Die Hitzewelle hat nun auch immer kritischere Auswirkungen auf die Bäche und Flüsse im Land: Rhein, Main, Mosel und Nahe erreichten am Freitag eine Temperatur von 27 Grad, damit wurde eine kritische Schwelle für die Sauerstoffkonzentration überschritten. Umweltministerin Christine Schneider (CDU) rief Warnstufe 2 aus und warnte, an der Obermosel könne sogar ein Fischsterben nicht ausgeschlossen werden. Die Stadt Mainz untersagt ab diesem Wochenende die Wasserentnahme aus kleineren Bächen und Wassergräben – das gilt ausdrücklich auch für Gießkannen und Wassereimer.

Sonnenuntergang am Rheinufer in Mainz-Kastel Ende Mai 2026 - da gab es bereits einen erheblichen Algenwuchs in den flachen Bereichen. - Foto: gik
Sonnenuntergang am Rheinufer in Mainz-Kastel Ende Mai 2026 – da gab es bereits einen erheblichen Algenwuchs in den flachen Bereichen. – Foto: gik

An diesem Wochenende werden gerade im Rhein-Main-Gebiet neue Hitzerekorde erwartet, am Freitag wurde in Saarbrücken-Burbach mit 41,3 Grad an einer Messstation ein neuer bundesweiter Hitzerekord gemessen – er könnte in den beiden kommenden Tagen schon wieder geknackt werden. Noch nie hat Deutschland so früh im Jahr, noch vor Ende Juni, eine solche Hitzewelle erlebt, sagen die Wetterdienste. Das Problem dabei: Es kühlt auch nachts kaum mehr ab, die Nachttemperaturen liegen derzeit bei um die 24 Grad.

Das hat jetzt zunehmend auch Auswirkungen auf die Flüsse im Land: Wegen der anhaltenden Hitzewelle hätten bereits am Mittwoch die Mosel und am Donnerstag Rhein und Nahe im Tagesmittel die Marke von 27 Grad Celsius überschritten, teilte jetzt Umweltministerin Christine Schneider (CDU) mit: „Mit den anhaltend hohen Lufttemperaturen und den langen lichten Tagen, einhergehend mit einer hohen UV-Strahlung, steigen auch die Temperaturen in den Gewässern.“

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An der Obermosel droht ein Fischsterben: zu wenig Sauerstoff

Hohe Temperaturen führten zu sinkenden Sauerstoffgehalten, das könne das ökologische Gleichgewicht empfindlich stören. Finden zusätzlich noch weitere sauerstoffzehrende Prozesse statt, wird Stress für Fische und andere Lebewesen ausgelöst – das passiert derzeit an der Obermosel im Bereich Palzem: Hier trete „eine Sauerstoffzehrung auf“, die Sauerstoffkonzentration liege derzeit mit 2,6mg/l bereits unter der für Fische kritischen Marke von 3mg/l.

„An der Obermosel können wir ein Fischsterben nicht ausschließen“, sagte Schneider – und rief landesweit die Warnstufe 2 des Handlungs- und Informationskonzeptes bei hohen Wassertemperaturen aus. Das heißt: Die Struktur- und Genehmigungsdirektionen (SGDen) fordern alle relevanten Wärmeinleiter auf, täglich die eingeleiteten Wärmefrachten an die Behörde zu berichten, alle Rückkühlmöglichkeiten zu nutzen und – falls möglich – Revisionsarbeiten vorzubereiten, damit sie bei Eintreten der Handlungsstufe 3 vorgezogen werden können.

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Stadt Mainz untersagt Wasserentnahme an Bächen und Wassergräben

Die Stadt Mainz wiederum untersagte ab dem Wochenende die Entnahme von Wasser aus Gewässern der 3. Ordnung im Stadtgebiet – das sind keine Bäche, Seen oder Wassergräben. Das Verbot gelte ausdrücklich auch für die Wasserentnahme mit Handschöpfgeräten wie Eimern oder Gießkannen, betont man bei der Stadt – die niedrigen Wasserstände gefährdeten derzeit die ökologische Funktionsfähigkeit der Gewässer und den Lebensraum zahlreicher Tier- und Pflanzenarten. Man bitte die Bürger um einen verantwortungsvollen Umgang mit der Ressource Wasser und warnte, Verstöße könnten mit einem Bußgeld geahndet werden.

Giftiger Blaualgenbelag auf der Mosel im Jahr 2022, damals passierte das Ende August. - Foto: Landesamt für Umwelt RLP
Giftiger Blaualgenbelag auf der Mosel im Jahr 2022, damals passierte das Ende August. – Foto: Landesamt für Umwelt RLP

Die kritische Marke von 27 Grad hat indes auch der Main erreicht, der bei Mainz in den Rhein mündet. Das zuständige Regierungspräsidium Darmstadt rief auch hier die Mainanlieger auf, „alle Möglichkeiten zu prüfen und auszuschöpfen, um die Wärmeeinleitung und die Restverschmutzung des eingeleiteten Abwassers so gering und die Sauerstoffanreicherung im Gewässer so hoch wie möglich zu halten, bis sich die Wetterlage geändert hat.“

Das betrifft indes auch Badende, die in Rhein und Main Abkühlung suchen: Mit den steigenden Temperaturen steigt auch die Gefahr, dass sich Bakterien in den Gewässern vermehren, sichtbar ist das etwa an verstärktem Algenbewuchs. Bilden sich gar Blaualgen, werden giftige Stoffe ins Wasser abgegeben – dann gilt: Baden verboten! In der Nähe von Strömung und Fahrrinnen solltet Ihr ohnehin nicht in Rhein oder Main baden, Mit Bakterien und warmen Wassertemperaturen wächst nun auch die Gesundheitsgefahr – und der Spaß sinkt.

Info& auf Mainz&: Die Mainzer Netze haben angesichts der Hitzewelle bereits zum Wassersparen aufgerufen, mehr dazu lest Ihr hier auf Mainz&:

Mainzer Netze rufen zum Wassersparen auf: Gärten und Rasenflächen nicht gießen, Pools und Planschbecken nicht füllen