Die Mainzer Kunsthalle gilt als einer der wichtigsten kulturellen Leuchttürme des Landes, trotzdem steht die Institution im Mainzer Zollhafen vor dem Aus, weil sich die Mainzer Stadtwerke aus der Finanzierung zurückziehen. Nun aber gibt es vorsichtige Hoffnung für die Einrichtung: Der Weiterbetrieb der Kunsthalle sei jetzt bis Mitte 2027 gesichert, teilten die Mainzer Stadtwerke am Montag mit. Möglich machen das externe Sponsoren, die die Kosten für die drei noch geplanten Ausstellungen übernehmen. (ABO&)

Die Mainzer Kunsthalle wurde 2006 von den Mainzer Stadtwerken ins Leben gerufen mit der dezidierten Absicht, einen kulturellen Anker für das neue Wohnviertel Mainzer Zollhafen zu schaffen – und die neuen, hochpreisigen Wohnungen so besser vermarkten zu können. Die Stadtwerke hatten nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie die Kultureinrichtung nicht dauerhaft, sondern nur bis zum Ende der Vermarktung des Wohngebietes finanzieren würden, das steht nun kurz bevor.
Die Folge: Zum Jahresende 2026 wollten die Stadtwerke die Finanzierung der Kunsthalle einstellen, das war bekannt - bei der Stadt Mainz tat sich aber lange nichts, um den Erhalt der Einrichtung zu sichern. Erst ein Aufschrei aus der Kulturszene aktivierte den im März ins Amt gekommenen Kulturdezernenten Ata Delbasteh (SPD), der einen Runden Tisch ins Leben rief - und der zeigte nun erste Ergebnisse.
Zwischenlösung: Ausstellungen werden von Ausrichtern getragen
Es liege jetzt "ein Vorschlag für eine Zwischenlösung auf dem Tisch", mit dem der Weiterbetrieb der Einrichtung im Mainzer Zollhafen zunächst bis zum Spätsommer 2027 ermöglicht werde, teilten die Mainzer Stadtwerke am Montag mit. Möglich gemacht werde das vor allem durch das Engagement von an den kommenden Ausstellungen beteiligten Ausrichtern, namentlich der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) sowie der Kunsthochschule Mainz. Auch boten die Stadtwerke Mainz an, die Kosten für das Gebäude noch bis Sommer 2027 zu finanzieren - danach soll aber endgültig Schluss sein.
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