Liebe Mainz&-Fans – es gibt Neues: Mainz& wird in Zukunft seine Inhalte nicht mehr ausschließlich kostenlos anbieten. Es geht einfach nicht mehr – die Bereitschaft, Mainz& zu unterstützten, ob per freiwilligem Abo oder per Werbung, ist einfach zu gering. Viele Unternehmen schalten lieber ein Posting auf Facebook oder in Instagram anstatt Werbung bei seriösen Medien – den journalistischen Medien brechen die Einnahmen weg. Einen Weckruf dazu veröffentlichte gerade Funke-Verlegerin Julia Becker, sie warnt: „Wenn professioneller Journalismus seine wirtschaftliche Basis verliert, wird er ersetzt“.

„Journalistische Medien sind keine Marktteilnehmer unter vielen“, schreibt Becker in einem bemerkenswerten Gastartikel auf Focus Online – „sie sind demokratische Infrastruktur. Sie sind die vierte Gewalt – nicht weil sie regieren, sondern weil sie Macht sichtbar machen, kontrollieren und einordnen. Weil sie Fragen stellen, wenn andere schweigen. Weil sie Öffentlichkeit herstellen, auch dort, wo es unbequem wird. Diese Funktion steht massiv unter Druck.“
Medien sind in Deutschland durch das Grundgesetz geschützt, die Pressefreiheit gilt als hohes Gut – doch ausgehöhlt wird sie durch die rasante Entwicklung der sozialen Netzwerke. Meta, Google & Co leben von den Inhalten seriöser Medien – aber sie geben dafür: nichts. Das Problem dabei: Viele Unternehmen schalten schlicht keine Werbeanzeigen mehr in seriösen Medien, egal ob Print, Online oder TV – wozu denn? Schnell mal einen Post auf Facebook oder Insta rausgehauen, vielleicht hat man sogar eine eigenen Marketing-Kanal – wer braucht denn da noch klassische Medien?
Medien ohne Einnahmen = mehr billigere & lautere Inhalte
Nur: Wie lange gibt es klassische Medien noch, wenn sie sich nicht mehr finanzieren können? Praktisch ALLEN Medien von Fernsehen über Radio bis hin zu Print und Online brechen inzwischen die Werbeeinnahmen weg, in der ganze Republik laufen Kürzungsprogramme in den Redaktionen – und so gut wie alle News-Medien haben sich inzwischen hinter eine Paywall verzogen, um irgendwie Geld zu verdienen.

Julia Becker schreibt dazu: „Wenn professioneller Journalismus seine wirtschaftliche Basis verliert, wird er ersetzt: durch billigere Inhalte, lautere Inhalte und Inhalte, die nicht der Wahrheit verpflichtet sind, sondern ausschließlich maximaler Wirkung.“ Genau das passiert gerade: der Journalismus verliert seine wirtschaftliche Basis – an die sozialen Plattformen. Die Gefahr für die Gesellschaft ist immens: Sie verliert ihre gemeinsame Wirklichkeit, ihre Basis – und am Ende die Demokratie.
Die Entwicklung hat auch Mainz& erreicht – wir haben uns lange gegen eine Paywall gewehrt, weil wir finden, Informationen sollten frei zugänglich sein, gerade im Sinne von Demokratie und Information. Aber die wirtschaftliche Lage lässt uns keine Wahl: Guter Journalismus ist aufwändig und nicht umsonst zu haben – Mainz& muss sich finanzieren, und das geht in diesen Zeiten (offenbar) nicht mehr ohne Paywall. Wir werden deshalb künftig ausgewählte (!!) und besonders aufwändige oder exklusive Artikel nur Mainz&-Abonnenten zugänglich machen, der Großteil bleibt (erst einmal) frei zugänglich.
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