Die nächste gute Nachricht von der Salzbachtalbrücke: Kommende Woche werden wieder Züge über die Hauptstrecke nach Wiesbaden rollen. Am 22. Dezember werde der Zugverkehr nach Wiesbaden Hauptbahnhof wieder aufgenommen, teilte nun dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) mit. Die erste Bahn soll gleich in aller Frühe in Wiesbaden ankommen, eine S-Bahn, für Pendler geht damit eine lange Leidenszeit zu Ende. Gleichzeitig enden damit verschiedene Ersatzmaßnahmen wie der Schienenersatzverkehr mit Bussen.

Die gesperrten Gleise unter der maroden Salzbachtalbrücke vor deren Sprengung. - Foto: Autobahn GmbH
Die gesperrten Gleise unter der maroden Salzbachtalbrücke vor deren Sprengung. – Foto: Autobahn GmbH

Die Hauptbahnstrecke nach Wiesbaden war seit dem 18. Juni still gelegt – seit die Salzbachtalbrücke mit einem Knall abgesackt war und als stark einsturzgefährdet gesperrt werden musste. Betroffen waren davon aber auch die Bundesstraße 263, ein wichtiger Radweg nach Wiesbaden sowie die Bahngleise, die alle unter der Brücke entlang verlaufen. Ein halbes Jahr lang ging hier nichts mehr, der Wiesbadener Hauptbahnhof wurde zum Geisterbahnhof – nur über die Nebenstrecke via Niedernhausen war der große Kopfbahnhof noch erreichbar.

Zehntausende Pendler mussten monatelang erhebliche Umwege und Verzögerungen in Kauf nehmen, Busse verknüpften die Wiesbadener Innenstadt mit den Nebenbahnhöfen in Biebrich und Kastel – viele Wege verdoppelten sich. Der Autoverkehr erlebte einen sechs Monate andauernden Alptraum, weil viele Pendler notgedrungen auf das Auto auswichen, und sich gleichzeitig rund 80.000 Autos durch Wiesbaden ihren Weg suchten, die sonst die Stadt auf der A66 via Salzbachtalbrücke passierten.

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Die stillgelegten und in Teilen abgebauten Bahngleise nach Wiesbaden in Höhe der Salzbachtalbrücke. - Foto: gik
Die stillgelegten und in Teilen abgebauten Bahngleise nach Wiesbaden in Höhe der Salzbachtalbrücke. – Foto: gik

Die Sprengung der 300 Meter langen Autobahnbrücke am 6. November durchschlug den Gordischen Knoten: In Rekordzeit wurden Trümmer und Schuttberge weggeräumt, am 13. Dezember konnte bereits die Bundesstraße 263 wieder für den Verkehr freigegeben werden, ebenso der angrenzende Radweg – nun folgt die Bahn: Pünktlich zum 22. Dezember sollen auf der Bahnstrecke wieder Züge rollen. Die Bahngleise hatten samt Oberleitungen für die Brückensprengung auf mehreren Hundert Metern abgebaut, und anschließend wieder aufgebaut werden müssen, für die insgesamt fünf Gleise mussten Schienen, Schwellen und Schotter instandgesetzt und Oberleitungsmasten wieder errichtet werden.

Eine Spezialmaschine habe für ein stabiles Schottergleisbett gesorgt, teilte die Deutsche Bahn vergangene Woche mit. Die 35 Meter lange Stopfmaschine bringe mit mehreren Metallgreifern den Schotter in die richtige Position und sorge für die richtige Festigkeit. “Das ist wichtig, damit die Gleise für einen verlässlichen Bahnverkehr stabil genau da liegen, wo sie sollen”, betonte die Bahn. Die Universal-Stopfmaschine sei ganze 100 Tonnen schwer und schaffe bis zu 350 Meter Strecke in der Stunde. Insgesamt seien an der Strecke nach Wiesbaden rund 500 Meter Gleise, 450 Tonnen Schotter und rund 6.600 Meter Oberleitung verbaut worden.

Spezielle Stopfmaschine für das Schotterbett der Gleise der Deutschen Bahn. - Foto: DB AG / Julia Katzenbach-Trosch
Spezielle Stopfmaschine für das Schotterbett der Gleise der Deutschen Bahn. – Foto: DB AG / Julia Katzenbach-Trosch

Kommenden Mittwoch ist es nun so weit: Am frühen Morgen, um 00.54 Uhr, soll als erstes eine S1 aus Frankfurt den Wiesbadener Hauptbahnhof ansteuern, voraussichtlich um 03.18 Uhr werde eine Fahrt der S-Bahnlinie S8 als erster planmäßiger Zug nach mehr als sechsmonatiger Sperrung vom Hauptbahnhof aus Richtung Frankfurt und Hanau starten. In der Nacht und am frühen Morgen folgen dann Fahrten der Verkehrsunternehmen VIAS und Vlexx, der erste Zug aus Richtung Mainz soll eine Regionalbahn um 7.32 Uhr sein. Die entsprechenden Fahrzeiten seien bereits in der Verbindungsauskunft hinterlegt, heißt es beim RMV.

Mit dem Start des Zugverkehrs beenden Stadt Wiesbaden und RMV aber gleichzeitig die Ersatzverkehre mit den Bussen. Die zusätzliche Buslinie 928 fahre noch bis inklusive Donnerstag, den 23. Dezember, die Ausweitung des Platzangebots auf der Ländchesbahn werde noch bis Heiligabend fortgeführt, teilte der RMV mit. Die Zusatzfahrten der X26 von und nach Hofheim fänden bis auf weiteres weiterhin statt.

Info& auf Mainz&: Aktuelle Informationen zum Busverkehr in Wiesbaden findet ihr hier bei der ESWE Verkehr, zu den Busfahrten von Mainz aus findet Ihr Infos hier bei der Mainzer Mobilität. Informationen zur Wiederfreigabe der B263 und den Behinderungen für Pendler während der Sperrungen könnt Ihr hier bei Mainz& nachlesen.

 

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