses Jahres in den Kitas Ebersheim, Frankenhöhe, Schillstraße und MinniMax erprobt, nun folgt die Ausweitung.

Im Juni 2026 sollen nun die Kitas in den Stadtteilen Lerchenberg, Neustadt, Bretzenheim und Mombach die Kita-App erhalten, im Juli die Oberstadt sowie im August Gonsenheim und Marienborn. Vor dem Start in einer Einrichtung erhalten die Kitas ihre Gruppengeräte sowie ein Kommunikationskonzept, das die Rahmenbedingungen für die Kommunikation mit Eltern definiert. Hardware und Software werden zunächst intern getestet, anschließend werden die Eltern per Schreiben informiert und erhalten ihre Zugangsdaten.

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Stadtelternausschuss: zeitgemäßer Kommunikationsweg

Während der Pilotphase erfolge zudem eine fortlaufende Evaluation des Betriebs, die App soll kontinuierlich weiterentwickelt werden. „Zudem wird die Verwaltung gemeinsam mit den Fachkräften unter Beteiligung des Stadtelternausschusses ein Konzept erarbeiten, das perspektivisch auch eine pädagogisch sinnvolle Nutzung der bereitgestellten iPads über die reine App-Anwendung hinaus ermöglicht“, so die Stadt weiter. Haase betonte, die Verwaltung setze auf intensive Schulungen und einen engen Austausch mit den Einrichtungen.

Mehr Überblick in der Kita, Vorteile bei Personalplanung - hier die Kita Mainz-Zahlbach bei ihrer Eröffnung. - Foto: gik
Mehr Überblick in der Kita, Vorteile bei Personalplanung – hier die Kita Mainz-Zahlbach bei ihrer Eröffnung. – Foto: gik

Beim Stadtelternausschuss begrüßt man das Projekt: „Familien wünschen sich verlässliche und zeitgemäße Kommunikationswege“, sagte Nora Egler Vorsitzende Stadtelternausschuss Mainz (StEA Mainz). Die Kita-App könne dazu beitragen, den Austausch zwischen Eltern und Einrichtungen deutlich zu erleichtern und organisatorische Abläufe zu vereinfachen. „Wir begrüßen besonders, dass der Stadtelternausschuss in die Weiterentwicklung eingebunden wird und die Einführung schrittweise erfolgt“, sagte Egler weiter. So könnten die Erfahrungen von Eltern, Fachkräften und Trägern direkt einfließen.

Von der Einführung der App sollen nun die Familien von mehr als 4.800 Kindern profitieren, die die städtischen Kindertagesstätten besuchen. Bis zum Start des neuen Kita-Jahres 2026/2027 nach den Sommerferien sollen alle städtischen Kitas an die Anwendung angebunden sein. In Mainz gibt es derzeit nach Angaben der Stadt 129 Kindertagesstätten mit rund 9.400 Betreuungsplätzen, davon befinden sich 62 in städtischer, 21 in katholischer, 12 in evangelischer und 33 in sonstiger freier Trägerschaft.

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