Die extrem hohen Temperaturen sorgen nun auch dafür, dass das Wasser knapp wird: Die Mainzer Netze riefen die Bevölkerung am Sonntag auf, in den kommenden Tagen Trinkwasser zu sparen. Man bitte darum, „sparsam und bewusst mit der kostbaren Ressource Trinkwasser umzugehen“, und weder Gärten zu bewässern noch Pools zu füllen. Die Mainzer sind nicht die einzigen: In Remagen im Norden von Rheinland-Pfalz rief die Stadt ebenfalls zum Wassersparen auf, ebenso der Kreis Cochem-Zell: die Speicher leerten sich derzeit sehr schnell.

Deutschland ächzt unter einer Hitzewelle, und die soll sich in den kommenden Tagen noch einmal verschärfen: Für Mainz sind für Montag und Dienstag Spitzentemperaturen von 37 Grad vorhergesagt, am Mittwoch soll es sogar bis zu 39 Grad heiß werden – es gilt eine amtliche Warnung vor extremer Hitze. Klar, dass das auch Auswirkungen auf den Wasserverbrauche hat: Die Verbrauchsprognosen der Mainzer Netze GmbH wiesen für den Trinkwasserverbrauch im Großraum Mainz über mehrere Tage Rekordwerte aus, teilte das Unternehmen am Sonntag mit.
Nun seien für die kommende Woche „weiterhin extreme Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke vorausgesagt“, deshalb bitte man die Mainzer darum, „in den kommenden Tagen sparsam und bewusst mit der kostbaren Ressource Trinkwasser umzugehen.“ So sollte in der aktuellen Hitzeperiode insbesondere auf das Bewässern von Gärten und Rasenflächen verzichtet werden. Auch Pools und Planschbecken sollten nächste Woche nicht mehr befüllt werden.
Pools nicht mehr befüllen, Rasen nicht sprengen: Wasser wird knapp
Mainz ist nicht die einzige Kommune, die mit Sorge auf die rapide sinkenden Wasserstände schaut: In Remagen ruft die Menschen dazu auf, den Wasserverbrauch auf das Nötigste zu beschränken – nur so könne die Trinkwasserversorgung weiterhin sichergestellt werden. „Aufgrund des derzeit sehr hohen Wasserverbrauchs leeren sich die Hochbehälter im gesamten Stadtgebiet sehr schnell“, zitiert der SWR eine amtliche Warnung der Stadt Remagen.

Auch in Mitteilungen der Kreisverwaltung Cochem-Zell und der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen heißt es, „gehen Sie absolut sparsam mit dem Trinkwasser um“. das solle nur noch für wichtige Dinge wie Kochen oder Körperpflege benutzt werden, nicht aber für das Befüllen von Gartenpools oder dem Waschen der Autos – und auch nicht für den Garten. Der Deutsche Wetterdienst warnt angesichts der ungewöhnlich hohen Temperaturen übrigens auch davor, dass sich Grasflächen entzünden – bitte deshalb NICHT auf trockenen Rasenstücken parken, im Wald rauchen, grillen oder ein Lagerfeuer anzünden.
In Mainz kommt das Trinkwasser aus drei Wasserwerken der Mainzer Stadtwerke in Eich, Hof Schönau und auf der Petersaue, deren Fördermengen reichten aus, den derzeitigen Verbrauch zu decken, versichert man bei den Mainzer Netzen. „Wegen der bereits lang andauernden Niedrigwasserphase laufen allerdings erste Brunnen des Wasserwerks Petersaue auf der Rheininsel trocken und können deshalb nur noch zeitweise betrieben werden“, warnt das Unternehmen weiter.
Die Wasserwerke der Mainzer Stadtwerke nutzen verschiedene Gewinnungsarten, informiert das Unternehmen weiter: Das Wasserwerk Petersaue nutzt Uferfiltrat aus dem Rhein, hier sorgen allerdings rückläufige Rheinwasserstände dafür, dass sich das Wasserdargebot verringert und sich dadurch die verfügbaren Fördermengen reduzieren. Mit Entspannung rechnen die Mainzer Netze aber durchaus auch: Erfahrungsgemäß sinke der Trinkwasserverbrauch mit dem Start der Sommerferien wieder etwas.
Seit 2017 deutlicher Anstieg beim Wasserverbrauch
Bereits seit 2017 beobachten die Mainzer Stadtwerke einen deutlichen Anstieg beim Trinkwasserverbrauch im Gebiet von Mainz, das korreliert mit den Hitzesommern: Ab 2017 stiegen die maximalen Tageswerte beim Trinkwasserverbrauch in Mainz regelmäßig über 80.000 Kubikmeter – 2019 wurden sogar fast 90.000 Kubikmeter als Tagesspitzenwert erreicht. Während der Corona-Pandemie explodierte dann die Zahl der Pools in Privathaushalten, weil die Schwimmbäder dicht waren. Auch 2023 baten die Mainzer Netze deshalb bereits Ende Juni darum, Wasser zu sparen.

Der Naturschutzbund NABU riet 2023 auch: Lieber seltener und dafür ausgiebig wässern, das rege ein starkes Wurzelwachstum in tiefere Schichten an und helfe den Pflanzen, das Wasser besser aufzunehmen. Die Pflanzen großflächig mit einem Sprenger zu beregnen, führe hingegen zu hohen Verlusten durch Verdunstung. Auch den Rasenmäher solle man getrost auch mal längere Zeit stehen lassen, raten die Experten: Kurz geschorene Rasenflächen trockneten schnell aus, mit längerem Gras hingegen beschatte der Rasen sich selbst und brauche weniger Wasser.
Am besten ist ohnehin Regenwasser zu sammeln, wer dazu keine Möglichkeit hat, der kann übrigens auch im Haushalt viel Gießwasser generieren: Wasser, das zum Waschen von unbelastetem Salat, Obst oder Gemüse verwendet wurde, kann aufgefangen und genutzt werden. Ebenso können Getränkereste von Tee, Kaffee oder Säften verwendet werden – das düngt dann auch gleichzeitig. Wer Nudeln oder Kartoffeln ohne Salz kocht, kann auch das abgekühlte Kochwasser gut nutzen. Und: Das Restwasser aus dem Trinknapf der Haustiere freut noch die Zierpflanzen.
Info& auf Mainz&: Mehr Tipps zum Wasser Sparen in Haus und Garten an heißen Tagen haben wir 2023 hier bei Mainz& aufgeschrieben:






