Die Corona-Inzidenzen sinken inzwischen stark – und das endlich auch in Mainz: Am Mittwoch sackte die Sieben-Tages-Inzidenz in Mainz endlich unter die 100er-Marke. Nach einer Inzidenz von 102 am Dienstag meldete das Gesundheitsamt Mainz-Bingen am Mittwoch auf einmal nur noch eine Inzidenz von 79, am Donnerstag waren es 73. Damit rücken nun endlich auf Lockerungen in Mainz in Sichtweite, das Land Rheinland-Pfalz zündete schon einmal die nächste Lockerungsstufe. Wichtigste Regelung darunter für Mainz: Ab Freitag fällt das Verbot, Alkohol zum offenen Verzehr zu verkaufen und Alkohol in der Öffentlichkeit zu konsumieren. Die Maskenverbotszonen in der Innenstadt und am Rheinufer bleiben jedoch, ebenso die Kontaktbeschränkungen und die nächtliche Ausgangssperre.

Gemütlich ein Glas Wein im Freien trinken - ab Freitag ist das auch in Mainz wieder erlaubt. Allerdings mit mehr Abstand als hier am alten Mainzer Weinstand ;-) - Foto: gik
Gemütlich ein Glas Wein im Freien trinken – ab Freitag ist das auch in Mainz wieder erlaubt. Allerdings mit mehr Abstand als hier am alten Mainzer Weinstand 😉 – Foto: gik

Über Wochen hinweg hinkte Mainz nun der Entwicklung der rasant sinkenden Corona-Neuinfektionen hinterher, nun hat die Abwärtswelle offenbar endlich auch die Landeshauptstadt erfasst: Hatte die Sieben-Tages-Inzidenz vergangene Woche noch zwischen 136 und 114 gelegen, sackten die Werte am Dienstag auf einmal nach unten. Nur noch sieben Neuinfektionen verzeichnete das Gesundheitsamt Mainz-Bingen auf einmal für das Mainzer Stadtgebiet, das brachte den Inzidenzwert ins Rutschen. Am Mittwoch stand bei der Sieben-tages-Inzidenz daraufhin nur noch eine 79 zu Buche, am Donnerstag eine 73 – dies sind die offiziellen Tageszahlen, die am gleichen Tag auch beim Robert-Koch-Institut (RKI) verwendet werden.

Die RKI-Zahlen sind die maßgeblichen für die möglichen Lockerungen des Corona-Lockdowns, das Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz meldet dieselben Zahlen stets schon einen Tag früher, was regelmäßig für Verwirrung sorgt. Maßgeblich für den Öffnungszeitpunkt sind aber die RKI-Zahlen, und danach muss eine Region fünf Werktage hintereinander unter der 100er-Marke bleiben, damit am übernächsten Tag darauf die  Bundes-Notbremse gelockert werden darf. In Mainz wäre das also frühestens Ende kommender Woche der Fall.

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Biergarten, Zuschauer bei Kulturveranstaltung - ab einer Inzidenz von stabil unter 100 ist das wieder möglich. - Foto: Kulturgarten KUZ / Maximilian_Klapdar
Biergarten, Zuschauer bei Kulturveranstaltung – ab einer Inzidenz von stabil unter 100 ist das wieder möglich. – Foto: Kulturgarten KUZ / Maximilian_Klapdar

Derweil treibt das Land Rheinland-Pfalz die Öffnungen des Corona-Lockdowns voran: Ab Freitag gilt eine neue Corona-Verordnung, danach dürfen ab sofort in den Regionen mit einer Inzidenz unter 100 Kulturveranstaltungen und Sport im Freien wieder vor bis zu 100 Zuschauern stattfinden. Ein vorangegangener negativer Test ist Pflicht, die Maskenpflicht am Platz entfällt jedoch, da zwischen den Plätzen ausreichend Abstand gehalten werden müsse, teilte die Staatskanzlei am Donnerstag mit. Das gilt für Regionen, in denen die Bundesnotbremse bereits ausgesetzt ist – also etwa den Landkreis Mainz-Bingen. Hier ist dann auch wieder kontaktloser Gruppensport außen unter Aufsicht eines Trainers mit maximal fünf Personen aus maximal fünf Haushalten wieder möglich.

Bei einer Inzidenz unter 50 können kulturelle und gastronomische Angebote ab Freitag sogar wieder in Innenräumen öffnen, auch hier mit Tests und festen Plätzen. Auch die Ausflugsschiffe dürfen ab Freitag wieder starten, was für sie erlaubt ist gilt analog zu den Regeln für die Gastronomie mit der Orientierung an den Kategorien “unter 100“ oder “unter 50”. “Die Infektionszahlen sinken weiter, gleichzeitig steigt die Zahl der geimpften Menschen im Land”, begründete Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) den weiteren Öffnungsschritt. Die Entwicklung mache “Mut und Hoffnung, und ermöglicht uns, die zweite Stufe des Perspektivplans Rheinland-Pfalz zu aktivieren und weitere vorsichtige Öffnungsschritte zu wagen”, betonte sie. Die warmen Temperaturen trieben die Menschen nach draußen, deshalb würden im Bereich Sport und Freizeitgestaltung einige Beschränkungen gelockert.

Die Maskenpflicht in Mainz auf öffentlichen Plätzen und am Rheinufer gilt weiter. - Foto: gik
Die Maskenpflicht in Mainz auf öffentlichen Plätzen und am Rheinufer gilt weiter. – Foto: gik

Der positive Trend der vergangenen Wochen verfestige sich, “dies gilt es auszubauen und gleichzeitig nicht leichtsinnig zu werden”, sagte der neue Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD): “Das Bedürfnis nach Normalität ist bei uns allen enorm”, man dürfe auch “berechtigt optimistisch auf die kommenden Wochen blicken.” Dennoch gelte es, weiter Vorsicht walten zu lassen, um das Erreichte nicht leichtfertig zu verspielen, betonte Hoch. Trotz der guten Entwicklung blieben daher die Grundregeln wie Maskentragen, Abstand, Hygienevorschriften und regelmäßiges Testen die Kernstrategie gegen die Corona-Pandemie. Auch die Kontaktbeschränkungen von maximal fünf Personen aus zwei Hausständen blieben zunächst auch unter einer Inzidenz von 100 noch bestehen.

Wo noch die Bundesnotbremse gilt, wie in Mainz, gilt weiter die strenge Kontaktbeschränkung auf nur eine weitere Person zusätzlich zum eigenen Hausstand – bei vielen Menschen scheint das immer mehr in Vergessenheit geraten zu sein. Rheinland-Pfalz hatte am 11. Mai umfangreiche Lockerungen des Corona-Lockdowns verkündet, die Ihr im Detail hier nachlesen könnt – für alle Regionen innerhalb der Bundes-Notbremse gelten die aber nicht. Und so gilt auch in Mainz weiter die nächtliche Ausgangssperre zwischen 22.00 Uhr und 5.00 Uhr, die strenge Kontaktregel sowie die Schließung von Außengastronomie und Geschäften, die lediglich Terminshopping mit negativem Coronatest anbieten dürfen.

Ein Bier allein am Rhein - oder eine Weinschorle - das ist ab morgen wieder möglich. - Foto: gik
Ein Bier allein am Rhein – oder eine Weinschorle – das ist ab morgen wieder möglich. – Foto: gik

Eine Lockerung greift aber auch schon ab diesem Freitag: Das Verbot des Konsums alkoholischer Getränke in der Öffentlichkeit entfällt, wie die Stadt Mainz nun mitteilte – man passe sich damit der neuen Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes an. Ab dem 21. Mai ist deshalb nun auch in Mainz wieder der Straßenverkauf und Ab-Hof-Verkauf von offenen alkoholischen Getränken erlaubt, das bisherige Verkaufsverbot im Stadtgebiet Mainz wird aufgehoben. Auch dürfen dann wieder alkoholische Getränke im öffentlichen Raum konsumiert werden – unter Einhaltung der Kontaktbeschränkungen. Das Alkoholverbot im Freien war zuletzt auf immer mehr Unverständnis gestoßen, weil sich  in Mainz nicht einmal zwei Personen aus dem gleichen Hausstand im Freien ein Bier gönnen durften – auf der anderen Rheinseite, in Mainz-Kastel aber schon.

Die Maskenpflicht in den Zonen in der Mainzer Innenstadt sowie am Rheinufer gilt aber weiter, betonte die Stadt Mainz zudem. Auch die Maskenpflicht ist umstritten, die AfD forderte am Donnerstag erneut, die Maskenpflicht am Rheinufer sei nicht verhältnismäßig und müsse abgeschafft werden. Das Ansteckungsrisiko im Freien seit laut aktuellen Studien äußerst gering, die Maskenpflicht widerspreche also “völlig dem Grundsatz der  Verhältnismäßigkeit und darf nicht mehr aufrecht erhalten werden”, sagte der Mainzer AfD-Chef Sebastian Münzenmaier, der zugleich aber auch forderte, es müsse in Mainz endlich wieder “gemeinsam am Rhein und in den Restaurants der Stadt gefeiert” werden.

Noch darf die Außengastronomie in Mainz nicht wieder öffnen - frühestens Mitte kommender Woche könnte das der Fall sein. - Foto: gik
Noch darf die Außengastronomie in Mainz nicht wieder öffnen – frühestens Mitte kommender Woche könnte das der Fall sein. – Foto: gik

Beim Gesundheitsamt Mainz-Bingen heißt es derweil, das Infektionsgeschehen sei weiter diffus – ob die Senkungen stabil seien, wisse man noch nicht. Nach wie vor fänden die meisten Infektionen im privaten Umfeld statt, auch gebe es weiter Corona-Ausbrüche in Schulen und Kitas wie derzeit etwa rund um Ingelheim. Dazu meldete das Gesundheitsamt aktuell einen neuen Corona-Ausbruch in einem Asylantenwohnheim in Bingen, der ebenfalls dafür sorgt, dass die Coronazahlen nicht weiter sinken. In der Binger Unterkunft seien zurzeit drei von 19 Bewohnern mit dem Coronavirus infiziert, hieß es weiter. Für die Einrichtung wurde Quarantäne angeordnet – es ist schon der zweite Ausbruch in einem Flüchtlingsheim binnen weniger Wochen: Mitte Mai hatte es einen Corona-Ausbruch in einem Mainzer Heim gegeben.

“Die Infektionszahlen sind zwar weiterhin hoch, die Entwicklung gibt aber dennoch Hoffnung”, sagte der für das Gesundheitsamt zuständige Kreisbeigeordnete Erwin Malkmus (FWG). Bisher hätten sich die Öffnungsschritte zum Christi Himmelfahrtswochenende noch nicht in den Fallzahlen niedergeschlagen. “Wir hoffen, dass dies so bleibt und wir die zu den nächsten Wochenenden anstehenden Lockerungen genießen können”, sagte Malkmus, und mahnte: “Solange wir uns an die vorgegebenen Konzepte halten, kann das gelingen.”

Info& auf Mainz&: Alle Details zur neuen Corona-Verordnung des Landes Rheinland-Pfalz findet Ihr hier in Internet, unseren Bericht zu den Corona-Lockerungen in Rheinland-Pfalz – samt Kommentar – findet Ihr hier bei Mainz&.

 

 

 

 

1 KOMMENTAR

  1. Nun ja, der übelste Schwachsinn außer dem Alkoholverbot bleibt kontrafaktisch bestehen: Maskenpflicht am Rheinufer, egal wieso, auch auf dem Fahrrad. Da komme ich immer noch nicht drüber hinweg, und glaube auch dass dieser negative Eindruck bei mir bleiben wird. “Denen” kann ich zukünftig wohl kaum noch etwas seriös abnehmen… Ach ja, ein angesehener Aerosolforscher hat dazu ja auch was zu sagen. Und der kommt aus Mainz. Sonst sind die Mainzer doch gerne so regionalromantisch… hört auf die Wissenschaft!

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