Das Trinkwasser in Wiesbaden ist noch immer mit gefährlichen Keimen belastet, auch fast zwei Wochen nach dem ersten Fund geben die Behörden keine Entwarnung: Aktuelle Probenergebnisse ermöglichten es „noch nicht, das vorsorgliche Abkochgebot für Teile der Wiesbadener Innenstadt aufzuheben“, teilte die Stadt Wiesbaden am Donnerstag mit. Das heißt: Das Trinkwasser in der Wiesbadener Innenstadt muss bis auf Weiteres vor dem Verzehr abgekocht werden.

Am 25. September hatte die Stadt Wiesbaden das Abkochgebot verhängt, nachdem bei Trinkwasserkontrollen in der näheren Umgebung des Kurhauses das gefährliche Bakterium „Pseudomonas aeruginosa“ gefunden wurde – besser bekannt als „Krankenhauskeim“. Seither suchen die Wasserwerke in Wiesbaden nach der Ursache, doch ohne Erfolg: Am Donnerstag teilte die Stadt mit, man habe weiter keine sauberen Leitungen.
„Die bis Donnerstag, 8. Oktober 2026, vorliegenden Ergebnisse entnommener Trinkwasser-Proben ermöglichen es noch nicht, das vorsorgliche Abkochgebot aufzuheben“, hieß es. Für eine Aufhebung des Abkochgebots müssten „drei aufeinanderfolgende und unauffällige Untersuchungsergebnisse von allen relevanten Entnahmestellen vorliegen“ – dies sei bislang nicht der Fall. Beprobt werden dabei sowohl die bislang belasteten Stellen als auch Entnahmestellen an den Grenzen des betroffenen Gebietes.
Seit 25. September Suche nach Ursache für Keime im Wasser
Zwischen den Untersuchungen muss zudem jeweils ein zeitlicher Abstand von mindestens zwei und maximal vier Tagen liegen. Erst wenn danach drei unauffällig Proben vorliegen, könne über eine Aufhebung des Abkochgebots entschieden werden. Das heißt: Die Leitungen in der Wiesbadener Innenstadt sind weiter nicht keimfrei und unbelastet, und das trotz zahlreicher Maßnahmen. Betroffen ist weiter das Gebiet zwischen Rheinstraße und Taunusstraße, Schwalbacher Straße und dem Aukammtal.

Man habe seit dem 25. September „vermehrt Ursachenfindung, Maßnahmen, Leitungsspülungen sowie Probenahmen und Untersuchungen“, durchgeführt, teilte die Stadt mit – welche Maßnahmen das genau waren, sagte sie nicht. Weitere Untersuchungen seien in den kommenden Tagen vorgesehen, die Ergebnisse werden aber erst Ende der kommenden Woche vorliegen. Das heißt für die Betroffenen noch eine ganze weitere Woche der Einschränkung.
Sobald die Ergebnisse vorlägen, „informieren das Gesundheitsamt und die WLW zeitnah über das weitere Vorgehen“, so die Stadt weiter. Bei einem Abkochgebot sollte zum Trinken und zur Zubereitung von Speisen und Getränken, ferner zur Wundreinigung sowie zum Zähneputzen ausschließlich abgekochtes Wasser verwendet werden, das einmal sprudelnd aufgekocht wurde und anschließend mindestens zehn Minuten abgekühlt ist. Personengruppen mit speziellen Risikofaktoren sollten außerdem auch für Händewaschen und beim Duschen nur abgekochtes Wasser verwenden.
Genauere Informationen zu den Personengruppen mit speziellen Risikofaktoren sowie den Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit findet Ihr in einem FAQ hier bei der Stadt Wiesbaden. Für Rückfragen stehen zudem die Wasserversorgungsbetriebe der Landeshauptstadt Wiesbaden (WLW) unter (0611) 7802201 sowie per E-Mail an wasserqualitaet@wlw-wiesbaden.de und das Gesundheitsamt Wiesbaden montags bis freitags von 8.00 bis 16.00 Uhr unter (0611) 312828 sowie per E-Mail an info-gesundheitsamt@wiesbaden.de zur Verfügung.
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