Die Mainzer Baustellen gibt es schon so lange, sie stehen jetzt unter Denkmalschutz? Echt jetzt? Nun, zumindest verkündete der neue Mainzer Baudezernent Ludwig Holle (CDU) das am Mittwoch mit einem weitgehend ernsten Gesicht in einem Video auf Facebook – man schrieb den 1. April. Auch andere wurden zum Tag der Narrenfreiheit und Scherze kreativ: Ein FDP-Politiker schmiss alles hin und ein Kultmetzger kocht jetzt für Mainz 05… An der Ahr gibt es jetzt einen Rotwein-Whirlpool und Schloss Vollrads im Rheingau bekommt eine Heilwasseranstalt samt Riesling-Vino-Therapie… Wir haben die schönsten Scherze mal für Euch aufgeschrieben.

Als Mainzer Baudezernent habe ich heute die große Freude, die Mainzer Baustellen unter Denkmalschutz zu stellen“, verkündete am Mittwoch mit froher Miene der neue Mainzer Baudezernent Ludwig Holle (CDU). Das Betreffe natürlich Großbaustellen wie das Mainzer Rathaus oder das Gutenberg Museum, aber auch „andere Baustellen, die es schon lange gibt – wie die Binger Straße“, verkündete der neue Dezernent in einem Video auf Facebook.
„Unsere Baustellen begleiten uns jetzt schon so lange, dass sie ab sofort in der jetzigen Form erhalten bleiben müssen“, betonte Holle, der auch Dezernent für das Historische Erbe der Stadt Mainz ist. Daher habe er einen Baustopp verfügt, um diese besondere Kulturform in Mainz zu schützen…. oder? Ihr habt es bereits erraten: Das Video wurde am 1. April veröffentlicht, und war natürlich ein Aprilscherz – es blieb nicht der einzige in Mainz.
Kultmetzger Peter kocht bei Mainz 05, FDP-Politiker Klann reicht’s
Besonders in den sozialen Netzwerken war man an „April’s Fools Day“, wie der Tag so passend im englischsprachigen Raum heißt, vor skurrilen Ankündigungen nicht sicher. Da verkündete der Mainzer Kultmetzger Peter stolz, er werde jetzt Chefkoch beim Fußballklub Mainz 05 – und bekam dafür 447 Likes. „Glückwunsch, dann erhalten wir endlich mal eine heiße Bratwurst und ein kaltes Bier – im Moment ist es ja umgekehrt“, kommentierte ein Leser.

Bei anderen ging es ernster zu: „Danke! Es reicht! Ich werde Mitglied der CDU“, postete der Mainzer FDP-Kommunalpolitiker Thomas A. Klann – eine Folge der Landtagswahl, bei der die FDP mit gerade einmal 2,2 Prozent aus dem Mainzer Landtag flog? Der Parteiwechsel war natürlich ein Aprilscherz, einen ernsten Hintergrund sah Klann dennoch: „Während wir heute bewusst getäuscht werden, passiert genau das – nur subtiler und oft gezielter – jeden Tag: Desinformation“, kritisierte Klann.
Werden Zahlen zu Förderprogrammen selektiv dargestellt, Projekte wie die Weiterentwicklung der Uniklinik Mainz „verkürzt oder verzerrt diskutiert“ oder beim Wohnungsbau nur ein Teil der Realität erzählt werde, dann sei das ein Problem – „denn dann entstehen falsche Bilder, und auf Basis falscher Bilder treffen wir schlechte Entscheidungen.“ Der 1. April sei deshalb vielleicht eine gute Erinnerung, dass „nicht alles, was plausibel klingt, richtig ist“ und „Nicht alles, was oft geteilt wird, ist belastbar.“ Und vor allem: „Nicht alles, was ins eigene Weltbild passt, hält einer Prüfung stand….“
Einsatzpferd in Ahrweiler, Rotwein-Whirlpool und
Doch meist ging es bei den Aprilscherzen eher lustig und kreativ zu – irgendwie besonders im Ahrtal: Dort stellte die Freiwillige Feuerwehr Ahrweiler am Mittwoch ein ganz besonderes neues Einsatzmittel vor: „Um auch in schwierigem Gelände noch schneller und flexibler helfen zu können“, setze man jetzt auf ein Einsatzpferd, teilte die Feuerwehr gut gelaunt auf Facebook mit. „Gerade in den Weinbergen, im Wald oder in unwegsamem Gelände stößt unsere Technik manchmal an ihre Grenzen, hier kommt künftig unser vierbeiniger Kamerad zum Einsatz“, heißt es weiter – und dabei sei man auch noch umweltfreundlich unterwegs.

Das neue Einsatzgerät habe ja „gar kein Blaulicht, ich hoffe, das wird noch zeitnah nachgerüstet“, rügte ein Leser – die Laune war bestens. Aprilscherze suchte man bei Polizei oder Feuerwehr Mainz in diesem Jahr leider vergebens. Im Ahrtal war man dafür umso kreativer. Dort meldete die Zeitung „Blick aktuell“, ein Winzer habe den weltweiten ersten Rotwein-Whirlpool erfunden – in dem sprudele statt Wasser ein fein temperierter Ahrtaler Spätburgunder. Der sei reich an Antioxidantien, fordere die Hautdurchblutung, verlangsame die Zellalterung und unterstütze sogar das Herz-Kreislauf-System.
„Als besonders angenehm empfinden Test-Bader die ansprechende Wirkung von Histamin und Gerbstoffen“, schreibt die Zeitung weiter – das Erlebnis von Entspannung und Gesundheit werde so auf völlig neue Weise verbunden. Die Kombination aus Wärme, Mineralstoffen und antioxidativen Substanzen „könnte tatsächlich positive Effekte haben“, schwärmt ein medizinischer Experte angeblich: „Zudem habe der Weinstein eine richtige Beauty-Funktion. Die Salze der Weinsäure wirken wie ein Peeling aus der Natur und sorgen für einen ganz natürlichen Glow-Up-Effekt.“
Heilwasseranstalt auf „Bad Schloss Vollrads“?
Die positiven Effekte von Rotweinen auf die Gesundheit sind übrigens tatsächlich medizinisch belegt, allerdings bislang eher bei innerem Konsum, sprich: beim Trinken. In Rotwein baden ginge natürlich auch, würde aber ziemlich teuer – und war in diesem Fall natürlich ein Aprilscherz. Aber das mit dem Baden und dem Wein inspirierte aber noch weitere Weinmacher: Das renommierte Rheingauer Weingut Schloss Vollrads meldete begeistert, man habe eine reichhaltige schlosseigene Wasserquelle entdeckt.

Neueste Untersuchungen hätten „eine stabile Zusammensetzung mit einer für Heilwasser relevanten Mineralisierung“ ergeben – nun plane man deshalb die Errichtung einer Heilwasseranstalt hinter der neuen Kelterhalle. „Erste sensorische Untersuchungen zeigen zudem, dass das Wasser – ähnlich wie die am Standort erzeugten Rieslinge – eine ausgeprägte mineralische Charakteristik aufweist“, berichtete das Weingut stolz.
Man prüfe auch, „ob ein Teil der Anwendungen in sogenannten temperierten Vinotherapieräumen erfolgen kann, deren klimatische Bedingungen an die für hochwertige Rieslinglagerung bewährten Parameter angelehnt sind“, so die Weinmacher weiter. Man stehe kurz davor, sich „Bad Schloss Vollrads“ nennen zu dürfen und sehe gute Chancen, ganz Oestrich-Winkel als Kurort zu etablieren: Ein Konzept skizziere die „integrierte Hydro-Vinotherapie des Rheingaus“, bei der Heilwasseranwendungen, moderate Riesling-Degustationen und landschaftsbezogene Erholungsphasen kombiniert würden. Wir kommen!
Info& auf Mainz&: Auch bei Mainz& gab es in diesem Jahr keinen Aprilscherz, uns fiel nichts Rechtes ein – und unser Aprilscherz von 2025 war eh nicht zu toppen 😉 Wer sich noch erinnert. Wir hatten das antike römische Amphitheater von Mogontiacum gefunden. Wer das noch einmal nachlesen will, bitteschön, hier entlang – die Auflösung dazu gab es dann hier auf Mainz&.





