Die Wasserstände in den Flüssen sinken weiter, da warnt das Regierungspräsidium in Darmstadt vor gefährlichen Funden: Die niedrigen Wasserstände legen aktuell wieder Kampfmittel in Flüssen und Seen frei, warnen die Hessen – man bitte die Bevölkerung um Vorsicht rund um Gewässer mit niedrigem Wasserspiegel. Die sinkenden Pegel haben Mainz zudem einen ungewöhnlichen Gast am Ufer beschert: Das Löschboot der Feuerwehren von Mainz und Wiesbaden liegt jetzt am Mainzer Ufer.

Das knallrote Feuerwehrlöschboot liegt jetzt am Rheinufer in Mainz. - Foto: Feuerwehr Mainz
Das knallrote Feuerwehrlöschboot liegt jetzt am Rheinufer in Mainz. – Foto: Feuerwehr Mainz

Bereits seit Ende Juni gelten an Rhein, Main, Mosel und Nahe Warnstufen, weil die Gewässertemperaturen 27 Grad überschritten haben. Mainz und Wiesbaden untersagten bereits die Wasserentnahme aus kleineren Bächen und Wassergräben – und die Pegel der Flüsse sinken weiter. Das beschert Mainz nun einen aufsehen erregenden Gast: Derzeit liegt das Löschboot der Feuerwehren Mainz und Wiesbaden am Mainzer Ufer vor Anker.

„Aufgrund des niedrigen Wasserstands kann unser Feuerlöschboot den Schiersteiner Hafen derzeit nicht zuverlässig und sicher verlassen“, informierte die Feuerwehr Mainz via Facebook: „Damit es im Einsatzfall trotzdem schnell ausrücken kann, wurde es an einen Liegeplatz am Mainzer Rheinufer verlegt.“ Die vorübergehende Verlegung sorge dafür, dass das Boot weiterhin für Einsätze auf dem Rhein einsatzbereit bleibe. Auch kleinere Rettungs- und Mehrzweckboote würden wegen des Niedrigwassers teilweise verlegt.

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Niedrigwasser in Flüssen kann Weltkriegsmunition freilegen

Das große rote Löschboot wird von den beiden Feuerwehren gemeinsam betrieben und auch gemeinsam besetzt, berichtet die Feuerwehr weiter. Dabei wechsele monatlich, welche Feuerwehr den größeren Anteil der Besatzung stelle – in diesem Monat kommen ein Schiffsführer und ein Decksmann aus Wiesbaden sowie ein weiterer Schiffsführer aus Mainz.

Bergung des Munitionsfunds im Rhein vor dem Mainzer Winterhafen im August 2022. – Foto: Stadt Mainz
Bergung des Munitionsfunds im Rhein vor dem Mainzer Winterhafen im August 2022. – Foto: Stadt Mainz

Derweil bergen die niedrigen Wasserstände noch eine ganz andere Gefahr: Angesichts niedriger Gewässer-Pegel warnt der Kampfmittelräumdienst des Landes Hessen davor, freigelegte Objekte an oder aus Flüssen zu berühren oder zu bewegen. Denn: „Bei diesen kann es sich um Weltkriegsmunition handeln, die häufig durchaus noch gefährlich ist“, heißt es klar. Immer wieder gebe es nämlich Funde an Gewässern, zu denen der Dienst ausrücken muss.

So wurde etwa im August 2022 am Mainzer Winterhafen rund 400 Kilogramm Weltkriegs-Munition gefunden, darunter Panzerfäuste, Flakmunition und Panzermunition aus dem Zweiten Weltkrieg. 2018 waren fast an gleicher Stelle vor dem Mainzer Winterhafen im Rhein 66 bis 100 Flakpatronen bei Niedrigwasser entdeckt worden – die Fundstücke wurden damals noch im Wasser liegend gesprengt. Der Hintergrund: Die Gewässer wurden bei Kriegsende teilweise zur Entsorgung von Munition genutzt.

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Experten warnen: Verdächtige Gegenstände nicht bewegen!

Dabei seien die Objekte und deren Gefahren durch Laien kaum einschätzbar: „Durch den jahrzehntelangen Einfluss der Witterung auf die Munition ist sie unberechenbar“, warnt der Leiter des Kampfmittelräumdienstes, Alexander Majunke, und appelliert: „Verdächtige Gegenstände niemals bewegen, berühren oder aufheben.“ Den tatsächlichen Zustand könnten nur er und seine Kollegen verlässlich beurteilen.

Wenn mutmaßliche Kampfmittel oder Munitionsreste gefunden oder sichtbar werden, muss sofort der Kampfmittelräumdienst beim RP Darmstadt verständigt werden – das könnt Ihr zum Beispiel hier über diese Internetseite tun. Einfacher und schneller: den Polizei-Notruf 110 wählen. Der Kampfmittelräumdienst identifiziert dann die Fundobjekte schnellstmöglich, entschärft diese gegebenenfalls direkt vor Ort und entsorgt die unliebsamen Hinterlassenschaften aus den Weltkriegen.

Info& auf Mainz&: Den Kontakt zum Kampfmittelräumdienst in Hessen findet Ihr hier im Internet, die entsprechende Seite für Rheinland-Pfalz findet Ihr hier im Netz.