Zu ihrem 11. Jubiläum kehrte die Närrische Nachtvorlesung an ihren Ursprungsort in der Mainzer Unimedizin zurück, mit der 12. Ausgabe kommende Woche steht wieder närrischer Frohsinn mitten im Herzen des Großklinikums auf dem Hörsaalplan. Und dieses Mal richten sich die Macher explizit auch an die Patienten der Kliniken: „Die Patienten können nicht zur Fastnacht gehen, also kommt die Fastnacht zu den Patienten“, sagte Organisator Christian Vahl. Geboten wird ein Programm mit hochkarätigen Fastnachtern und ein paar Neuerungen.

Närrische Nachtvorlesung im Hörsaal der Mainzer Unimedizin 2025. - Foto: gik
Närrische Nachtvorlesung im Hörsaal der Mainzer Unimedizin 2025. – Foto: gik

Es war im Jahr 2012, als sich in einem Hörsaal an der Mainzer Universitätsmedizin ein ungewöhnliches Bild entfaltete: Bunt kostümierte Damen und Herren strebten in einen schnöden Hörsaal, aus dem alsbald Tusch und Narhallamarsch, Helau und Gelächter drangen – die „Närrische Nachtvorlesung“ war geboren. Am kommenden Mittwoch, dem 21. Januar 2026, findet sie zum nunmehr 12. Mal statt und ist eines der Beispiele, wie in der Narrenhochburg Mainz die Fastnacht auch in den letzten Winkel dringt.

Ausrichter ist wie immer die „Unsichtbare Römergarde“, deren Fastnachtsmotto 2026 lautet: „Ob sichtbar oder unsichtbar, In Meenz ist Fastnacht Immerdar.“ Und genau das passe ganz hervorragend zu der Närrischen Nachtvorlesung, betont Organisator Christian Vahl: „Die Fastnacht ist eben wirklich für alle da, es gibt keine Situation, wo sie nicht hinkommt“, sagte Vahl im Gespräch mit Mainz&, deswegen sei die Närrische Nachtvorlesung ausdrücklich auch für die Patienten der Unimedizin und deren Angehörigen da, die sonst keine Möglichkeit hätten, auf eine klassische Sitzung zu gehen.

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Großes Narrenkino mit Knab, Schlesinger und Altrheinstromern

„Die Patienten können nicht zur Fastnacht gehen, also kommt die Fastnacht zu den Patienten“, sagte Vahl. Und denen wird im Hörsaal der Chirurgie im Gebäude 505 ein richtiges Fastnachtsspitzenprogramm geboten: Da wird Bernhard Knab als „Deutscher Michel“ den Politikern so richtig den Marsch geigen, und Rüdiger Schlesinger als „Advokat des Volkes“ Politisch-Verfehltes geißeln. Neu dabei ist Kevin Raupach, der als „Äppelmann vom Markt“ ebenfalls dem Volk „aufs Maul schauen“ wird.

Die "Altrheinstromer" 2025 bei der "Närrischen Nachtvorlesung". - Foto: gik
Die „Altrheinstromer“ 2025 bei der „Närrischen Nachtvorlesung“. – Foto: gik

„Wir haben Politik, Kokolores und Ballett“, kündigt Vahl an, „es ist im Prinzip das Format einer normalen Fastnachtssitzung, wo sich Musik abwechselt mit Wort, und es auch Gelegenheit zur ausgelassenen Fröhlichkeit gibt.“ Nur, dass diese Fastnachtssitzung eben in einem Hörsaal stattfindet, die „Bühne“ sich unten vor der Tafel befindet, und das Publikum auf den steil ansteigenden Rängen Platz nimmt – gute Sichtbarkeit ist da jedenfalls garantiert.

Für die Musik sorgen das „Trio Aeterna“ mit Sängerin Kathrin Dohle, die auch erneut als Sitzungspräsidentin fungiert. Dazu geben sich Nadine Meurer als „Altstadtwirtin von der Reblaus“ sowie die Altheinstromer die Ehre. Musik und Politik vermischen traditionell die „Alternativen Bänkelsänger“ Claus Eckert & Wolfgang Heitz, die „Tramps von der Pfalz“ – alias Dirk Loomans & Reinhard Schwarz – mischen Musik und Kokolores.

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Hilde Bachmann, Jens Baumgärtner – und ein Ballett

Für den munteren Witz sind zudem Jens Baumgärtner als „Apotheker“ und Gerd Emrich mit seinem Vortrag zur „Aufnahmeprüfung“ zuständig, bei Christian Vahl mischen sich in der „Fastnachtspolizei“ kritische Beobachtungen zum alttäglichen Irrsinn mit Wortspielereien. Eine Besonderheit in diesem Jahr: Erstmals darf sich die „Närrische Nachtvorlesung“ auf ein Ballett freuen – die Damen vom Ballett der Mainzer Kleppergarde bezauberten schon die Gäste der Saturnalien im November 2025 mit einem tollen Auftritt auf kleiner Bühne.

Kathrin Dohle, Präsidentin der "Unsichtbaren Römergarde", wirkt wieder als Sitzungspräsidentin und als Sängerin des "Trio Aeterna". - Foto: gik
Kathrin Dohle, Präsidentin der „Unsichtbaren Römergarde“, wirkt wieder als Sitzungspräsidentin und als Sängerin des „Trio Aeterna“. – Foto: gik

Ein Highlight wird zudem der Auftritt von Hilde Bachmann sein: Die Grande Dame der Meenzer Fastnacht tritt aus Gesundheitsgründen nur noch ganz selten auf – bei der Närrischen Nachtvorlesung könnt Ihr sie noch einmal erleben. Eine weitere Besonderheit: Der Eintritt zu der Nachtvorlesung ist frei, auch die Akteure selbst nähmen keinen Cent, versichert Vahl: „Es ist ein klares Bekenntnis zur und eine Danksagung an die Unimedizin, die ins Herz der Mainzer Bevölkerung gehört.“

Die Brücke zum Klinikum wiederum schlägt Uniklinik-Vorstandschef Ralf Kiesslich, der zur Begrüßung eine närrische Einführung hält – im vergangenen Jahr tat Kiesslich das mit Bravour und gekonnten Reimen. Und da nun einmal Landtagswahlkampf in Mainz ist, hat sich auch Wissenschaftsminister Clemens Hoch (SPD) angesagt. Vor der Tür steht derweil der „Feuerwehrwagen“ der Mainzer Favorite bereit, um Hunger und Durst zu kleinen Preisen zu löschen.

Info& auf Mainz&: Die „Närrische Nachtvorlesung“ 2026 findet am Mittwoch, den 21. Januar 2026 statt, Einlass ist ab 18.00 Uhr, los geht’s um 18.33 Uhr. Ort des Geschehens: der Hörsaal der Chirurgie im Gebäude 505 auf dem Campus der Mainzer Unimedizin. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht notwendig. Mehr zur „Närrischen Nachtvorlesung“ könnt Ihr noch einmal in unserem Artikel von 2025 nachlesen:

Tusch statt Tupfer, Narhallamarsch statt Narkose: Närrische Nachtvorlesung kehrt zum 11. Jubiläum in die Mainzer Unimedizin zurück