Die Hitzewelle rollt, und manche Wetterexperten sagen: Sie fängt jetzt erst richtig an. Denn kommende Woche werden extrem hohe Temperaturen im Dauermodus von an die 40 Grad erwartet - für Mainz gibt es inzwischen eine amtliche Warnung vor "extremer Hitze". Dazu steigen die Ozonwerte und ausgerechnet in diesem Sommer hat Mainz einen akuten Mangel an Schwimmbädern. Der Hausbesitzerverband Haus & Grund informiert zudem über die Frage: Dürfen Mieter bei großer Hitze eigentlich die Miete mindern?

Es gibt ja den alten Hit mit "36 Grad, und es wird noch heißer" - genau das wird in diesen Tagen wahr: "Es wird jetzt von Tag zu Tag noch ein Stückchen heißer werden", warnte am Sonntag die SWR-Wetterexpertin Pila Bossmann. Ein Hoch lenke weiter sehr heiße Luft aus Spanien nach Deutschland. Am Montag und Dienstag seien Spitzentemperaturen von 37 Grad vorhergesagt, am Mittwoch soll es sogar bis zu 39 Grad heiß werden - das sind Temperaturen, wie sie in Deutschland selten erreicht werden.
Der Deutsche Wetterdienst gab deshalb am Sonntag eine amtliche Warnung vor "extremer Hitze" für Mainz und die Region heraus: Schon am Sonntag und dann auch am Montag sei "eine extreme Wärmebelastung bis zu einer Höhe von 400 Metern" zu erwarten, und weil es sich nachts nicht mehr oder nur schlecht abkühle, sei mit einer zusätzlichen Belastung "insbesondere im dicht bebauten Stadtgebiet von Mainz zu rechnen." Das ist im Übrigen bereits der 4. Tag der Warnsituation in Folge. Übrigens steigen auch wieder die Ozonwerte: In Ludwigshafen wurde am Sonntag bereits die Ozonwarnstufe 1 mit mehr als 180 Mikrogramm erreicht.
Extreme Hitze bis 40 Grad: Hohe Belastung für den Körper
"Hitzebelastung kann für den Körper gefährlich werden", warnt der deutsche Wetterdienst - besonders alte und pflegebedürftige Menschen würden in den kommenden Tagen stark belastet - am Montag sogar extrem. "Vermeiden Sie nach Möglichkeit die Hitze, trinken Sie ausreichend Wasser und halten Sie die Innenräume kühl", heißt es weiter. Das ist in Manchen Wohnungen leichter gesagt, als getan - vor allem Menschen in Dachgeschosswohnungen leiden zurzeit stark.

Ausführliche Tipps für den Umgang mit Hitze haben wir Euch auf Mainz& ja schon mehrfach gegeben - sie bleiben aktuell: Leichte Kleidung, viel Kühles Trinken und öfters mal Körperteile unter einen Wasserhahn halten oder kurz (!) unter die Dusche hüpfen, um die Körpertemperatur wieder herunterzukühlen, sind ganz wichtige Strategien bei diesen tropischen Temperaturen.
Und nein, kurzes Duschen ist keine Wasserverschwendung: Das ist sogar effektiver, als sich unter fließendem Wasserhahn zu waschen. Dazu kann man auch noch einen Eimer mit in die Dusche nehmen und Spritzwasser auffangen, um damit die Blumen zu gießen.
Wiesbaden: Zwei Sprühnebelanlagen - Mainz ohne Hitzeaktionsplan
Die Stadt Wiesbaden wird kommenden Donnerstag übrigens zwei Sprühnebelanlagen auf dem Dern’schen Gelände und auf dem Kochbrunnenplatz in Betrieb nehmen: Dort wird auf Knopfdruck Wasser vernebelt, das in der Luft verdunstet und so für etwas Abkühlung sorgt, eine Maßnahme des Hitzeaktionsplans der hessischen Landeshauptstadt. Auf dem Luisenplatz steht zudem wieder eine "Klima-Kiste", in der Pflanzen und ebenfalls eine Sprühnebelanlage für Kühlung sorgen.

Mainz hat weiter keinen Hitzeaktionsplan, die Stadt gibt inzwischen immerhin ausführliche Tipps zum Umgang mit Hitze auf ihrer Homepage, ein echter Ersatz für strategische Maßnahmen gegen Hitze ist das aber nicht. Gerade erst hatte der Hitze-Check der Deutschen Umwelthilfe der Stadt wieder eine Rote Karte gezeigt, weil Mainz noch immer schlecht gegen Hitze gewappnet ist. Anstatt mehr Bäume für mehr Schatten und Kühle zu pflanzen, verlor Mainz nach der DUH-Auswertung in sieben Jahren rund 3.000 Bäume - ein großer Verlust fürs Stadtklima.
Der Versiegelungstrend nahm im gleichen Zeitraum bis 2025 in Mainz um 0,31 Prozent zu, beim Hitzenbetroffenheitsindex bleibt Mainz auch 2026 mit einem Wert von 17,27 gemeinsam mit Worms Schlusslicht in Rheinland-Pfalz. Auf Initiative der CDU soll nun der Gutenbergplatz vor dem Staatstheater mehr Schatten bekommen - mehr dazu lest Ihr nächste Woche bei Mainz&. Zudem hat die Stadt immer noch zu wenig Brunnen und Wasserflächen, und ausgerechnet im Sommer 2026 das Problem eines Schwimmbad-Engpasses - mehr dazu lest Ihr hier bei Mainz&.
Tagsüber Fenster zu, Rollläden oder Rollos runter
Tagsüber gilt aber vor allem: Fenster zu und Rollläden runter! Je weiter, desto effektiver, und das gilt so lange, wie die Temperaturen drinnen niedriger sind als draußen. Alternativ könnt Ihr natürlich auch Läden, Rollos oder Vorhänge nehmen, Vorrichtungen von außen sind aber wesentlich effektiver, weil sie auch das Aufheizen der Fensterscheiben verhindern. Abends und nachts gilt dann: Fenster auf und Durchzug! Dann kann sich die abgestandene Luft erneuern und ein Lüftchen durch die Wohnung wehen. Hoffentlich 😉

Das gilt auch, wenn sich schon am Nachmittag die Luft in der Wohnung unerträglich aufgeheizt hat: Dann lieber alle Fenster auf und jedes Lüftchen einfangen! Doch Ihr könnt noch mehr tun: Wassernebel können helfen, die Luft frischer zu machen, also spritzt ruhig mal mit der Wasserpistole durch die Gegend. Das freut auch Eure Blumen 😉 Zimmerbrunnen sind natürlich ideal, wer's mag, kann auch einen Ventilator oder Deckenquirl zu Hilfe nehmen.
Von kleinen mobilen Klimaanlagen fürs Zimmer rät die Verbraucherzentrale allerdings ab: "Diese Geräte sind wahre Stromfresser und können einen spätestens bei der nächsten Stromrechnung ganz schön ins Schwitzen bringen", warnt Elke Dünnhoff von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Beliebt sind sie inzwischen dennoch, in Büros bergen sie indes noch eine Gefahr: In dem Zug kann man sich leicht verkühlen, dazu verteilen Umluftsysteme gerne Viren und Bakterien im ganzen Bürogebäude - wer in Großraumbüros arbeitet, kann von den Ansteckungswellen ein Lied singen.
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