Die 500-Kilo-Weltkriegsbombe bei Wiesbaden-Erbenheim ist am Mittwochmittag erfolgreich entschärft worden. Gegen 12.15 Uhr wurde von Seiten der Stadt Wiesbaden Entwarnung gegeben: „Der Bombenfund ist glücklicherweise gut abgewickelt worden“, sagte der Wiesbadener Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD). Der Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg war am Dienstag bei Bauarbeiten in der Nähe der Bundesstraße B455 gefunden worden, für die Entschärfung musste auch die Autobahn A66 gesperrt werden.

In diesem Radius galt am Mittwochvormittag die Evakuierungszone rund um die Weltkriegsbombe. - Grafik: Stadt Wiesbaden
In diesem Radius galt am Mittwochvormittag die Evakuierungszone rund um die Weltkriegsbombe. – Grafik: Stadt Wiesbaden

Die Weltkriegsbombe war am Dienstag in unmittelbarer Nähe der Bundesstraße B455 an der Zufahrt zur Kaserne der US-Armee entdeckt worden, mit der Entschärfung hatte man es eilig: Bereits am Mittwochvormittag wurde ein Umkreis von rund 700 Metern um den Fundort evakuiert, betroffen waren allerdings nur rund 50 Anwohner – der Fundort lag auf freiem Feld.

Das größere Problem: Wegen der Entschärfung mussten auch mehrere Hauptverkehrswege gesperrt werden, darunter die B455 selbst, aber auch die Autobahn A66 sowie die Bahnstrecke zwischen Wiesbaden und Köln. Die Region ist derzeit ohnehin stark von Staus und Verkehrschaos belastet, weil sich die Reparatur einer Autobahnbrücke der A671 bei Hochheim hinzieht – die A66 dient derzeit als wichtige Ausweichroute.

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500-Kilo-Bombe gegen 12.15 Uhr erfolgreich entschärft

Am Mittwochmittag kam dann recht zügig die Entwarnung: Gegen 12.15 Uhr sei die stark korrodierte Bombe erfolgreich entschärft worden, teilte die Stadt Wiesbaden mit – in der Überlegung war auch eine Sprengung des Blindgängers gewesen. Ein Bombenfund sei „immer ein Riesenereignis, herzlichen Dank, dass alles gut geklappt hat und reibungslos gelaufen ist“, sagte der Wiesbadener Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) anschließend erleichtert in einem Video auf Facebook.

Da ist sie, die entschärfte 500-Kilo-Bombe bei Wiesbaden-Erbenheim, samt stolzer Entschärfer vom Kampfmittelräumdienst. - Foto: Stadt Wiesbaden
Da ist sie, die entschärfte 500-Kilo-Bombe bei Wiesbaden-Erbenheim, samt stolzer Entschärfer vom Kampfmittelräumdienst. – Foto: Stadt Wiesbaden

Die Anwohner durften danach in ihre Wohnungen und Häuser zurück, die Straßensperrungen wurden aufgehoben, natürlich auch auf der A66 zwischen Erbenheim und Nordenstadt. Über das Ende der Evakuierung informierten die Einsatzkräfte auch über Lautsprecherdurchsagen. „Wir sind froh, dass alles reibungslos verlaufen ist. Einsatzkräfte, Behörden und Ämter haben professionell Hand in Hand gearbeitet“, bedankte sich auch die Wiesbadener Ordnungsdezernentin Maral Koohestanian (VOLT).

Neben den Mitarbeitern aus der Verwaltung waren die Berufsfeuerwehr Wiesbaden, die Freiwillige Feuerwehr Heßloch sowie die Stadt- und Landespolizei im Einsatz. Ebenfalls vor Ort waren die Logistikgruppe der Feuerwehr Wiesbaden, die IuK-Gruppe der Feuerwehr Wiesbaden, das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) der Stadt Wiesbaden – so viel zu dem Aufwand, den eine solche Bombenentschärfung mit sich bringt.

Auch 81 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs finden sich immer noch beinahe täglich nicht explodierte Blindgänger bei Bauarbeiten im Boden – Experten schätzten etwa im Jahr 2022, dass bundesweit noch zwischen 100.000 und 300.000 Tonnen Blindgänger vorhanden sind. Pro Jahr werden in Deutschland etwa 5.000 dieser Blindgänger geräumt  und entschärft.

Infos& auf Mainz&: Wie kann man sich selbst auf Notlagen vorbereiten? Bei der Stadt Wiesbaden findet Ihr hier im Internet ausführliche Infos, wie man sich selbst auf plötzlich auftauchende Notlagen vorbereiten kann.