Welche Beiträge haben Euch auf Mainz& am meisten interessiert? In den Monaten Oktober bis Dezember waren das ein leichtes Erdbeben im Taunus, Enterokokken im Wiesbadener Trinkwasser, der Streit um den Ausbau der A643 durch den Mainzer Sand, die Durchsuchungen der Staatsanwaltschaft wegen des Marina-Verkaufs im Mainzer Zollhafen – und das abenteuerliche Leben eines Mainzer Juden, Weinhändlers und CIA-Agenten: Peter Sichel. Am Jahresende liebten die Mainz&-Leser dann noch unseren Römischen Adventskalender, ein Highlight. Teil 4 unseres Mainz&-Jahresrückblicks 2025.

Die Nummer 1: Erdbeben im Taunus – mehr als 92.000 Aufrufe

Es war eigentlich gar nichts Großes, dieses Erdbeben, das da Ende Oktober mal kurz Teile des Taunus bei Wiesbaden durchrüttelte, und auch bis an den Rhein ausstrahlte – doch das Interesse der Leser war riesig: Mehr als 92.000 (!!) Mal wurde unser Text über das Erdbeben und seine Ursachen aufgerufen – das war einsamer Rekord im Jahr 2025. Vielleicht lag es ja daran, dass die Erdstöße für bis zu 664.000 Menschen spürbar gewesen sein sollen, vielleicht auch daran, dass Erdbeben in unserer Region ausgesprochen selten sind – mit einer Maximalintensität von 3.1 war es offenbar für viele auf der Wiesbadener Rheinseite und sogar bis Ingelheim deutlich zu spüren.

Leichtes Erdbeben nahe Wiesbaden mit Grollen und Rütteln: Epizentrum bei Taunusstein, in Mainz nix – Erdbebenserie entlang Rheingraben

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#2: Enterokokken im Wiesbadener Trinkwasser – 11.000 Klicks

Schock an Halloween in Wiesbaden: Das Leitungswasser in großen Teilen des Stadtgebiets war mit Enterokokken verunreinigt, tagelang mussten die Wiesbadener ihr Trinkwasser abkochen oder kaufen – nur die rechtsrheinischen Stadtteile Mainz-Kostheim und Mainz-Kastel blieben verschont; Sie beziehen ihr Trinkwasser aus alten Mainzer Leitungswegen. Klar, dass das unsere Leser interessierte: Mehr als 12.700 Klicks verzeichnet der Artikel, in dem wir berichteten, dass das Wasser schon länger verunreinigt war als bekannt – die Ursache ist bis heute nicht bekanntgegeben.

Das Thema war auch gleich noch die Nummer 9 der meistgelesenen Artikel im 4. Quartal: Unsere Eilmeldung, dass das Trinkwasser verunreinigt ist, fand auch gleich mal 4.332 Leser. War ja auch ein Ding. Noch schöner wäre, wenn die zuständigen Stellen im Nachhinein auch mal informieren würden, was die Ursache war, und ob diese dauerhaft behoben ist…

Leitungswasser in Wiesbaden schon länger mit Enterokokken verunreinigt – Abkochgebot noch bis mindestens Dienstag

 

#3: Streit um den Ausbau der A643 – droht ein neuer Brückengau?

Es war Anfang Oktober, als ein alter Dauerbrenner zurückkehrte: Der Streit um den Ausbau der A643 zwischen der Schiersteiner Brücke und Mainz-Gonsenheim feiert eine Renaissance. Rund 20 Jahre streitet die Region Mainz nun schon mit dem Bund über die Frage, ob die wichtige Pendler-Autobahn nach Wiesbaden nun auf sechs Spuren ausgebaut wird, oder ob es eine 4+2-Lösung geben könnte – Ende nicht in Sicht. Der neue Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) hält offenbar am sechsspurigen Ausbau fest, mag sich aber nicht wirklich öffentlich dazu äußern, das erwies sich als nicht hilfreich.

Denn in Mainz zeigen jetzt alle fleißig nach Berlin, auch die rheinland-pfälzische Verkehrsministerin Daniela Schmitt (FDP), deren Job es eigentlich wäre, mittels eines Planfeststellungsbeschlusses Baurecht zu schaffen. Was Schmitt und ihr Vorgänger Volker Wissing aber in zehn Jahren auch nicht auf die Reihe gekriegt haben, weil der Ampel-Partner Grüne strikt dagegen ist und ein Bündnis von BIs, Grünen du SPD vehement gegen den Ausbau durch den Mainzer Sand kämpft…

Und während sich die Politik im Kreise dreht, kriselt es an der maroden Vorlandbrücke: Anfang Oktober sperrte die Autobahn GmbH des Bundes die Ausfahrt nach Mainz-Mombach komplett wegen schlechten Bauzustandes – und zwar dauerhaft bis zum Neubau der Vorlandbrücke. Jetzt ist der Jammer groß, Pendler verzweifeln, und Politiker von SPD und Grünen schimpfen auf die bösen Lkw-Fahrer, die ein Abfahrtverbot missachtet hatten. Ausgang: offen. Euch hat das verständlicherweise interessiert: Mehr als 10.000 Klicks für unseren großen Hintergrundartikel zum Thema – Danke schön! Content matters…

 

Kein Geld für Ausbau der A643 bei Mainz? – Bund hält an sechs Spuren fest und fordert Baurecht – Autobahn GmbH: Verkehr nicht deutlich gesunken

 

#4: Hilferuf an Haase nach Insolvenz bei Karrié – 9.500 Klicks

Die Insolvenz des renommierten Mainzer Bauunternehmens Karrié Bau erschütterte die Geschäftswelt in Mainz Mitte Oktober. Und sie stürzte eine ganze Reihe kleinerer Subunternehmer in existenzielle Probleme, darunter auch Unternehmen, die für den Ausbau des Taubertsbergbades engagiert wurden, der jetzt auf Eis liegt. Inga Skudiene war eine der wenigen, die sich an die Öffentlichkeit wagten – mit einem dramatischen Hilferuf an die Stadt Mainz und den Mainzer Oberbürgermeister Nino Haase (parteilos).

Geholfen hat es nichts: Skudiene musste ihre Schreinerei Informo in die Insolvenz schicken und zum Jahresende schließen. Weiteren Firmen droht das gleiche Schicksal, auch weil ihnen niemand unter die Arme greifen mag und sich der Insolvenzverwalter bedeckt hält. Wie es mit dem Taubertsbergbad weiter geht: unklar. Eine Bauruine droht wohl nicht, aber die Pleite könnte die Stadt eine erhebliche Stange Geld kosten – wieder einmal.

UPDATE&: Hilferuf an Haase: „Bei uns geht es um die Existenz“ – Mainzer Firmen fühlen sich nach Karrié-Insolvenz „von der Stadt im Stich gelassen“

 

#5: Durchsuchungen in Sachen Marina im Zollhafen – 7.500 Klicks

Es war der Paukenschlag des Jahres: Mitte November rückte die Staatsanwaltschaft Koblenz in Mainz an – zu Hausdurchsuchungen. Durchsucht wurde in Privatwohnungen und mehrere Geschäftsräumen, darunter bei den Mainzer Stadtwerken und der Zentralen Beteiligungsgesellschaft ZBM der Stadt Mainz. Der Grund: Dubiose Praktiken beim Verkauf der Marina im Mainzer Zollhafen im Jahr 2021. Es war der vorläufige Höhepunkt eines wahren Krimis um geheime Absprachen, versteckte Geldflüsse, Strohmann-Geschäfte bei der Vermarktung des Zollhafens und einen Verkauf weit unter Marktwert.

Die Beschuldigten bestreiten alle Vorwürfe illegaler Geschäfte, die Staatsanwaltschaft aber sah genügend Anhaltspunkte, um Unterlagen kurz vor der Verjährung sicher zu stellen. Dem vorausgegangen waren zwei Strafanzeigen, eine anonyme und eine der Freien Wählergemeinschaft (FWG) Mainz – ins Rollen brachte die Aufklärung eine Artikelserie dieser Internetzeitung Mainz& seit Mai 2025. Und die Geschichte ist noch nicht zu Ende: Inzwischen stellen sich Fragen zu sämtlichen Grundstücksverkäufen im Mainzer Zollhafen: Hätten die Verkäufe ausgeschrieben werden müssen – und wer hat von den Geschäften profitiert?

Euch hat das durchaus interessiert: Unsere Artikel zu dem Thema wurden regelmäßig mehrere Tausend Male aufgerufen und gelesen. Der meistgelesene im 4. Quartal war unser Bericht über die Durchsuchungen mit allein mehr als 7.500 Klicks – Fortsetzung folgt. Alle Artikel zu dem Thema findet Ihr hier in unserem Zollhafen-Dossier.

E I L — Durchsuchungen in Mainz wegen Verkaufs der Zollhafen Marina – Stadtwerke Mainz: Unterlagen übergeben – Auch Wohnungen durchsucht

 

#6: US-Geheimagent, Weinhändler, Jude aus Mainz: Peter Sichel

Sein Leben verlief wie ein Roman, der Startpunkt war mehr die Abteilung Horror: Peter Sichel war Spross einer jüdischen Weinhändlerfamilie aus Mainz und musste 1938 vor den Nationalsozialisten aus Deutschland fliehen. Die Sichels gingen zunächst nach Bordeaux, Peter Sichel dann nach New York – und landete beim Geheimdienst des US-Militärs, dem Vorläufer der CIA. Mitten im Zweiten Weltkrieg und danach im beginnenden Kalten Krieg in Berlin baute Sichel den US-Geheimdienst in Deutschland auf – als Chef der Schlapphüte.

Nach Stationen in aller Welt sagte Sichel 1959 der Welt der Agenten adé, wurde Weinhändler in New York und brachte mit Hilfe der „Blue Nun“-Liebfraumilch den Amerikanern das Weintrinken bei. Peter Sichel starb am 24. Februar 2025 mit 102 Jahren in New York, ein ARTE-Film mit dem Titel „Der Jahrhundert-Spion“ zeichnet seit November sein abenteuerliches Leben nach. Unser Artikel dazu interessierte bislang 4500 Leser.

Geheimagent, Weinhändler, Jude: Der Jahrhundert-Spion, der aus Mainz kam – ARTE porträtiert das Leben des Mainzers Peter Sichel

#7: Der Brand in einem Mehrfamilienhaus in der Goethestraße

Auch der Brand in einem Mehrfamilienhaus in der Goethestraße Mitte November bewegte die Mainzer: Nach einer Explosion im Erdgeschoss stand ein Gebäude der Mainzer Wohnbau in Flammen, über die dramatischen Szenen sprach ganz Mainz. Inzwischen hat sich ein womöglich defekter Heizlüfter als mögliche Ursache herauskristallisiert – mehr als 4.600 Leser wollten Bescheid wissen.

UPDATE& — Brand in Mehrfamilienhaus in der Mainzer Goethestraße nach Gasexplosion – Teile des Treppenhauses eingestürzt

 

#8: Fahrplanwechsel in Mainz

Auch das interessierte Euch sehr: Der Fahrplanwechsel bei der Mainzer Mobilität Mitte Dezember – kein Wunder, denn die Mainzer Mobilität änderte in diesem Jahr fast alle Abfahrtszeiten auf allen Linien. Man wolle „zuverlässiger werden“, verspricht die Mainzer Mobilität, Mainz&-Leser konterten umgehend, ja die Busse fielen „zuverlässig aus“. Auch die steigenden Ticketpreise und der Wegfall des Kurzstreckentickets trugen zum Interesse und zu mehr als 3.100 Klicks bei.

Fahrplanwechsel in Mainz: Geänderte Abfahrtzeiten auf nahezu allen Linien – Mainzer Mobilität will zuverlässiger werden

Unser ganz persönliches Highlight – und das vieler Leser – aber war zum Jahresende ein Ausrufezeichen in römischer Sache: 24 Türchen öffneten sich in unserem Römischen Adventskalender zur antiken Welt im Mogontiacum vor 2.000 Jahren. Und wir waren selbst erstaunt, wie viel davon heute noch im Stadtbild zu sehen und zu erleben ist – nicht nur anhand der bekannten großen Denkmäler wie Römischem Bühnentheater, Römersteinen in Zahlbach oder dem Drususstein auf der Zitadelle.

In unserem Adventskalender ging es auch um den Klang der Antike und das Essen der Römer, um die antike Lagervorstadt, die Cannabae, rund um das einstige Legionslager auf dem Kästrich, um manch versteckte Vitrine in der Uniklinik oder das halb vergessene Gestüt im Gonsbachtal. Wir haben Euch mit dem römischen Hypokaustum die Füße gewärmt, und Euch Steinerne Teppiche der Extraklasse zu Füßen gelegt – und Ihr wart begeistert: 1.000 bis 2.000 Klicks pro Türchen, das war ein tolles Dankeschön. Das beliebteste Türchen: Unsere Verneigung vor dem Knecht Rupprecht des römischen Mainz – Ex-Landesarchäologe Gerd Rupprecht mit mehr als 3000 Klicks. Den ganzen Adventskalender gibt es hier auf Mainz&.

Mainz&-Adventskalender, Türchen 6: Ein Knecht Rupprecht für das Römische Mainz – Der Mann, der Moguntiacum ausgrub

Das war unser Jahresrückblick der Best of-Artikel – wir versprechen: Wir machen 2026 weiter. Mit dem gleichen Mix aus Politik, Geschichte und Gesellschaft. Mit Wein, Römern und Fastnachtsgesang. Und mit gutem Journalismus und kritischen Fragen.

Euch allen einen guten Rutsch in ein hoffentlich positiveres Neues Jahr 2026!