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Jahresarchive: 2019

Schlammschlacht, Bestechungsvorwürfe, anonyme Drohungen – Wiesbadener OB Sven Gerich tritt überraschend nicht zur Wiederwahl an

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Nicht nur die Oberbürgermeisterwahl in Mainz findet in diesem Jahr unter besonderen Vorzeichen statt, nun gerät auch die OB-Wahl in Wiesbaden in heftige Turbulenzen: Am Donnerstag verkündete der Wiesbadener Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD) überraschend, er werde nicht zur Wahl antreten. Am Donnerstagabend wollte die Wiesbadener OB Gerich eigentlich offiziell als ihren Kandidaten für die Wahl am 26. Mai nominieren, am Morgen zog Gerich aber seine Kandidatur zurück. Der einstige SPD-Hoffnungsträger zieht wegen massiver Vorwürfe von Vorteilsnahmen im Amt, Vetternwirtschaft und die Bevorzugung von Freunden zurück – erneut stürzt ein OB über Einladungen zu Reisen. Gerich selbst sprach von einer „Schlammschlacht“ und einer „Schutzkampagne“, inzwischen erhielten aber auch sein Ehemann und sein Vater anonyme Drohungen – das gehe zu weit.

Seit Wochen erlebt die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden eine wahre Schlammschlacht. Im Mittelpunkt der Vorwürfe: Eine Reise, die Gerich 2014, kurz nach seinem Amtsantritt als Wiesbadener OB nach Andalusien unternahm. Gerich unternahm die Reise gemeinsam mit seinem Ehemann und einem langjährigen Freund, Ralph Schüler, und dessen Ehefrau. Das Pikante dabei: Kurz nach der Reise wurde Schüler, ein CDU-Mann, Geschäftsführer dreier Wiesbadener Tochtergesellschaften, darunter einer wichtigen Immobilienholding.

Sven Gerich im Oberbürgermeister-Wahlkampf 2013 vor seinem eigenen Wahlplakat. – Foto: gik

Ende 2018 wurde Schüler wegen massiver Vorwürfe über Unregelmäßigkeiten und Geldflüsse an Parteifreunde von seinen Ämtern freigestellt, seither reitet der Ex-CDU-Schatzmeister einen Rachefeldzug. Schüler zeigte sich Ende Dezember 2018 selbst bei der Staatsanwaltschaft an, in einem offenen Brief vor zwei Wochen bezichtigte er Gerich der Vetternwirtschaft und Vorteilsnahme: Gerich habe sich von ihm in Andalusien umfangreich einladen lassen, man habe ja auch „was zu feiern gehabt“, lässt er sich in Medienberichten zitieren. Zudem habe sich Gerich später auch von dem Münchner Gastronom Roland Kuffler zu Reisen und Essen einladen lassen – kurz danach sei Kufflers Gastronomie-Konzession in der Wiesbadener Spielbank verlängert worden. Kuffler leitet inzwischen auch die Gastronomie im neuen Wiesbadener Rhein Main Congress Centrum.

Gerich weist bis heute alle Vorwürfe zurück. Die Reisekosten für die Andalusienreise habe er Schüler im Anschluss an die Reise erstattet. Die Reisen mit Schüler und Kuffler nennt Gerich heute „einen Fehler“, das würde er „heute nicht mehr so machen“, betonte er im Revisionsausschuss der Stadt Wiesbaden. Der Urlaub mit Schüler sei schon länger geplant gewesen, das Zusammenfallen mit Schülers Berufung ein Zufall – zudem habe er Schüler ja nicht im Alleingang berufen. Er sei zu Beginn seiner Amtszeit zu „blauäugig“ gewesen, sagte Gerich noch. Gegen Gerich ermittelt inzwischen aber auch die Staatsanwaltschaft, sie sieht einen Anfangsverdacht wegen Vorteilsnahme im Amt.

2013 war Sven Gerich dynamisch und optimistisch, jetzt zog der Wiesbadener OB seine Kandidatur für eine zweite Amtszeit zurück. – Foto: gik

Und Schüler legte nach: In einem Offenen Brief spottete er, Gerich sei zwar „oft blau, aber nie blauäugig“ gewesen. In dem Brief bezichtigte Schüler seinen ehemaligen Freund, die Landeshauptstadt „für private Zwecke missbraucht“ zu haben, und er drohte mit weiteren pikanten Enthüllungen, wenn Gerich wieder als OB antrete. Übrigens teilte Schüler auch gegen seine eigenen Parteifreunde aus: Bei seiner Selbstanzeige zeigte er auch gleich den Wiesbadener CDU-Vorsitzenden Oliver Franz und den langjährigen Landtagsabgeordneten Horst Klee wegen illegaler Parteienfinanzierung und Untreue an. Schüler behauptet, Klee habe über Jahre hinweg eine Bürokraft seines Büros als Landtagsabgeordneter für Parteiarbeit zur Verfügung gestellt, das wäre nach dem deutschen Parteiengesetz eine illegale Parteienfinanzierung. Franz wiederum solle auf Parteikosten „Lokalrunden ausgegeben haben“, zitiert die Frankfurter Rundschau Schülers Vorwürfe.

Gerich sprach am Donnerstag von einer „Schmutzkampagne“ und „Schlammschlacht“ gegen seine Person. Er habe „Fehler gemacht“, die er bereue, aber egal, was „behauptet, geschrieben und fabuliert“ werde: „Ich war zu keinem Zeitpunkt, weder vor noch während meiner Amtszeit korrumpierbar oder bestechlich“, betonte Gerich. Inzwischen aber bekämen auch sein Ehemann sowie sein Vater anonyme Drohbriefe, damit sei „die Grenze des Zumutbaren“ überschritten. „Das möchte ich niemandem mehr zumuten“, sagte Gerich, deshalb habe er sich entschlossen, nicht erneut als OB zu kandidieren.

Die vergangenen fünfeinhalb Jahre seiner Amtszeit seien für Wiesbaden „eine erfolgreiche Zeit“ gewesen, betonte Gerich zugleich. Als Erfolge nannte er unter anderem das Ende für Bauruinen und Brachen“ in der Wiesbadener Innenstadt, die Rückkehr der Hochschule Fresenius nach Wiesbaden, das Projekt emissionsfreier Nahverkehr, ein Ersatzneubau für das Schwimmbad an der Mainzer Straße sowie „eine gelebte Kultur der Bürgerbeteiligung.“ In Gemeinschaftsarbeit sei es gelungen, viele wichtige Entscheidungen zu treffen, Projekte auf den Weg zu bringen und wichtige Weichen für die Zukunft zu stellen.

Jetzt aber gebe es „eine bewusst von nur wenigen Personen betriebene Schlammschlacht“ gegen seine Person, aber auch gegen Institutionen und andere Personen in der Stadt, und es sei nicht absehbar, dass diese bald enden werde, sagte Gerich am Donnerstag: „Im Gegenteil, wahrscheinlich würde sie noch intensiver.“ Mit den anonymen Drohbriefen gegen seinen Ehemann und seinen Vater sei nun aber „ein Ausmaß erreicht, welches ich niemandem mehr zumuten möchte“, betonte Gerich: „Die Grenze des Zumutbaren wurde überschritten.“ Er habe deswegen zum Schutz seiner Familie, seiner Mitarbeiter, aber auch seiner selbst entschieden, nicht erneut für das Amt des Oberbürgermeisters zu kandidieren. Der Schritt falle ihm schwer, aber er wolle damit auch Schaden von der Stadt Wiesbaden abwenden, fügte Gerich in seiner persönlichen Erklärung, die Mainz& vorliegt, hinzu.

Kein Kind von Traurigkeit: Gerich kam auch gerne für Feste und zum Feiern nach Mainz, hier mit dem Mainzer OB Michael Ebling auf der Johannisnacht. – Foto: gik

Seiner Partei hinterlässt Gerich einen Scherbenhaufen: Vier Monate vor der OB-Wahl steht die SPD ohne Kandidat da, ein aussichtsreicher Ersatz ist nicht in Sicht. Gerich hatte 2013 Wiesbaden quasi im Handstreich erobert: Mit einem schwungvollen Wahlkampf und mit dem damals neuen Instrument von 10.000 Hausbesuchen fegte der Unternehmer völlig überraschend den anerkannten CDU-OB Helmut Müller aus dem Amt.

Der heute 44 Jahre alte Gerich wuchs bis zu seinem 17. Lebensjahr in einem Kinderheim in Wiesbaden-Biebrich auf, einer Lehre als Bau- und Möbeltischler folgte eine Stelle als hauptamtlicher Übungsleiter für den Fachbereich Turnen beim Turnverein Biebrich. Im Kinderheim lernte der junge Sven seinen Adoptivvater Gustav Gerich kennen, Besitzer einer alteingesessenen Druckerei in Wiesbaden-Biebrich. Sven lernte das Handwerk eines Offset-Druckers, seit dem Jahr 2000 führte er gemeinsam mit seinem Adoptivvater das Unternehmen als gleichberechtigter Gesellschafter.

In die Politik holte ihn Wiesbadens Alt-OB Achim Exner. 2003 trat Gerich in die SPD ein, wo er eine Blitzkarriere hinlegte. 2006 wurde er Stadtverordneter, 2009 Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion und im September 2011 deren Vorsitzender. Im OB-Wahlkampf 2013 setzte er mit einem intensiven Haustürwahlkampf völlig neue Akzente, seine Kampagne wurde später zum Vorbild für den Wahlkampf des Frankfurter Oberbürgermeisters Peter Feldmann (SPD). Gerich präsentierte sich als nah bei den Menschen, stellte sich gegen „Konzern Wiesbaden“-Denken, Parteiengeklüngel und Kurstadt-Piefigkeit – und hatte Erfolg: Sein Sieg in der Stichwahl gegen Müller im März 2013 war eine Sensation, nun fällt der 44-Jährige, der in der SPD als Vorbild eines bürgernahen, dynamischen OB galt, tief.

Der hessische SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel sagte, die SPD bedauere es, „dass damit ein erfolgreicher und innovativer Oberbürgermeister nicht erneut kandidiert, der als treibende Kraft die Geschicke der Stadt zur Wohle ihrer Bürgerinnen und Bürger gestaltet hat.“ Gerich habe frischen Wind in die Stadt gebracht und stehe für gelebte Bürgernähe, „dass er dieses persönliche Opfer bringt, um ein unwürdiges  Spektakel zu beenden, das politische Gegner inszeniert haben, ist ein Dienst an der Stadt“, betonte Schäfer-Gümbel. Gerichs Rückzug schmerze, er könne aber gleichwohl auf den Rückhalt der hessischen SPD zählen.

Wie es bei der Wiesbadener SPD nun weiter geht, wollte die Partei am Donnerstagabend beraten – der Parteitag wurde abgesagt. Bislang gehen bei der Wiesbadener OB-Wahl nun für die CDU der Dachdeckermeister Eberhard Seidensticker ins Rennen, die Grünen nominierten am Dienstagabend ihre frühere Umweltdezernentin Christiane Hinninger.

Info& auf Mainz&: Mehr zu den Vorwürfen gegen Oberbürgermeister Sven Gerich sowie seinem Auftritt vor dem Revisionsausschuss findet Ihr hier bei den Kollegen vom hr und hier bei den Kollegen der Frankfurter Rundschau. Die Vorwürfe Schülers gegen die CDU-Kollegen beschreibt die FR hier genauer.

 

 

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Verliebt in eine Stadt – Oliver Mager mit toller neuer Live-CD – Kombination aus bekannten Hits und neuen mitreißenden Balladen

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Was für ein Timing: Pünktlich zur Fastnachtskampagne 2019 kommt der Mainzer Sänger Oliver Mager mit einer neuen CD daher. „Verliebt in eine Stadt“ heißt das Werk, 17 Lieder – plus ein Bonussong – finden sich darauf. Das Besondere: Die CD entstand bei einem Livekonzert, dem ersten Open Air-Konzert von Oliver Mager im September 2018 im Schloss-Biergarten in Mainz. Es ist eine echte Hommage an Mainz geworden: Mager präsentiert eine tolle Mischung seiner bekannten Fastnachtssongs, kombiniert mit neuen Songs aus wunderschönen Balladen und rockigen Mainzer-Liedern.

Neue CD von Oliver Mager: „Verliebt in eine Stadt“ ist eine Aufnahme des Live-Konzert im Mainzer Schloss-Biergarten 2018. – Foto: gik

„Mainzigartige Gassenhauer und ein paar neue Ohrwürmer“, nennt Mager selbst seine neue CD: „Unser erstes Live-Konzert am 9. September 2018 haben wir direkt auf diesen Silberling gepackt.“ Und das war gut so: Die Live-CD transportiert wunderbar die Atmosphäre eines Live-Konzerts und wartet gleichzeitig mit sattem Sound auf. Los geht’s mit dem neuen Song „Schobbe“, gefolgt gleich mal von einem Mager-Hit „Du bist en Meenzer“ – und man stellt fest: Olis Fastnachtssongs kann man auch wunderbar außerhalb der Fastnacht hören. Dazu tragen auch die tollen Arrangements mit Klavier-Untermalung und Saxophon-Soli bei – das ist einfach tolle, handgemachte Musik zum Reinfallen-Lassen. Echte Mainz-Musik für Mainz-Fans und solche, die es werden wollen.

Auf der CD enthalten sind denn auch die typischen Oli-Hits von „Mainzigartig“ über „Moguntia“ bis hin zum Titelsong „Verliebt in eine Stadt“. Aufgehorcht haben wir beim Hören dann aber vor allem bei „Unperfekt“ – einem neuen Lied über Angepasstheit und den Druck, „perfekt“ zu sein. Und natürlich, wie man sich dagegen stemmt. Eine tolle Ballade für Mainz und die Liebe ist „Nachts um halb Vier“, wenn Oli davon träumt, mit einem Mädel im Fastnachtsbrunnen zu baden – das ist Romantik uff Meenzerisch.

Aber auch neue Mitrock-Lieder wie „Gardist“ sind auf der CD, ebenso wie eine neue Mainz-Hymne „Wenn Du en Meenzer bist“ – das sind Lieder zum Träumen, zum Abrocken und Spaß haben. „Wenn Du en Meenzer bist, dann fühlst Du Deine Stadt“, singt Mager da – ja, genau so ist es. Und es gibt eben einen, der dieses Gefühl in Worte kleidet, wie sonst keiner. „Verliebt in eine Stadt“ steht genau dafür.

Info& auf Mainz&: Die neue CD von Oliver Mager heißt „Verliebt in eine Stadt“ und ist für 14,90 Euro zu haben – wo, das steht hier bei Oli auf der Homepage. Ihr könnt die CD auch direkt bei Oli bestellen – einfach ihm unter „Kontakt“ eine Mail schreiben. Als Download bietet Mager die CD übrigens erst einmal nicht an, nur den ersten Sing „Schobbe“ gibt es als Download. Man kann ja auch wirklich erst mal die CDU kaufen 😉

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Stadt Mainz verteidigt Kontrolle mit Müll-Formular an Recyclinghöfen: „Wird nicht in alle Ewigkeit so bleiben“

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Die Stadt Mainz verteidigt die neuen Kontrollen per Müll-Formular an den beiden Recyclinghöfen der Stadt Mainz. „Es geht darum, die Mainzer Gebührenzahler zu schützen“, sagte Thomas Strack, Abfallberater des Mainzer Entsorgungsbetriebes, im Gespräch mit Mainz&: „Es steht im Raum, dass ganz viele von außerhalb nach Mainz kommen, und hier ihren Müll abladen.“ Deshalb habe der Entsorgungsbetrieb beschlossen, „wir kontrollieren jetzt mal alle“, sagte Strack. Dem Entsorgungsbetrieb sei durchaus bewusst, dass die Neuregelung zu Ärger führe. „Wir wissen, dass wir da auf dem Drahtseil balancieren“, räumte Strack ein. Aber es gehe darum, einen Überblick zu bekommen und Missbrauch vorzubeugen. Und Strack verriet auch: Die Regelung werde „nicht in alle Ewigkeit so bleiben.“

Der Recyclinghof in Budenheim bei Mainz, auch hier müssen Mainzer neuerdings ein Müll-Formular ausfüllen. – Foto: Entsorgungsbetrieb Mainz

Seit dem 1. Januar müssen Mainzer bei den beiden Recyclinghöfen der Stadt Mainz in Budenheim sowie in der Emy-Roeder-Straße in Mainz-Hechtsheim mit einem schriftlichen Formular die Herkunft ihres Mülls nachweisen. Die Neuregelung sorgte prompt für verärgerte Reaktionen der Mainzer: Das Müll-Formular sei doch komplett sinnfrei und verursache lange Staus und Wartezeiten vor den Recyclinghöfen, lautete die Kritik. „Wir versuchen alles, dass es nicht zu den langen Wartezeiten kommt“, versicherte Strack gegenüber Mainz&.

Der Entsorgungsbetrieb habe aber zunehmend festgestellt, dass es aus dem Umland von Mainz eine Reihe Menschen gebe, „die hier einpendeln und hier ihren Müll abladen“, sagte Strack. Aufgefallen seien vor allem Pendler aus dem Landkreis Mainz-Bingen, dem Landkreis Alzey-Worms, aber auch Anlieferer aus dem hessischen Nachbarland. „Es liegt vielleicht einfach an der Bequemlichkeit“, mutmaßte Strack, in seinem Landkreis könne er Schadstoffe auch nur zweimal im Jahr entsorgen. „Durch unseren Service und unsere Preise gibt es einen Druck auf die Anlagen in Mainz“, betonte er. So fielen immer wieder „weiße Busse mit Kennzeichen GG auf, die hier irgendwo Arbeiten erledigt haben“, den Müll dann aber zum Recyclinghof in Mainz brächten.

„Wir wollen nicht die Abfälle des ganzen Umkreises hier entsorgen auf Kosten der Mainzer Bürger“, betonte Strack, man wolle und müsse die Mainzer Gebührenzahler schützen. Bestimmte Abfälle kosteten pro Tonne 150 Euro bei der Entsorgung, da komme schon was zusammen. „Wir machen das ja nicht, weil uns langweilig ist“, sagte Strack schmunzelnd. Mit dem Formular wolle der Entsorgungsbetrieb jetzt einfach mal grundsätzlich feststellen, woher die Abfälle stammten. „Wir merken schon eine gewisse abschreckende Wirkung“, sagte Strack. Ein schriftliches Formular habe zudem schon eine andere bindende Wirkung, als wenn nur mündlich Auskunft gegeben werde.

Und warum kontrolliert der Entsorgungsbetrieb nicht die Ausweise der Anlieferer? „Das dürfen wir nicht, wir haben keine Ordnungskraft“, klärt Strack auf. Und warum nehmen die Mitarbeiter nicht einfach die Autokennzeichen als Anhaltspunkt? „Viele haben ja auch einen Dienst-PKW, und neuerdings darf man ja auch seine alten Kennzeichen beim Umzug mitnehmen“, sagt Strack. Zugleich verriet der Abfallberater aber auch: Die Variante mit den Autokennzeichen könne womöglich in Zukunft eine Methode sein, vorrangig die zu überprüfen, die nicht aus Mainz kämen.

Es sei übrigens durchaus weiter vorgesehen, dass auch ein Angehöriger oder Handwerker mal Müll für einen Mainzer bei den Recyclinghöfen abliefern könne, beruhigte Strack: „Das ist weiter vorgesehen“, sagte er, fügte aber auch hinzu: „Aber wir werden dann auch mal nachfragen.“

Info& auf Mainz&: Mehr zum neuen Müll-Formular an den Mainzer Recyclinghöfen lest Ihr hier auf Mainz&.

 

 

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Erste Auktion eines kompletten Ordenssatzes der Mainzer Fastnachts-Genossenschaft – Mainzer Fastnacht eG versteigert Set zugunsten des Jugendmaskenzugs

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Wolltet Ihr immer schon mal einen Satz Mainzer Fastnachtsorden besitzen? Könnt Ihr: Die Mainzer Fastnachts-Genossenschaft versteigert in diesem Jahr erstmals überhaupt einen kompletten Satz aller Fastnachtsorden der in ihr zusammengeschlossenen Vereine aus der laufenden Kampagne. In dem Set enthalten sind also Orden von 25 Mainzer Karnevalsvereinen dazu die aktuellen Zugplakettchen sowie Pins der Genossenschaft. Gebote für den Ordenssatz können noch bis zum 25. Januar 2019 um 12.00 Uhr per Email abgegeben werden, das Mindestgebot beträgt 1.111 Euro. Der Erlös geht an den Mainzer Jugendmaskenzug – der größte Kinder- und Jugendmaskenzug Europas hat in diesem Jahr wegen seiner Terminverlegung mit besonderen finanziellen Problemen zu kämpfen.

Einen kompletten Ordenssatz Mainzer Fastnachtsvereine könnt Ihr jetzt exklusiv ersteigern – der Erlös der Aution der Mainzer Fastnacht eG geht an den Mainzer Jugendmaskenzug. – Foto: Mainzer Fastnacht eG

Der Jugendmaskenzug findet in diesem Jahr erstmals nicht an seinem traditionellen Termin, dem Fastnachtssamstag, statt, sondern gut zwei Wochen früher, am 16. Februar. Schuld sind die dieses Jahr erstmals stattfindenden Winterferien in Rheinland-Pfalz: Weil die einwöchigen Ferien genau in der Vor-Fastnachtswoche liegen, sahen sich Schulen und Kindergärten, die Hauptträger des Zuges, außerstande, am Umzug teilzunehmen. Die Vor-Verlagerung des Jugendmaskenzuges sorgte aber für ganz neue Probleme – der Umzug kann nun nicht von der allgemeinen Sicherheitskonzepten rund um Rosenmontag profitieren, sondern muss ein eigenes Sicherheitskonzept auf die Beine stellen. das aber verursachte erhebliche Zusatzkosten – der Jugendmaskenzug stand kurz vor dem Aus.

Inzwischen ist die Finanzierung gesichert, doch noch immer wird Geld zusammengekratzt, wo es nur geht. Deshalb habe sich die Fastnacht eG entschieden, die Auktion des Ordenssatzes ins Leben zu rufen, „durch die Versteigerung erhoffen wir uns eine zusätzliche finanzielle Entlastung“, sagte Daniel Schulze gegenüber Mainz&. „Es ist zwar Tradition, Orden nur für besondere Verdienste in der Fastnacht zu vergeben“, räumte Schulze ein. Allerdings werde gerade dadurch die Auktion besonders exklusiv, „zumal die Unterstützung des Jugendmaskenzugs als toller Verdienst gesehen werden kann, der dabei hilft eine sehr wertvolle Tradition als Teil unserer Meenzer Fassenacht zu bewahren“, sagte Schulze.

Die Durchführung des Jugendmaskenzuges stelle „eine immer größere finanzielle Herausforderung dar“, vor allem aufgrund der Sicherheitsvorkehrungen, sagte Schulze weiter. Die Mainzer Fastnachts-Genossenschaft wolle unbedingt dazu beitragen, dass auch am neuen Termin ein toller Jugendmaskenzug durchführt werden könne. „Denn ein Jahr ohne Jugendmaskenzug wäre das Aus für diese schöne Mainzer Tradition und die Heranführung der Kinder und Jugendlichen an das Brauchtum ‚Meenzer Fassenacht'“, betonte Schulze. Die Genossenschaft unterstützt den Jugendmaskenzug außerdem durch Sponsorengelder.

Info& auf Mainz&: Gebote für den Ordenssatz können noch bis zum 25. Januar 2019, 12.00 Uhr abgegeben werden, die Auktion ist verdeckt, Gebote bitte an info(at)mainzer-Fastnacht.de schicken. Das Mindestgebot beträgt 1.111 Euro. Der Gewinner wird informiert, die Übergabe erfolgt offiziell aus den Händen des Vorstands der Mainzer Fastnacht eG. Die Genossenschaft weist außerdem darauf hin, dass aus organisatorischen Gründen keine Garantie gegeben werden könne, dass sämtliche Orden der Mitgliedsvereine im Satz enthalten seien. Die Infos dazu auch noch mal hier bei der Mainzer Fastnacht eG.

 

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„Mutig“ gegen „ganz schwach“ – Reaktionen auf OB-Kandidatur von Nino Haase – Freie Wähler Mainz für Haase

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Die Reaktionen auf die Kandidatur des parteilosen Nino Haase als OB-Kandidat für die Mainzer CDU fallen erwartungsgemäß kontrovers aus. Während die einen darin eine ausgebrannte CDU sahen, sprachen andere von einem mutigen oder interessanten Schritt. Auffällig war: Die Ampel-Fraktionen im Stadtrat hielten sich großflächig zurück, die FDP meldete sich etwa gar nicht zu Wort. Man nehme Haases Kandidatur „zur Kenntnis“ und stelle sich gerne „dem demokratischen Wettbewerb mit Herrn Haase und den zu erwartenden weiteren Bewerbern“, sagte der Mainzer SPD-Chef Marc Bleicher. Die SPD hat bisher ebensowenig ihren Kandidaten offiziell nominiert wie die Mainzer Grünen. Unterstützung erfährt Haases OB-Kandidatur derweil schon mal von den Freien Wählern, auch seine eigene Bürgerinitiative Gutenberg Museum äußerte sich begeistert.

Nino Haase will als unabhängiger Parteiloser OB von Mainz werden, und wird dabei von der CDU und den Freien Wählern unterstützt. – Foto: gik

Der amtierende Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) hat bereits parteiintern angekündigt, bei der OB-Wahl am 28. Oktober wieder antreten zu wollen, seine offizielle Nominierung soll aber erst nach der Kommunalwahl am 26. Mai erfolgen. „Unser Hauptaugenmerk liegt in den kommenden Wochen und Monaten allerdings ganz eindeutig auf den Kommunal- und Europawahlen am 26. Mai“, sagte der Mainzer SPD-Chef Marc Bleicher auf Mainz&-Anfrage. Die SPD wolle „unsere Position als DIE führende politische Kraft im Mainzer Stadtrat und in den Stadtteilen bestätigen und weiter ausbauen.“ Ansonsten freue man sich auf den demokratischen Wettbewerb bei der OB-Wahl gegen alle dann antretenden Kandidaten und freue sich „auf einen fairen und sachlichen Wahlkampf.“

Deutlicher fiel die Kritik dagegen bei der Grünen-Bundestagsabgeordneten Tabea Rößner aus: „Mit der Aufstellung eines parteilosen Kandidaten für die OB-Wahl zeigt die Mainzer CDU, dass sie entweder total zerstritten ist und niemand aus den eigenen Reihen eine Mehrheit hinter sich hat oder dass sie nicht daran glaubt, die Wahl gegen Ebling gewinnen zu können“, schrieb Rößner auf Twitter. Rößner ist seit Kurzem wieder Mitglied der Stadtratsfraktion der Grünen, über die 52-Jährige wird spekuliert, sie könne selbst als Kandidatin für das Oberbürgermeisteramt antreten. Auch die Grünen wollen ihren Kandidaten (oder Kandidatin) erst nach der Kommunalwahl nominieren.

Der Mainzer Landtagsabgeordnete Gerd Schreiner konterte Rößners Tweet postwendend mit dem Gegentweet: „Wie sagte schon Konrad Adenauer: ‚Das wichtigste aber ist der Mut.'“ Er sei stolz auf seine CDU und auf Nino Haase. In den vergangenen Wochen und Monaten sei viel gegenseitiger Respekt und Vertrauen gewachsen, „daraus kann Gutes werden für Mainz“, betonte Schreiner.

Die Grüne Tabea Rößner trat 2017 als Spitzenkandidatin der rheinland-pfälzischen Grünen bei der Bundestagswahl an. Jetzt wird sie auch als OB-Kandidatin gehandelt. – Foto: gik

Die CDU hatte am Montag Haase als ihren Kandidaten für die OB-Wahl am 28. Oktober präsentiert,. obwohl Haase kein CDU-Mitglied ist und explizit als Unabhängiger ins Rennen gehen will. Haase solle ein Bürgerkandidat wirken und ein Zeichen gegen den Mainzer Parteienfilz setzen, man wolle eine Allianz auch mit anderen Parteien schmieden, sagte die CDU-Chefin Sabine Flegel. Unterstützung dafür kam umgehend von den Freien Wählern: „Die Freien Wähler unterstützen die Kandidatur von Nino Haase voll und ganz“, kündigten Gregor Knapp und Erwin Stufler, Spitzenkandidaten der Freien Wähler für den Stadtrat an. Haase sei „jung, engagiert, unabhängig im Denken und bürgernah“, er vereine damit die Leitgedanken der Freien Wähler in Person.

„Mainz braucht einen Oberbürgermeister, dem kein Parteistaub anhaftet“, betonten Knapp und Stufler weiter. Der Erfolg der Bürgerinitiative unter anderem beim Bibelturm zeige: „Die Mainzer wollen einen Wechsel in der politischen Kultur, sie wollen eine moderne Stadtspitze.“ Haase habe deswegen gute Chancen, „er kann frischen Wind in die Rathausflure bringen und lässt sich nicht von irgendeiner Fraktionsdisziplin an die Kandare nehmen“, betonte Kurt Mehler, Stadtratsmitglied der Freien Wähler zudem. Parteilose OB-Kandidaten seien längst ein bundesweiter Trend.

Die Unterstützung der Freien Wähler kommt wenig überraschend: Haase ist Sprecher der Bürgerinitiative Gutenberg Museum, mit Gregor Knapp kürten die FW ein weiteres Mitglied der BI zu ihrem Spitzenkandidaten. Die BI erzwang bekanntlich mit der Sammlung von rund 13.500 Unterschriften den Bürgerentscheid zum Bibelturm am Gutenberg-Museum, bei dem 77,3 Prozent der Mainzer den Erweiterungsbau am Dom deutlich ablehnten. Das Votum wurde auch als Misstrauensvotum gegen die amtierende Stadtpolitik gewertet. Mainz müsse mehr auf seine Bürger hören, lautete der Tenor.

Thomas Mann (links) und Nino Haase waren Sprecher der BI Gutenberg Museum und organisierten gemeinsam erfolgreich den Bürgerentscheid zum Bibelturm. – Foto: gik

Der Begründer der BI, Thomas Mann, kandidiert derweil für die ÖDP für den Ortsbeirat in Weisenau. Die BI werde die Kandidatur Haases „mit allen Kräften unterstützen“, teilte Mann denn auch mit: „Mit Nino Haase haben die Mainzer endlich einen OB-Kandidaten, der frischen Wind in das Rathaus bringen wird. Bürgerschaftliches Engagement bekommt jetzt den Stellenwert, der von uns seit langem gefordert wird“, sagte Mann. Haase wolle auch die Ortsbeiräte sowie die Bürgerinitiativen stärker einbinden, er begreife „den Bürgerwillen nicht als Störung seines Handelns.“ Ebling hingegen habe auch nach der Bibelturm-Abstimmung das Verhältnis zu den Bürgern nicht korrigiert.

Die entscheidende Frage aber wird natürlich sein: Wie sehen die Mainzer die Kandidatur des gerade 35 Jahre jungen Chemikers Haase? „Ich glaube, ich bewerbe mich auch – Erfahrung oder Qualifikation für ein solches Amt muss man wohl nicht viel mitbringen“, schrieb ein Mainz&-Leser auf Facebook. Andere hingegen sprachen von einem guten oder interessanten Vorschlag – es wird in jedem Fall ein spannendes Jahr in Mainz.

Info& auf Mainz&: Mehr zum Vorschlag von Nino Haase durch die Mainzer CDU und den ausführlichen Begründungen dazu findet Ihr hier bei Mainz&.

 

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Beschädigte Salzbachtalbrücke an der A 66 sorgt für Stauchaos in Mainz und Wiesbaden – Pendler sollen unbedingt Nahverkehr nutzen

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Déjà-Vu in Mainz: Schon wieder sorgt eine kaputte Autobahnbrücke für Stauchaos in Mainz und Wiesbaden. Seit Montagfrüh herrscht Land unter auf den Autobahnen rund um Mainz, Pendler standen im Stau, selbst in der Mainzer Innenstadt ging zum Teil nichts mehr. Schuld ist in diesem Fall eine Autobahnbrücke an der A66 bei Wiesbaden-Biebrich, die sogenannte Salzbachtalbrücke. Bei Arbeiten an der Brücke bohrte eine Baufirma so verkehrt in den Beton, dass sie mehrere Spannglieder beschädigte, wie Hessen Mobil nun mitteilte. Das Ergebnis: Die Tragfähigkeit der Brücke ist beeinträchtigt, der Verkehr kann nur noch mit einer Spur pro Richtung über die Brücke geführt werden. Der Wiesbadener Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Grüne) äußerte sich stinksauer – und forderte die Pendler eindringlich auf, mit dem Personennahverkehr zur Arbeit zu fahren.

Die Salzbachtalbrücke der A66 bei Wiesbaden-Biebrich ist marode und nun auch noch durch falsche Bohrungen angeknackst. – Foto: Hessen Mobil

Die Salzbachtalbrücke stammt aus dem Jahr 1963, Hessen Mobil selbst nennt sie marode – die Brücke muss daher erneuert werden. Der Auftrag für den Neubau sei bereits erteilt, die Bauarbeiten sollen „im Frühjahr 2019“ beginnen, teilte der hessische Landesbetrieb am Dienstag mit. Damit der Verkehr mit drei Fahrstreifen über eine Brückenhälfte geführt werden könne, sei der nördliche Überbau 2018 mit einer Stahlkonstruktion im Bereich der Pfeiler verstärkt worden. Diese Arbeiten habe eine von Hessen Mobil beauftragte Baufirma ausgeführt – und dabei passierten Fehler: „Die Firma musste, um die Verstärkung anzubringen, in den Beton bohren, dabei hat sie mehrere Spannglieder beschädigt“, teilte Hessen Mobil mit. Die Spannglieder seien an- oder sogar durchgebohrt worden.

Hessen Mobil habe die Firma mehrfach aufgefordert, einen Bohrnachweis zu erbringen um zu zeigen, dass die Arbeiten korrekt durchgeführt wurden. Das habe die Firma aber nicht getan, deshalb habe Hessen Mobil am 18. Januar die Arbeiten überprüft. Bereits bei der ersten Stichprobe sei der Ausführungsfehler festgestellt worden. Das Ergebnis: die Tragfähigkeit der Brücke sei durch den Schaden beeinträchtigt worden. Hessen Mobil verfügte deshalb umgehend, dass statt drei Fahrspuren derzeit nur zwei Fahrspuren über die Brücke führen dürfen. Bisher war der Verkehr mit einer wechselseitigen Regelung mit drei Spuren über die Salzbachtalbrücke geführt worden, die Verengung auf zwei Fahrspuren führte umgehend zu erheblichen Behinderungen.

Eine schnelle Abhilfe ist nicht in Sicht: Bis auf Weiteres könne die Brücke nur mit zwei Fahrstreifen genutzt werden, teilte Hessen Mobil weiter mit. Das genaue Schadensbild werde derzeit von Sachverständigen untersucht, dabei soll auch geprüft werden, inwieweit die Brückenhälfte erneut verstärkt werden könne, um wieder drei Fahrspuren über die Brücke zu führen. Erst nach Abschluss dieser Untersuchungen könne die künftige Verkehrsführung während der anstehenden Brückenerneuerung festgelegt werden. Man werde nun mit dem Abbruch des südlichen Brückenbauwerks warten, bis die verkehrliche Situation geklärt sei. Die Autobahnbrücke hat eine Spannweite von 69 Metern und wird pro Tag von rund 80.000 Fahrzeugen benutzt.

Die Umleitungsempfehlung von Hessen Mobil zur Vermeidung der Salzbachtalbrücke auf der A66 führt über den Mainzer Ring. – Grafik: Hessen Mobil

Der Wiesbadener Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Grüne) reagierte unterdessen empört und sprach von einer „Hiobsbotschaft“. Die erneuten erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen für die Region seien „sehr ärgerlich“, er habe sich bei Hessen Mobil „mit Nachdruck dafür eingesetzt, dass die Mängel schnellstmöglich behoben werden“, sagte Kowol am Dienstag. Die einspurige Verkehrsführung sei „entgegen aller Zusagen und Planungen“ erfolgt, das Straßenverkehrsamt habe umgehend Vertreter der Wiesbadener Polizei zu einem ersten Krisengespräch eingeladen.

In Wiesbaden komme es derzeit zu Stau auf der Biebricher Allee durch Autos, die von der Äppelallee aus das Nadelöhr auf der A66 umfahren wollen. „Von einer Umfahrung quer durch die Wiesbadener Innenstadt kann ich nur abraten, dort geht es nur gefühlt schneller voran“, warnt Kowol. Der erste Ring sei umgehend dicht gewesen. Straßenverkehrsamt und Polizei würden in den kommenden Tagen genau beobachten, wo sich welche selbstgewählten Schleichwege und Umleitungsstrecken bildeten, man werde erforderlichenfalls dagegen einschreiten. „Straßenverkehrsamt und Polizei behalten sich vor, notfalls einzelne Straßen oder Autobahnzubringer und Autobahnabfahrten zu sperren oder eine Sperrung durch die übergeordneten Behörden zu erwirken“, warnte Kowol.

Das Straßenverkehrsamt forderte Hessen Mobil auf, schnellstmöglich ein weiträumiges Umleitungskonzept für den Autobahnverkehr zu entwickeln und umzusetzen, mit klaren Verkehrsleitungsmaßnahmen und notfalls Sperrungen auf den Autobahnen rund um Wiesbaden. Der Autobahnverkehr und vor allem der Lkw-Verkehr müssten wirksam um Wiesbaden herum geleitet werden. Bei Hessen Mobil versicherte man, man arbeite an einem Konzept, um den Schwerverkehr (größer 3,5 Tonnen) dauerhaft umzuleiten. Dumm nur für Mainz: Die Umleitungsstrecken laufen vor allem über den Mainzer Ring, Hessen Mobil empfiehlt das Ausweichen über die A643 und die A60 für Wege aus Richtung Frankfurt in den Rheingau oder umgekehrt. Damit kommt auf Mainz in den kommenden Monaten ein erheblicher Zuwachs an Verkehr zu – und mit Sicherheit werden viele Autofahrer auch den Weg durch die Mainzer Innenstadt suchen.

Kowol appellierte deshalb eindringlich an alle Pendler, wenn irgend möglich auf Busse und Bahnen umsteigen und auf alle anderen nicht zwingend erforderlichen Fahrten mit dem PKW in diesem Bereich zu verzichten. Kowol verwies dabei auch auf den neuen RheingauExpress RE9, der seit dem Fahrplanwechsel Eltville, Walluf, Schierstein und Biebrich schneller mit Frankfurt verbindet. Die neue Expressverbindung RE9 ergänze das Angebot der Rheingau-Linie RB10 und verbinde an Werktagen die Vororte Schierstein und Biebrich ohne Zwischenhalt am Wiesbadener Hauptbahnhof direkt und in nur 40 Minuten Fahrzeit mit Frankfurt – Infos dazu findet Ihr hier. Für weitere Verbesserungen im Öffentlichen Nahverkehr stehe er in einem engen Dialog mit dem Rhein-Main-Verkehrsverbund, betonte Kowol.

Info& auf Mainz&: Informationen zur Salzbachtalbrücke findet Ihr hier bei Hessen Mobil, die Informationen und den Fahrplan zur Expresslinie aus dem Rheingau hier im Internet. Aktuelle Informationen zur Stausituation rund um Mainz findet Ihr übrigens hier beim Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz im Internet – da gibt es auch diverse Webcams, die im Livebetrieb die Lage auf den Straßen zeigen.

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Parteiloser Nino Haase soll OB-Kandidat der Mainzer CDU werden – Flegel: Mutige Entscheidung und etwas ganz Neues – Kampf gegen Parteiverdrossenheit

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Paukenschlag in Mainz zu Jahresbeginn: Die Mainzer CDU schickt für die Oberbürgermeisterwahl Ende Oktober den parteilosen Aktivisten Nino Haase ins Rennen. Die Mainzer CDU-Chefin Sabine Flegel schlug am Montagabend Haase als CDU-Kandidaten vor, zuvor hatte der CDU-Kreisvorstand ihn einstimmig nominiert. Der 35 Jahre alte Chemiker soll frischen Wind in die verkrustete Mainzer Parteipolitik bringen, so die Ansage: Haase solle ein Bürgerkandidat sein, der die Wähler wieder für Stadtpolitik jenseits von Parteiengeklüngel begeistern soll. Haase selbst sprach von Transparenz, echter Bürgernähe und Ideen für Mainz, er wolle mit freiem Denken die Potenziale von Mainz stärken. Der 35-Jährige wurde in Mainz als Sprecher der Bürgerinitiative Gutenberg Museum bekannt, 2018 war er maßgeblich an dem Bürgerentscheid zum Bibelturm beteiligt, den die BI haushoch gewann.

Die Mainzer CDU-Chefin Sabine Flegel stellt Nino Haase als OB-Kandidaten der CDU vor. – Foto: gik

„Wir wollen einen neuen Weg“, sagte Flegel am Montagabend bei der Bekanntgabe von Haases Kandidatur. Haase sei nicht Mitglied der CDU, aber er trete für die CDU an und werde von der CDU unterstützt. In Mainz bestimme inzwischen „eine Handvoll, eine eingeschworene Gemeinschaft im Stadtvorstand“ die Politik, das aber führe mittlerweile „zu dermaßen vielen Fehlentscheidungen“, das könne so nicht weitergehen. „Mit einem unabhängigen Kandidaten wollen wir die Menschen für etwas Neues begeistern“, sagte Flegel, „sicher ist die Entscheidung mutig, und sie ist etwas ganz, ganz Neues.“

Zum ersten Mal präsentiert damit eine große Volkspartei bei einer Oberbürgermeisterwahl nicht einen Kandidaten aus den eigenen Reihen, sondern einen unabhängigen, parteilosen Kandidaten. Die Wahl zum Oberbürgermeister von Mainz ist keine unbedeutende: Mainz ist Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz und mit inzwischen 215.000 Einwohnern die 36. größte Stadt Deutschlands. Der Oberbürgermeister dieser Stadt hat Gewicht und Stimme, seit 1949 stellte die SPD alle Stadtoberhäupter von Mainz.

Seit 12. April 2012 ist Michael Ebling (SPD) Oberbürgermeister von Mainz, seines Amtszeit endet im April 2020 – Ebling hat verkündet, dass er zur Wiederwahl antreten will. Am 27. Oktober steht die OB-Wahl in Mainz an, eine mögliche Stichwahl würde zwei Wochen später stattfinden. Bislang ist aber auch Ebling noch nicht offiziell nominiert, die SPD will das erst nach der Kommunalwahl am 26. Mai durchführen. Auch die Grünen halten sich bislang noch bedeckt, was einen möglichen eigenen Kandidaten angeht.

Ließ Nino Haase den Vortritt, anstatt selbst als CDU-OB-Kandidatin anzutreten: die Mainzer CDU-Chefin Sabine Flegel. – Foto: gik

Die Frage, wen die CDU als Herausforderer für Ebling ins Rennen schickt, war mit Spannung erwartet worden: Die Christdemokraten hoffen angesichts der bundesweiten Schwäche der SPD auf Rückenwind bei der Kommunalwahl – und auf die Chance, im Herbst endlich selbst den OB von Mainz stellen zu können. Als mögliche Kandidaten wurden immer wieder CDU-Fraktionschef Hannsgeorg Schönig, aber auch der Landtagsabgeordnete Gerd Schreiner genannt. Seit ihrer Wahl zur Mainzer CDU-Chefin im September 2016 galt aber die Gonsenheimer Ortsvorsteherin Sabine Flegel als Top-Kandidatin, schon auf ihrem Wahlparteitag ritt sie scharfe Angriffe gegen Ebling und propagierte den Wahlspruch „Raus zu den Bürgern“.

Die Überraschung am Montagabend war denn auch groß: Nicht Flegel und kein anderer CDU-Mann fordern im Herbst Ebling heraus, die CDU nominiert stattdessen einen parteilosen, unabhängigen Kandidaten. „Wir haben uns ganz viele Gedanken gemacht: was will der Bürger?“, sagte Flegel am Montagabend. Die CDU sei stark und habe „eine gute Truppe mit hochkarätigem Personal“, betonte die Chefin, „und wir haben uns auch nicht gestritten.“ Aber auch die CDU sehe die steigende Politikverdrossenheit, die auch vor ihren eigenen Reihen nicht Halt mache. „Wenn man Wahlen gewinnen will, schafft man es vielleicht nicht allein mit der CDU“, sagte Flegel offen, „wir wollen, dass sich eine Allianz bildet für einen unabhängigen Kandidaten.“ Es gehe darum, die Menschen zu begeistern für etwas Neues, für einen Oberbürgermeister für alle Bürger. „Wir wollen endlich das Fenster aufreißen und frische Luft reinlassen“, sagte Flegel, „das hat Mainz noch nicht gehabt, und irgendwie ist es sexy.“

Nino Haase (rechts) mit dem Gründer der BI Gutenberg-Museum, Thomas Mann, vor Plakaten gegen den Bibelturm im Frühjahr 2018. – Foto: gik

Ausschlaggebend für die Entwicklung waren die Ereignisse um den Bibelturm, räumte die CDU offen ein: Im April 2018 hatten 77,3 Prozent der Mainzer einen Bibelturm als Erweiterungsbau des Gutenberg-Museums abgelehnt, der Wahlkampf im Vorfeld war mit großer Härte geführt worden. Die Bibelturm-Gegner wurden teilweise haltlos als „Banausen“ und rückwärtsgewandte Modernisierungsverweigerer beschimpft, die Mainzer sahen das anders: Der Bürgerentscheid wurde auch zu einem Votum gegen eine abgehobene Stadtpolitik über die Köpfe der Bürger hinweg. „Wenn man weiß und verstanden hat, dass ein Bürgerentscheid so ausgegangen ist, wie er ausgegangen ist, dann ist das eine Maßeinheit, die wir sehr ernst nehmen“, sagte Flegel, durchaus selbstkritisch. Die CDU hatte im Stadtrat für den Bibelturm gestimmt, Teile der Partei jedoch gegen den Turmbau gekämpft.

Nino Haase war Sprecher der Bürgerinitiative Gutenberg Museum, die den Bürgerentscheid mit der Sammlung von rund 13.500 Unterschriften erzwungen hatte. Der medienerfahrene Chemiker hatte der BI mit seinen Aktionen zu erheblichem Schwung verholfen und stets betont, er wolle Mainz mit Ideen voranbringen. Unter Haases tatkräftiger Mithilfe legte die BI schon während des Wahlkampfes Gegenkonzepte samt Vorschlägen für Finanzierungskampagnen vor, auch ein Modell zur Stärkung der Marke Gutenberg entwickelte die BI. Ihre Vorschläge wurden von der Stadtspitze um Ebling nie aufgegriffen, seit April 2018 herrscht Stillstand in Sachen Weiterentwicklung Gutenberg-Museum.

Will ein OB neuen Stils werden: transparenter, offener, näher am Bürger und offen für Ideen. Nino Haase tritt am 28.10.2019 als unabhängiger OB-Kandidat an. – Foto: gik

Haase begründete seine OB-Kandidatur nun genau damit: „Viele Menschen hatten die Hoffnung, dass sich danach etwas ändert, man hat den Menschen ein Versprechen gegeben“, sagte Haase am Montagabend: „Ich möchte nicht, dass die Menschen enttäuscht werden, die aktuelle Stadtsitze um OB Ebling ist aber auf dem besten Weg dahin.“ Die Stadtpolitik werde beherrscht von Parteiendominanz, es herrsche eine Unfreiheit für Ideen, geradezu ein Denkverbot, sagte Haase: „Es traute sich keiner, offen zu sprechen, der Arm des OB reicht bis in die Fraktion“, kritisierte Haase, „diese Unfreiheit behindert vieles, was wir erreichen könnten.“

So arbeiteten in Mainz Dezernate nicht zusammen, es herrsche ein Flickenteppich, eine übergreifende Idee für die Stadt gebe es nicht. „Es gibt keine Bestrebungen, neue Stadtteile zu erschließen, in der Wirtschaftspolitik herrscht absoluter Stillstand“, zählte Haase auf. Neue Gewerbegebiete würden nicht ausgeschrieben, Mainz nicht entwickelt. „Das darf nicht so weiter gehen“, betonte Haase, und genau das wolle er ändern: „Mainz soll bis 2030 eine führende Rolle im Rhein-Main-Gebiet spielen, und das können wir – aber es fehlt der politische Wille.“

Auch im Verhältnis zwischen OB und Bevölkerung brauche es eine Korrektur, forderte Haase: „Es muss wieder ein Vertrauen her, es braucht einen transparenten Führungsstil abseits parteipolitischer Spielchen“, sagte er. Ortsbeiräte müssten gestärkt werden, die „Überheblichkeit“ ihnen gegenüber ein Ende haben. Bürgerinitiativen müssten ernst genommen werden, anstatt sie „abzuwatschen“ und sie „als Ahnungslose mit Hang zum Rechtspopulismus zu beleidigen“. Ein OB müsse sich vor seine Bürger stellen und dafür sorgen, dass genau das nicht passiere, sagte Haase. In BIs säßen hochkompetente Menschen, „wenn man diese Menschen und ihre Ideen mitnimmt, kann man in Mainz Projekte verwirklichen, wovon wir nicht mal zu träumen wagen.“ Genau dafür wolle er als OB-Kandidat einstehen: „Ich habe die Möglichkeit, frei von Parteizwängen Ideen und Vorschläge zu prüfen und für die Stadt umzusetzen.“

Die CDU betonte, genau diesen Aufbruch für die Mainzer Stadtpolitik wolle und brauche man: „Die Stadtratsarbeit in Mainz befindet sich in einer gewissen Sackgasse“, sagte Fraktionschef Schönig. Sinn eines Stadtrates sei „ein Meinungsstreit, um die beste Lösung“, genau das aber passiere schon lange nicht mehr: „Es wird nur noch auf die politische Ausrichtung geachtet, alles von der Opposition wird abgelehnt, alles was von der Verwaltung kommt, ist prima“, beschrieb Schönig die Lage. Eine echte Diskussion um Lösungen finde nicht mehr statt. „Mit dem Versuch, einen unabhängigen Kandidaten an die Spitze zustellen, hoffen wir, dass das parteipolitische Klein-Klein aufgebrochen wird“, sagte Schönig: „Alles, was Demokratie ausmacht, ein Werben um unterschiedliche Ideen, ein Ziel zu erreichen, das wollen wir wiederbeleben.“

Ein erstes Plakat für die OB-Wahl gibt es schon mal: Nino Haase will OB von Mainz werden. – Foto: gik

„Stadtratspolitik soll auch Spaß machen, und sie macht keinen Spaß“, sagte Haase: „Es gibt keine offenen Diskussionen mehr im Stadtrat. Wir müssen freies Denken wieder zulassen, genau das ist die Motivation dieser Kandidatur.“ Der 35-Jährige hat in Mainz Chemie studiert und am Forschungsinstitut Cern in Genf sowie als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz sowie an der Universität Augsburg gearbeitet. Von 2017 bis 2018 war er Mitglied der Geschäftsführung der wissenschaftlichen Rechercheplattform Thesius, bekannt wurde Haase zudem, weil er 2009 die Spielshow „Schlag den Raab“ gewann – und damit rund drei Millionen Euro.

Haase hat keine Verwaltungserfahrung, und er ist nicht Mitglied der CDU. Das wolle er auch nicht werden, sagte Haase am Montag, seine Unabhängigkeit sei sein Vorteil. Er sei aber nach dem Bürgerentscheid zum Bibelturm wiederholt von vielen Seiten angesprochen worden, ob er nicht sein Engagement im politischen Bereich fortsetzen wolle. „Ich bin auch von vielen Unternehmern angesprochen worden“, sagte Haase: „Die Energie, die ich da letztes Jahr gespürt habe, hat mich zum Nachdenken gebracht.“ Er wolle Menschen wieder für Politik begeistern, „ich glaube, dass ich in der Lage bin, viele Menschen neu mitzureißen“, sagte Haase: „Eine Stadtführung, die Mainz aktiv gestalten will und kann, und nicht nur verwaltet – ja, das möchte ich, ja das kann ich.“

Info& auf Mainz&: Haase muss nun noch von der CDU-Parteibasis offiziell als OB-Kandidat  nominiert werden, am 29. und am 31. Januar stellt er sich den CDU-Mitgliedern bei zwei Bürgerversammlungen in Mainz vor. Die offizielle Nominierung soll dann am 4. Februar auf einem Parteitag der Mainzer CDU erfolgen. Mehr über die Gedankenwelt von Nino Haase lest Ihr unter anderem hier auf Mainz& zum Bibelturm. Wer ist der Mann, der die Mainzer Stadtpolitik aufmischen und als Unabhängiger Oberbürgermeister von Mainz werden will? Das erzählen wir Euch hier in unserem Mainz&-Porträt: Kämpfernatur, Wissenschaftler, Millionär.

 

 

 

 

 

 

 

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E I L: Mainzer CDU tritt mit Nino Haase zur OB-Wahl an – Parteiloser Chemiker will politischen Neustart in Mainz und Bürger begeistern

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Überraschung in Mainz: Die Mainzer CDU zieht nicht mit einer ihrer Parteispitzen in die Oberbürgermeisterwahl im Herbst, sondern mit einem unabhängigen Kandidaten: Nino Haase tritt als OB-Kandidat für die CDU an. Haase ist bekannt für seine Aktivitäten in der Bürgerinitiative Gutenberg-Museum und war maßgeblich am Bürgerentscheid gegen den Bibelturm beteiligt.

CDU-Chefin Sabine Flegel präsentierte am Montag überraschend Nino Haase als OB-Kandidat für die Mainzer CDU. – Foto: gik

Der parteilose 35 Jahre alte Chemiker hat keinerlei Parteierfahrung. Bekannt wurde er durch die Fernsehshow „Schlag den Raab“, bei der er drei Millionen Euro gewann. Haase betonte, er wolle Denkverbote aufheben, die Kluft zwischen Bürgern und Politik überbrücken und ein Oberbürgermeister aus der Bürgerschaft heraus und bewusst jenseits des „Parteienfilzes“ sein. Haase fordert nun im Herbst den amtierenden Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) heraus. Mehr in Kürze hier auf Mainz&.

Info& auf Mainz&: Unseren ausführlichen Bericht von der Pressekonferenz findet Ihr jetzt hier auf Mainz&.

 

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Blutmond über Mainz – Mondfinsternis in den frühen Morgenstunden bot faszinierendes Schauspiel

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Bis die Sichel nur noch ein ganz schmaler Rand war... - Foto: gik

Die Bedingungen waren perfekt: Ein voller Mond schien von einem klaren Himmel über Mainz, und so ließ sich heute in den frühen Morgenstunden ein faszinierendes Naturschauspiel gut beobachten. Eine Mondfinsternis bescherten die Himmelskörper, von 4.30 Uhr an konnte man beobachten, wie langsam ein Schatten von links am Mond knabberte. „Wolfsmond“ heißt die Winter-Mondfinsternis auch, Blutmond nennen sie viele. Grund ist schlicht eine Himmelskonstellation: Weil sich bei einer Mondfinsternis die Erde zwischen Sonne und Mond schiebt, verschwindet der Mond in unserem Schatten – und ist nur noch als rot leuchtender Schemen zu sehen.

Ein roter „Blutmond“ hing am frühen Montagmorgen am Himmel über Mainz – eine totale Mondfinsternis verdunkelte den Erdtrabanten. – Foto: gik

Im Sommer 2018 hatte zuletzt eine große Mondfinsternis halb Europa elektrisiert, nicht überall war das Himmelsschauspiel dann auch wirklich zu sehen gewesen. Anders dieses Mal in Mainz: Am frühen Montagmorgen schob sich der Mond gut sichtbar langsam in den Schatten der Erde. Doch auch dabei verschwand der Erdtrabant nicht vollständig, die schon im Erdschatten befindliche Seite leuchtete rot-orange, während eine schmale Sichel noch silbern schimmerte. Und so konnte man den Mond wahrhaftig wie einen Apfel am Himmel hängen sehen, eine unwirkliche Szene, die zugleich die ganze Tiefe des Erdalls sichtbar machte, Faszinierend.

Tatsächlich schob sich der Mond, wie vorhergesagt, um 5.41 Uhr ganz in den Kernschatten der Erde und verdunkelte sich dann fast komplett. Wer nicht wusste, dass dort oben ein Mond stand, musste ihn ziemlich suchen – der Mond nahm eine tiefdunkelrote Farbe an und war kaum noch zu erkennen. Gut eine Stunde sollte die Phase der totalen Verfinsterung den Vorhersagen zufolge anhalten, der Mond dann langsam aus dem Erdschatten wieder austreten. Wir gestehen: Das haben wir dann doch nicht mehr abgewartet – und sind ins warme Bett gesunken. Die nächste in Deutschland sichtbare Mondfinsternis wird erst Silvester 2028 erwartet.

Info& auf Mainz&: Für alle, die heute früh nicht selbst schauen und staunen konnten, kommt hier unsere Fotogalerie.

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Recyclinghöfe: Mainzer müssen Herkunft ihres Abfalls jetzt mit Formular nachweisen – Staus und Wartezeiten als Folge

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Sperrmüll in der Mainzer Neustadt am Gartenfeldplatz - Foto: gik

Seit dem 1. Januar müssen die Mainzer auf den Recyclinghöfen des Mainzer Entsorgungsbetriebs nun plötzlich ein Formular ausfüllen, wenn sie Grünschnitt, Sperrmüll oder Elektroschrott entsorgen wollen. Mit den Formularen solle die Herkunft der Abfälle aus Mainz nachgewiesen werden, teilte die Stadt Mainz diese Woche mit. So solle „verhindert werden, dass Fremdabfälle zu Lasten der Mainzer Bürger abgegeben werden.“ Die Neuregelung sorgt für verärgerte Reaktionen der Mainzer: Das Müll-Formular sei doch komplett sinnfrei und verursache lange Staus und Wartezeiten vor den Recyclinghöfen, so Mainz&-Leser. Die Linke kritisiert, der Entsorgungsbetrieb „schießt mit seiner Datensammlung mit Kanonen auf Spatzen“, sinnvoller sei es, Kleinlaster zu überprüfen.

Sperrmüll in der Mainzer Neustadt am Gartenfeldplatz - Foto: gik
Wilder Sperrmüll in der Mainzer Neustadt – die Mainzer können so etwas in den Recyclinghöfen entsorgen. Allerdings braucht es dazu seit 1.1.19 ein Müll-Formular. – Foto: gik

Der Recyclinghof in Hechtsheim und das Entsorgungszentrum Budenheim seien für die Annahme von Abfällen aus der Stadt Mainz gedacht und werden über den Abfallgebührenhaushalt finanziert, informiert der Entsorgungsbetrieb der Stadt Mainz auf seiner Internetseite. Leider komme es aber „immer häufiger vor, dass auch Abfälle aus anderen Herkunftsbereichen angeliefert werden“, heißt es weiter. Dies gehe zu Lasten der Mainzer Abfallgebührenzahler. Das gelte besonders bei den Abfallarten, die zwar kostenfrei angenommen würden, bei der weiteren Entsorgung aber dennoch Kosten verursachten.

Wie groß die Missbrauchsraten sind, war bisher nicht zu erfahren, eine Anfrage von Mainz& bei der Pressestelle der Stadt war auch nach drei Tagen noch unbeantwortet. Um unzulässige Abfälle abweisen zu können, müsse man die Herkunft der Abfälle prüfen und habe dafür jetzt ein Formular zur Abfallherkunft eingeführt, so der Entsorgungsbetrieb weiter. Auf der „Erklärung des Abfallerzeugers“ müssen Entsorgungswillige die Abfallart sowie Name, vollständige Adresse und Art der Anlieferung samt KFZ-Kennzeichen angeben. Auch eine persönliche Unterschrift ist nötig.

Am Recyclinghof Mainz-Hechtsheim werden ausschließlich Abfälle aus der Stadt Mainz angenommen, in Budenheim sind auch Abfälle aus dem Landkreis Mainz-Bingen zulänssig. Für die Abgabe von Sperrmüll und Elektroschrott müssen Privatpersonen aus dem Landkreis hier „zusätzlich die ausgefüllte AWB-Sperrmüllkarte und den Entsorgungsauftrag vorlegen“, so die Stadt Mainz.

Das neue Müll-Formular des Mainzer Entsorgungsbetriebs (Auszug). – Foto: gik

An der Regelung gab es umgehend Kritik: Das Formular sei doch „komplett sinnfrei“, schließlich könne man einfach irgendeine Mainzer Adresse draufschreiben, kritisierte eine Mainz&-Leserin auf Twitter: „Wer will das in Stoßzeiten kontrollieren?“ Zudem bildeten sich jetzt gerade vor dem Recyclinghof in Mainz-Hechtsheim lange Autoschlangen auf der Emy-Roeser-Straße, kritisierten andere Nutzer in sozialen Netzwerken. „Statt umweltfreundliche Müllentsorgung zu fördern, wird diese erschwert“, meinte ein weiterer Twitter-Nutzer: „Mainz wie es singt und lacht!“

Mainz& hatte daraufhin versucht nachzufragen, wieso diese Form der Kontrolle gewählt wurde und wie groß die Fremdanlieferungen denn seien, eine Antwort haben wir bisher nicht. „Der Entsorgungsbetrieb schießt mit seiner Datensammlung mit Kanonen auf Spatzen“, kritisiert derweil die Linke: Das Verfahren führe zu Verkehrsbehinderungen, Mehrbelastung der Mitarbeiter der Wertstoffhöfe und eine unnötige Sammlung persönlicher Daten.

Zwar sei natürlich die gebührenfreie Abgabe von Sperrmüll „ein begrüßenswerter Service, den der Entsorgungsbetrieb unbedingt beibehalten sollte.“ Auch müsse verhindert werden, dass Wirtschaftsbetriebe nicht ihre Entsorgungsabgaben umgehen und auf Kosten der Allgemeinheit ihren Schrott kostenfrei auf den Wertstoffhöfen entsorgte.  „Anstatt jedes winzige Fahrzeug zu erfassen und zu kontrollieren, sollten Kleintransporter ins Auge gefasst werden oder stichprobenartig illegale Entsorgungen untersucht werden“, sagte die Linkspartei. Die allgemeine Verdächtigung aller Nutzer lehne man ab. Auch seien die Datenschutzbestimmungen auf dem Formular nicht direkt ersichtlich – eigentlich müsse man erst einmal ins Internet gehen um zu wissen, was mit den erhobenen Daten geschehe, das sei vor Ort unpraktikabel.

Info& auf Mainz&: Der Entsorgungsbetrieb verweist darauf, dass man die „Erklärung des Abfallerzeugers“ auch im Internet herunterladen und gleich ausgefüllt zum Wertstoffhof mitbringen könne, das verringere Wartezeiten. Das Formular könnt Ihr Euch hier im Internet herunterladen. Informationen kann man auch telefonisch beim Abfalltelefon unter der Rufnummer Mainz 123 456 erfragen.

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