Die unendliche Geschichte ums Mainzer Oktoberfest geht weiter: Die Mainzer Messegesellschaft (MMG) als Veranstalter nimmt einen neuen Anlauf, man arbeite „unter Hochdruck an der Realisierung“, hieß es nun am Dienstag. Es werde ein neues Zelt geben, und damit ein neues Genehmigungsverfahren – man wolle das Event an diesem Freitag, den 16. Oktober 2026 eröffnen. Bei der Stadt weiß man Bescheid, man sei „in engem Austausch“ – den Freitag sieht man allerdings als ambitioniert an.

Eigentlich hatte das 20. Mainzer Oktoberfest vergangenen Freitag auf dem Mainzer Messegelände starten sollen, doch das Festzelt für die Großveranstaltung bekam keine Genehmigung von der Stadt Mainz. Die hatte Ende September öffentlich angekündigt, das seit Jahren dort stationär aufgebaute Festzelt für die Großveranstaltung mit rund 40.000 Besuchern habe keine Genehmigung und sei nach derzeitigem Stand auch nicht genehmigungsfähig – es gebe Bedenken wegen Standsicherheit und Brandschutz, die notwendigen Gutachten lägen nicht vor.
Es folgt ein tagelanges Tauziehen um die Veranstaltung, schließlich zog der Veranstalter Karl Strack vor das Mainzer Verwaltungsgericht und holte sich dort eine gewaltige Ohrfeige: Das Gericht gab in einem Eilverfahren der Stadt Mainz umfänglich Recht. Das Festzelt sei eben nicht als „fliegender Bau“ mit einfacherem Genehmigungsverfahren zu werten, sondern als „fester Bau“, für den es einen Bauantrag brauche, der aber liege nicht vor – und der Betreiber könne sich auch nicht auf ein jahrelanges Gewohnheitsrecht berufen.
Neues Zelt soll Oktoberfest doch noch ermöglichen
Die Stadt beharrte darauf, die Messegesellschaft habe bereits seit Oktober 2025 gewusst, dass sie eine neuerliche Duldung nicht bekommen würde, aber jede Deadline seither gerissen – daran änderte auch eine kurzfristig angesetzte Pressekonferenz des DEHOGA-Landeschefs Gereon Haumann nicht. Die Stadt genehmigte das Festzelt nicht – das 20. Mainzer Oktoberfest blieb abgesagt, bis heute.

Am Dienstag nun meldete sich DEHOGA-Präsident Haumann im Namen der Mainzer Messegesellschaft erneut zu Wort: Man arbeite intensiv daran, das Oktoberfest doch noch zu realisieren, und schaffe derzeit die Voraussetzungen für eine doch noch mögliche Durchführung. „Seit gestern wird auf dem Veranstaltungsgelände der Mainzer Messegesellschaft ein neues Veranstaltungszelt eines externen Zelte-Verleihs errichtet“, teilte Haumann mit. Der Aufbau solle bis Mittwochabend abgeschlossen sein.
„Es handelt sich um ein gemietetes Zelt eines externen Zelte-Verleihs, das eigens für das Mainzer Oktoberfest aufgebaut wird“, betonte Haumann – ein neues, temporär aufgebautes Zelt wäre die Voraussetzung für eine kurzfristige Genehmigung als „fliegender Bau“. Ort des Geschehens dürfte das Areal sein, wo bis September das alte Festzelt stand, das dann nach einer Verfügung der Stadt abgebaut – und wenige Meter nebendran wieder aufgebaut wurde.
Stadt Mainz: Entscheidung frühestens am Donnerstag
Nach Angaben Haumanns hat das zuständige städtische Bauamt bereits vergangenen Donnerstag „mit der fachlichen Vorprüfung begonnen und steht hinsichtlich der erforderlichen Abnahme in engem Austausch mit dem Veranstalter.“ Ziel aller Beteiligten sei es, „die Voraussetzungen für eine rechtskonforme Durchführung der Veranstaltung zu ermöglichen und das 20. Mainzer Oktoberfest am Freitag, den 16. Oktober 2026, zu eröffnen.“

Die Stadt bestätigte das am späten Nachmittag gegenüber Mainz&: „Wir sind im engen Austausch“, ein Vor-Ort-Termin sei für Mittwoch geplant, sagte Baudezernent Ludwig Holle (CDU). Bringe der Veranstalter alle notwendigen Unterlagen und Gutachten, könne das Fest durchaus noch genehmigt werden. Eine Entscheidung werde aber frühestens am Donnerstag fallen können, saget Holle – eine Eröffnung bereits am Freitag sieht man bei der Stadt als sportlich an.
Damit würde das 20. Mainzer Oktoberfest zudem acht Tage später erfolgen als ursprünglich geplant. „Daher wird auch geprüft, ob es möglich ist, die ursprünglich geplante Dauer des Mainzer Oktoberfestes durch eine Verlängerung nachzuholen“, sagte Haumann weiter. „Eine gelingende Durchführung des Mainzer Oktoberfestes wäre für alle Beteiligten eine positive
Perspektive“, betonte der Dehoga-Chef zudem, der die Mainzer Messegesellschaft seit etwa zwei Wochen fachlich begleitet.
Das Fest sei wichtig für die Mainzer Messegesellschaft als wirtschaftlich verantwortlichen Veranstalter, aber auch für die zahlreichen Zulieferer und Dienstleister, für die Mitarbeiter sowie für die vielen Gäste aus Mainz, der Region und darüber hinaus. „Die Wirtschaftskraft des Oktoberfestes wirkt weit über das Festgelände hinaus und wirkt auch wirtschaftlich beflügelnd für die Mainzer Hotellerie, Gastronomie, Einzelhandel, Dienstleistung und Logistik“, unterstrich Haumann.
Info& auf Mainz&: Mehr zur Vorgeschichte der Absage des Mainzer Oktoberfestes lest Ihr hier bei Mainz&.






