Im Januar 2019 feierte es seine umjubelte Uraufführung im Mainzer Unterhaus, nun ist es zurück: Am 9. Juni hat das Gutenberg-Musical aus der Feder von Frank Golischewski seine Open-Air-Premiere, und das an einem historischen Ort. In Eltville, der Rosen- und Sektstadt im Rheingau, kommt das Musical vier Abende lang im Garten der Villa Mumm zur Aufführung. In den Hauptrollen spielen erneut Moderator Gunther Emmerlich und die Mainzer Fastnacht-Legende Margit Sponheimer, den Part des Finanz-Hais Fust spielt nun Börsen-Guru Frank Lehmann.

Das Gutenberg-Musical bei seiner Uraufführung im Mainzer Unterhaus im Januar 2019. - Foto: gik
Das Gutenberg-Musical bei seiner Uraufführung im Mainzer Unterhaus im Januar 2019. – Foto: gik

Das rasante Musical um Geld, Wort und die Gutenberg-Bibel spielt im Jahre 1450. Papst Calixto II. will doch nur seine Ruhe und einen Kreuzzug, doch nun kommt ihm das erstmals fehlerfrei gedruckte Wort dazwischen: In Mainz hat Johannes Gensfleisch zu Gutenberg den Buchdruck mit beweglichen Lettern erfunden. Der Meister tüftelt Werkstatt an Tinten, Bleilettern und dem richtigen Druckverfahren, wenn da doch nur nicht der nervige Finanzier wäre: Investor Fust sitzt Gutenberg im Nacken, bedrängt ihn, droht – im Duett treffen Zaster auf Werte und Handwerkskunst auf das schnelle Geld.

Frank Golischewski macht aus dem Stoff, aus dem eine Legende wurde, ein Stück, das keinen Anspruch auf historische Exaktheit erhebt, sich aber dennoch auf historische Prozessakten stützt. Heraus kam ein lebendig-leichtes Gutenberg-Musical, eine historische Zeitreise, die zwischen dem 15. Jahrhundert und dem modernen Mainz hin- und herzappt wie eine moderne Fernbedienung.

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Da führt Margit Sponheimer, Sängerin und Mainzer Fastnachtsikone, Touristen durch Mainz und erzählt dabei vom alten Gutenberg und seiner Medienrevolution. Da ringen Gott und Teufel um Gutenbergs Seele und führen ihm die Folgen seiner Erfindung vor Augen – von Pornos und Fake News bis hin zu Kochbüchern von Johann Lafer. “Ablassbriefe! Wallfahrtsspiegel!”, schallt es von der Bühne, und kurz danach wird gerappt: “Er war der Checker, der Bücherhacker, ein Technikzocker, echter Milleniumrocker: Gugugugugutenberg!”

Margit Sponheimer und Gunter Emmerlich in "Gutenberg Das Musical". - Foto: gik
Margit Sponheimer und Gunter Emmerlich in “Gutenberg Das Musical”. – Foto: gik

Golischewski entwirft mit seinem Musical ein Gesellschaftsbild, das vom Papst bis hin zum modernen, lebensfrohen Mainz reicht, die Lebensgeschichte Gutenbergs auffächert und anreichert mit etwas Weltgeschichte. Den Papst spielt niemand anderes als der Mainezr Bohnebeitel Helmut Schlösser, Golischewski selbst den Humanisten und Historiker Piccolomini, der dereinst als Papst Pius II. in die Geschichte eingehen sollte.

“Ich habe mich immer gefragt, wie hat Gutenberg gelebt, welche Persönlichkeit war er?” sagte Golischweks 2019 im Interview mit Mainz&, und verriet damals: “Meine Idee war immer, das Musical Open Air vor dem Dom zu spielen.” Nun geht der Open Air-Traum in Erfüllung: Am 9. Juni hat “Gutenberg – Das Musical” in Eltville, im Park der Villa Mumm Premiere, vier Abende lang wird unter offenem Himmel ab 20.30 Uhr gespielt.

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“Das Team hat die Bühne aufgebaut, die Ausschank-Pavillons hergerichtet: herrlich der Blick auf den Rhein! Das Wetter wird prima: Was will man mehr?”, berichtet Golischewski von den Vorbereitungen. Und auch wenn es nicht der Mainzer Dom geworden ist als Aufführungsort, auch Eltville war eine Wirkungsstätte Gutenbergs: Ein Teil von Gutenbergs Familie lebte hier, die Forscher vermuten, dass auch der spätere Erfinder sich immer wieder in der Stadt im Rheingau aufhielt – und hier auch Druckerspuren hinterließ.

Musical-Autor Frank Golischewski (rechts) bei seiner Gautsch-Ehrung auf der Mainzer Johannisnacht. - Foto: gik
Musical-Autor Frank Golischewski (rechts) bei seiner Gautsch-Ehrung auf der Mainzer Johannisnacht. – Foto: gik

Verbrieft ist, dass Gutenbergs Bruder Friele Gensfleisch von 1434 bis zu seinem Tode 1447 in Eltville lebte. Und die Brüder Heinrich und Nikolaus Bechtermünze gründeten – möglicherweise unter Anleitung Gutenbergs – in Eltville eine kleine Druckerei. In Eltville erfuhr der Erfinder des modernen Buchdrucks mit beweglichen Lettern im Übrigen auch seine einzige Ehrung zu Lebzeiten: Kurfürst Adolf von Nassau, der damals in der Kurfürstlichen Burg zu Eltville residierte, ernannte Johannes Gutenberg am 17. Januar 1465 mittels Urkunde zu seinem Hofmann und billigte ihm eine Leibrente zu: Getreide, Kleidung – und Wein.

Info& auf Mainz&: “Gutenberg – das Musical” vom 09. bis 12. Juni 2022 in Eltville im Garten der Villa Mumm, Start ist jeweils um 20.30 Uhr. Infos und Tickets hier im Internet. Eine ausführliche Besprechung des Gutenberg-Musicals aus dem Januar 2019 im Mainzer Unterhaus lest Ihr hier bei Mainz&:

“Ein echter Milleniumrocker: GuguguguGutenberg!” – Gutenberg-Musical im Unterhaus witzig, turbulent und mit tollen Stars

 

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