Die Stadt Mainz hat die Maskenpflicht am Mainzer Rheinufer nun bis 22.00 Uhr ausgedehnt, doch die Pflicht zum Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes stößt bei vielen gerade im Freien noch immer auf Unverständnis. Bei Kontrollen am Samstag stellten Polizei und Ordnungsamt 61 Verstöße gegen die Maskenpflicht fest – vor allem auch viele Radfahrer zeigten sich überrascht, dass auch sie eine Maske tragen müssen. Derweil erfüllte sich die Hoffnung auf sinkenden Infektionszahlen nicht: Die Inzidenz stieg am Montag in Mainz wieder auf knapp unter der 200er-Marke.

Am ganzen Mainzer Rheinufer gilt weiter eine Maskenpflicht - nun bis 22.00 Uhr. - Foto: gik
Am ganzen Mainzer Rheinufer gilt weiter eine Maskenpflicht – nun bis 22.00 Uhr. – Foto: gik

Nach der neuen Allgemeinverfügung gilt die Maskenpflicht am Rheinufer damit weiter für das gesamte Rheinufer von der Auffahrt zur Eisenbahnbrücke (Südbrücke) am Victor-Hugo-Ufer bis hin zur Drehbrücke am Zollhafen am Ende der Taunusstraße. Die Stadt Mainz dehnte die Zeitzone allerdings um eine Stunde aus: eine Masken muss hier nun zwischen 12.00 Uhr und 22.00 Uhr getragen werden. es ist die Konsequenz aus der neuen Ausgangssperre, die nun erst ab 22.00 Uhr gilt. Die Maskenpflicht soll am vielbelebten Rheinufer Infektionen mit dem Coronavirus unterbinden, da sich hier regelmäßig viele menschen tummeln.

Auch am Samstagnachmittag sei das Rheinufer „wetterbedingt sehr gut besucht“ gewesen, teilte nun die Mainzer Polizei mit – Polizei und Ordnungsamt hatten sich zur gemeinsamen Kontrolle verabredet. Was sie feststellen mussten: Vielen ist gar nicht klar, dass die Maske nicht nur beim Spaziergang oder beim Joggen getragen werden muss, sondern auch von Radfahrern, die den Bereich nur passieren. Man habe vielen „verdeutlichten und erklären“, und viele Einzelgespräche mit Passanten führen und die aktuell geltenden Vorschriften erläutern müssen, hieß es bei der Polizei weiter. Auch viele Fahrradfahrer seien „ob der geltenden Maskenpflicht, die auch beim Durchfahren der ausgewiesenen Bereiche gilt, verunsichert.“

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Zonen der Maskenpflicht in der Mainzer Innenstadt. - Grafik: Stadt Mainz
Zonen der Maskenpflicht in der Mainzer Innenstadt. – Grafik: Stadt Mainz

Der Großteil der Passanten habe sich zwar sich an die geltenden Regeln gehalten und die Kontrollmaßnahmen sogar begrüßt, so die Polizei weiter. Allerdings habe man auch insgesamt 61 Verstöße gegen die Maskenpflicht festgestellt, in sechs Fällen habe eine Ordnungswidrigkeitsanzeige fertigen müssen, weil sich zu viele Personen ohne Abstand trafen. Zweimal wurden zudem Verstöße gegen das Alkoholverbot geahndet – es gilt nach wie vor: im Freien darf KEIN Alkohol konsumiert werden, auch nicht, wenn man nur zu zweit ist.

Bereits seit Samstag gilt nun zudem auch eine Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske in öffentlichen Verkehrsmitteln – nach der Mainzer Mobilität informierte darüber am Montag auch die Wiesbadener ESWE. Danach müssen in Fahrgäste nun in allen Bussen, Bahnen und Zügen ab einer Inzidenz von 100 eine FFP2-Maske oder ein vergleichbares Modell tragen – eine OP-Maske reicht dann nicht mehr. Damit erkennt die Politik erstmals an, dass es in Bussen und Bahnen eine erhöhte Infektionsgefahr gibt, eine FFP2-Maske schützt nicht nur das Gegenüber, sondern auch den Träger vor Infektionen.

Auch in den Fußgängerzonen der Altstadt sowie auf dem Bahnhofsvorplatz gilt übrigens weiter eine Maskenpflicht, und zwar werktags von 8.00 bis 18.00 Uhr – damit gilt die Maskenpflicht auch am Samstag, nur Sonntage und Feiertage sind ausgenommen.

Auch in der Innenstadt gilt weiter eine Maskenpflicht. - Foto: gik
Auch in der Innenstadt gilt weiter eine Maskenpflicht. – Foto: gik

Derweil stieg die Sieben-Tages-Inzidenz in Mainz wieder deutlich an: Am Freitag hatte das Gesundheitsamt Mainz-Bingen noch einen Rückgang der Neuinfektionen gerechnet, die Sieben-Tages-Inzidenz lag bei 187 – das Landesuntersuchungsamt meldete diesen Wert auch noch am Montag für Mainz. Doch die Entwarnung war verfrüht: Am Montag meldete das Gesundheitsamt erneut einen starken Anstieg über das Wochenende: 129 Neuinfektionen, davon 56 im Landkreis Mainz-Bingen und 73 in der Stadt Mainz, ließen die Inzidenz erneut auf 197 steigen. Damit gingen die Neuinfektionen auch nach Ostern in der Stadt Mainz weiter – und das zu einer Zeit, als in Mainz die erste Ausgangssperre galt.

„Die Zahlen sind erschreckend“, sagte der für das Gesundheitsamt zuständige Beigeordnete Erwin Malkmus. Hinter jedem positiven Fall steckten eine Vielzahl von Kontaktpersonen, in den Gesundheitsämtern sei das weiter ohne Überstunden und Wochenendarbeit nicht zu schaffen. Er hoffe, dass die Bundesnotbremse jetzt helfe, die Pandemie wieder besser in den Griff zu bekommen. Nur wenn die Zahlen wieder sänken, „haben wir die Chance auf mehr Bewegungsfreiheit“, betonte Malkmus, und appellierte: „Helfen Sie bitte alle mit, diese wahnsinnige Arbeit und die Pandemie in den Griff zu bekommen.“

Info& auf Mainz&: Mehr zur FFP2-Maskenpflicht im Öffentlichen Nahverkehr lest Ihr hier bei Mainz&. Alle Regeln und Corona-Verordnungen für Mainz lest Ihr hier im Internet bei der Stadt Mainz.

 

6 KOMMENTARE

  1. Sorry, aber ich finde nirgends eine Vorschrift über das Alkohoholtrinkverbot im Freien. Ausschank und Verkaufsverbot ja, aber wo steht, dass ich nicht mein Bierchen im Freien trinken darf? Bitte um Hilfe!

  2. Das Verbot von Alkohol in der Öffentlichkeit bei Personen, die zu zweit oder gar alleine auf einer Parkbank sitzen ist unglaublich.
    Solcher Aktionismus delegitimiert die staatlichen, hier städtischen Akteure. Aktionismus bei angeblichen Schutzmaßnahmen ist eher eine vorweggenommen Rechtfertigung, „Ich Entscheidungsträger bin nicht Schuld, ich habe alles, auch das Widersinnige getan, was jetzt noch schief geht, liegt an Euch“. Auf dieser Basis kann kein Vertrauen und keine Solidarität in so schwierigen Zeiten entstehen.
    Fast noch absurder, kontrafaktischer ist die Maskenpflicht auf dem Fahrrad am Rheinufer. Aus Rache breche ich viele sinnlose „Coronaregeln“ absichtlich. Sie schützen nicht, sondern schaden dem gesellschaftlichen Sinn.
    Denn, kann auf solcher „Logik“ eine noch viel anspruchsvoller werdende Zukunft gebaut werden? Wie kommen wir aus so einer hirnlosen Art von „Problemlösung“ wieder raus?

    • Gute Frage… ja, die Racheidee kennen wir hier auch, aber wie dumm ist das denn, dass man sich zum so etwas animiert fühlt?! Das Verbot von Alkoholgenuss im Freien ist übrigens eine Überbleibsel der Weihnachtszeit: Eingeführt wurde es, um fröhliches Glühweintrinken in geselliger Runde zu unterbinden. Was ja durchaus Sinn machte. Aber dann einfach nicht wieder abgeschafft wurde…

  3. Also am Rheinufer in Mainz besteht vor 12:00 Uhr keine Virengefahr, nachher jedoch schon, und die Gefährlichkeit ist nach 22:00 Uhr bis 05:00 Uhr morgens so hoch, dass die Menschen nicht mehr ins Freie dürfen. Von 05:01 bis 11:59 besteht jedoch keine größere Gefahr, außer wenn ich auf einer Parkbank sitze und Alkohol trinke. An Abstinente kommt das Virus nicht ran.
    Das verstehe wer will.
    Ich frage mich, in welchem Irrenhaus ich eigentlich eingesperrt bin und besonders, wer die Irren sind…

  4. Kompliment an Julia. Köstlich. Wer so aufmüpfig die Wahrheit ausspricht, läuft Gefahr. Schon denken kann gefährlich sein. Ich habe bittere Erfahrung.
    Die gerne lächelnden Irren verwechsln gerne Selbstdarstellung mit Bürgernähe. Weinen könnt ich, weine…. (Zitat Hieronymus)

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