Ende November kündigte die Stadt Mainz eine neue Initiative in Sachen saubere Innenstadt an, nun erfolgte ein erster Schritt: Am Montag gab Oberbürgermeister Nino Haase (parteilos) gemeinsam mit der Mainzer Mobilität den Startschuss für eine stadtweite Reinigung der Mainzer Haltestellen. „MAINZ GLÄNZT – das ist unser Leitmotiv für ein gepflegtes und freundliches Stadtbild“, betonte Haase dabei. Mit der „Haltestelleninitiative“ soll kurz- und mittelfristig die Sauberkeit und der Service für die Fahrgäste an wichtigen Haltestellen im Stadtgebiet deutlich verbessert werden. Hintergrund ist die Debatte über die Attraktivität der Mainzer Innenstadt.

Der Kinderladen Wirth am Münsterplatz ist ab Jahresende Geschichte, das Themas attraktive Innenstadt ist es nicht. - Foto: gik
Der Kinderladen Wirth am Münsterplatz ist ab Jahresende Geschichte, das Themas attraktive Innenstadt ist es nicht. – Foto: gik

In den vergangenen Wochen hatten gleich mehrere traditionsreiche Einzelhandelsgeschäfte angekündigt, zum Jahresende 2025 ihre Türen zu schließen – das Aus für Kinderladen Wirth, Fachhändler Listmann oder das Modegeschäft C.O Reuter auf der Ludwigsstraße sorgte für heftige Kritik an der Attraktivität der Innenstadt: Sauberkeit, Sicherheit, aber vor allem auch das Chaos der Baustellen insbesondere rund um die Binger Straße wurden massiv kritisiert.

Die Stadt reagierte: Ende November kündigte Oberbürgermeister Nino Haase (parteilos) die Verlängerung des Null-Euro-Samstags in 2026 an, sowie eine Initiative für mehr Sauberkeit in der Innenstadt. Ordnungsdezernentin Manuela Matz (CDU) wiederum rief eine AG Bahnhofsumfeld ins Leben, die das Umfeld des Mainzer Hauptbahnhofs kritisch auf Sauberkeit, Sicherheit und Angsträume prüfen und Maßnahmen zur Verbesserung entwickeln soll.

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Haltestellenoffensive für sauberere und gepflegte Haltestellen

Nun erfolgte der nächste Schritt: Die Stadt startete gemeinsam mit den Stadtwerken und der Mainzer Mobilität eine Kampagne für sauberere Haltestellen. „Die Beleuchtung ist einwandfrei, die Vitrinen sind sauber, die Mobilitätsinfosäulen funktionieren. Die Aushänge sind ordentlich, gut lesbar und aktuell. Im Mülleimer ist noch genügend Platz, Aufkleber und Graffiti gibt es keine, der Boden ist gereinigt. – So sollte die ideale Haltestelle aussehen“, beschrieb OB Haase das Problem, und musste einräumen: Die Realität sei jedoch an vielen Mainzer Bus- und Straßenbahnhaltestellen „noch ein Stück weit davon entfernt.“

Die Stadt Mainz will die Sauberkeit und Aufenthaltsqualität an Haltestellen verbessern. - Foto: gik
Die Stadt Mainz will die Sauberkeit und Aufenthaltsqualität an Haltestellen verbessern. – Foto: gik

Mit der Haltestellenoffensive soll nun kurz- und mittelfristig die Sauberkeit und der Service für die Fahrgäste an den wichtigen Haltestellen im Stadtgebiet deutlich verbessert werden. Ein sauberes und gepflegtes Erscheinungsbild sei die beste Visitenkarte für eine Stadt, hieß es dabei. Auftakt war an der Haltestelle Schusterstraße, denn hier sei in den vergangenen Wochen vieles bereits umgesetzt worden, was bis Ende des Jahres an 15 weiteren Innenstadthaltestellen geschehen soll.

So wurde der begrünte Fahrgastunterstand komplett gesäubert, es steht ein ausreichend großer Abfalleimer direkt an der Haltestelle zur Verfügung, und über die digitale Infosäule erhalten die Fahrgäste alle wichtigen und aktuellen Informationen – so das Ziel der Aktion. Zugleich werde „gerade im unmittelbaren Umfeld der Haltestelle Schusterstraße deutlich, dass auch externe Akteure gefragt sind, um ein attraktives Straßenbild zu erreichen“, mahnte der OB dabei. Im Hintergrund war dabei eine Baustelle samt Absperrgittern zu sehen.

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„Mainz glänzt“: Leitmotiv für neue Sauberkeitskampagne

„MAINZ GLÄNZT“ sei dabei das „Leitmotiv für ein gepflegtes und freundliches Stadtbild“, betonte Haase: „Sauberkeit ist Lebensqualität, Wertschätzung und auch Sicherheitsgefühl. Wir zeigen: Die Stadt kümmert sich – und wir ziehen gemeinsam an einem Strang.“ Im ersten Schritt werde man sich in den kommenden Wochen auf das Erscheinungsbild von insgesamt 16 Haltestellen mit rund 45 Haltepunkten in der Innenstadt konzentrieren“, erläuterte Stadtwerke-Vorstandschef Daniel Gahr.

Brandneue Haltestelle der Mainzelbahn 2021 in Marienborn: So sollen die Mainzer Haltestellen in Zukunft wieder glänzen. - Foto: gik
Brandneue Haltestelle der Mainzelbahn 2021 in Marienborn: So sollen die Mainzer Haltestellen in Zukunft wieder glänzen. – Foto: gik

Zu diesen Haltestellen mit Priorität zählen neben der Schusterstraße der Hauptbahnhof sowie der Hauptbahnhof/West, Münsterplatz, Schillerplatz, Höfchen, Rheingoldhalle/Rathaus, Altstadt/Holzhof, Bahnhof Römisches Theater, Brückenplatz, Landtag, Kaisertor, Hindenburgstraße, Neubrunnenstraße, Neubrunnenplatz und die Bauhofstraße. „Wir haben das Thema Sauberkeit an den Haltestellen jetzt stärker in den Fokus genommen, weil nicht zuletzt unsere Fahrgäste uns bei Kundenbefragungen darauf hingewiesen haben, dass sie hier mehr Aufenthaltsqualität wünschen“, sagte MVG-Geschäftsführer Florian Wiesemann.

Die Stadt habe bereits in den beiden vergangenen Jahren mit der Kampagne „Mainz fängt’s auf“ verstärkt auf das Problem des „Litterings“ aufmerksam gemacht, dem achtlosen Wegwerfen oder Liegenlassen von Müll, sagte Umweltdezernentin Janina Steinkrüger (Grüne), und betonte: Abfälle seien nicht nur unschön für das Stadtbild, sondern verschmutzten auch die Umwelt.

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Grundreinigung für Straßen und Plätze geplant

Im kommenden Jahr soll die Aktion fortgeführt werden, zuerst im Januar und Februar an weiteren Haltestellen entlang der Rheinachse bis zum Stadtpark/LEIZA sowie entlang der Kaiserringe bis zum Bismarckplatz. Bis zum kommenden Frühjahr sind dann entsprechende weitere Reinigungsaktionen an den Straßenbahnhaltestellen vorgesehen. Parallel dazu wird sich die Mainzer Verkehrsgesellschaft ab Anfang 2026 mit dem neuen Konzessionär für die städtischen Werbeflächen über den Zustand der Bushaltestellen im Stadtgebiet abstimmen, um hier weitere Verbesserungen zu erreichen.

Das Pflaster in der Bahnhofstraße sorgt mit seinem hohen verschmutzungsgrad immer wieder für Unmut. - Foto: gik
Das Pflaster in der Bahnhofstraße sorgt mit seinem hohen verschmutzungsgrad immer wieder für Unmut. – Foto: gik

Nach Fastnacht soll „MAINZ GLÄNZT“ zudem auch Plätzen und Straßen in der Stadt zugute kommen, bei denen ein hohes Aufwertungspotenzial bestehe, kündigte Haase weiter an. Als Pilotprojekt werde eine Grundreinigung der Achse Bahnhofstraße – Münsterplatz – Schillerstraße (bis Kleine Langgasse) durchgeführt. „Diese wichtige Verkehrsverbindung ist ein Beispiel für vielgenutzte und hochfrequentierte öffentliche Flächen, die die städtische Initiative künftig verstärkt in den Blick nimmt“, betonte der OB.

Damit wolle man nicht nur einen punktuellen Erfolg erzielen: „Unsere Straßenreinigung macht schon jetzt eine super Arbeit“, betonte Haase, „aber die Gebührenordnung sieht solche Intensiv-Reinigungen, die unter die sogenannten kosmetischen Maßnahmen fallen, nicht vor.“ Daher müsse die Stadt dafür eigene Haushaltsmittel zur Verfügung stellen. „Nach Auswertung des Pilotprojekts möchte ich ein festes Budget im Haushalt verankern, welches diese intensive Grundreinigung regelmäßig ermöglicht“, sagte Haase weiter. Mit den Erfahrungen aus dem Pilotprojekt solle ein nachhaltiger Prozess aufgesetzt werden mit abgestimmten Verantwortlichkeiten und einem dauerhaft hohen Sauberkeitsniveau.

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