Es ist eine wahrhaft historische Mission, und sie weckt Erinnerungen an eine Sternstunde der Menschheit: Vor 54 Jahren landeten das erste Mal Menschen auf dem Mond, es war ein kleiner Sprung für den ersten Astronauten Neil Armstrong – und ein großer Schritt für die Menschheit. Nun sind 54 Jahre nach Apollo 17 erstmals wieder Menschen zum Mond unterwegs, sie sollen eine neue Ära der Weltraumforschung einleiten. Und genau dazu bietet die Astronomische Arbeitsgemeinschaft Mainz kommende Woche einen Vortrag an.

Um 18.35 Uhr Ortszeit, 00.35 Uhr unserer Zeit, hob am 01. April 2026 auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida die Trägerrakete mit der Orion-Raumkapsel ab – ein Bilderbuchstart. Probleme gab es kurzzeitig nur mit der Bordtoilette, doch auch das konnte schnell behoben werden: Nun sind die vier Astronauten auf ihrem historischen Weg zum Mond. 1972 hatten erstmals Menschen einen Fuß auf den Mond gesetzt, die legendäre Apollo 17-Mission.
Die jetzige Mission soll 10 Tage dauern, eine Mondlandung ist dabei nicht vorgesehen, historisch ist der Trip trotzdem: Die Orion wird nämlich um den Mond herum fliegen, die dunkle Seite des Mondes erkunden und könnte dabei eine Entfernung von 402.336 Kilometern von der Erde erreichen – das wäre so weit, wie nie zuvor ein Mensch in das Weltall eingedrungen ist. Aus Sicht der Crew werde der Mond dann „ungefähr die Größe eines Basketballs haben, den man auf Armeslänge entfernt hält“, schreibt die NASA auf ihrer Homepage zur Mondmission.
Ziel von Artemis II: Vorbereitung für eine Station auf dem Mond
Ziel der Mission ist die Vorbereitung des nächsten Meilensteins: 2028 sollen mit der Mission Artemis 4 wieder Astronauten auf dem Mond landen. Der erste Baustein auf dem Weg dahin war die Mission Artemis I, bei der 2022 ein unbemanntes Raumschiff den Mond umrundete – es war sozusagen der Test für die jetzige Mission. 2027 soll mit Artemis 3 ein weiterer Testlauf erfolgen, bei dem die Kopplung mit Mondlandefähren im All sowie ein Außenbordeinsatz erprobt werden sollen.

Der Mond ist für die Menschheit nicht nur der ständige Begleiter, er ist auch für die Forschung hochinteressant: Gesteine, mögliche Wasservorkommen, vieles auf dem Mond kann Aufschluss über unsere eigene Geschichte geben. Dazu geht es auch im Weltall um Einflusssphären und Konkurrenz – in diesem Fall zu China – dazu soll eine Basis auf dem Mond in Zukunft ein Sprungbrett für die Reise zum Mars werden. Und die Europäer mischen hierbei fleißig mit: Die Versorgungskapsel für die Astronauten, das Europäische Service Modul (ESM), wurde in Bremen gebaut.
„Deutschland ist bei der Rückkehr der Menschheit zum Mond ganz vorne mit dabei“, betonte Walther Pelzer, DLR-Vorstandsmitglied und Generaldirektor der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR im Vorfeld der Mission: „Wir freuen uns sehr, dass mit dem in Bremen gebauten ESM erstmals in der Geschichte der Raumfahrt ein nicht-US-amerikanisches System Astronautinnen und Astronauten Richtung Mond transportiert.“ Ein wichtiger Teil der Mission von Artemis 2 ist es, die Auswirkung von Weltraumstrahlung auch auf Menschen zu messen und wichtige Erkenntnisse für Langzeit-Missionen zu sammeln.
AAG bietet Hintergrund-Vortrag zur Mondmission am 8. April
Für die Orion-Kapsel hat außerdem die deutsche Industrie Sensoren zur Navigation im Weltraum bereitgestellt, zudem hat die Crew TACHELES im Gepäck, ein Kleinsatellitendemonstrator aus Deutschland, der in der Umlaufbahn des Mondes abgesetzt werden soll. Die Entwicklung eines deutschen Startups soll nach DLR-Angaben „Technologie für einen kostengünstigen Zugang zur Nutzung der Mondoberfläche erschließen sowie den Einfluss der Weltraumstrahlung auf Raumfahrzeuge testen.“

Am Donnerstagabend meldete die NASA, die Orion befinde sich inzwischen auf dem Weg zum Mond, vier Tage soll der Trip dauern, weitere vier Tage sind für die Rückkehr angesetzt. Und noch während sich die Astronauten im All befinden, könnt Ihr einem spannenden Vortrag dazu lauschen: Die Astronomische Arbeitsgemeinschaft Mainz lädt für den 8. April zum Vortrag „Artemis II – Die Rückkehr zum Mond“ mit Experte Dirk Rensink.
„Der Vortrag beleuchtet die geplante Mission Artemis II, ihren historischen Hintergrund und ihre Bedeutung für die zukünftige bemannte Raumfahrt“, heißt es in der Ankündigung. Im Mittelpunkt des Vortrags stehen die Ziele der Mission, der geplante Flugverlauf, die technische Seite von Rakete und Raumfahrzeug sowie die Frage, warum der Mond heute wieder in den Fokus der Forschung gerückt ist. Auch die Rolle des Mondes als Ausgangspunkt für weitere wissenschaftliche und technologische Entwicklungen wird thematisiert.
Info& auf Mainz&: Der Vortrag „Artemis II – Die Rückkehr zum Mond“ findet am 8. April 2026 um 19.00 Uhr in der Aula der Anne-Frank-Realschule in Mainz statt. Der Eintritt ist frei. Ausführliche Infos zur Mondmission findet Ihr hier beim Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR) sowie hier auf der offiziellen NASA-Seite im Internet.






