Die Debatte um die Reformpläne der Bundesregierung erhitzen die Republik, die Vorstellung des Mammut-Reformpakets ging indes nahezu unter, weil ein Detail sofort für einen Aufschrei sorgte: Die geplante Krankschreibung vom ersten Tag an. Während Gewerkschaften und der Mainzer Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) die Pläne scharf kritisierten, kommt vom Gastgewerbeverband DEHOGA Unterstützung: "Die Regelung hilft uns", sagt DEHOGA-Präsident Gereon Haumann im Mainz&-Interview, "ich kann damit die schwarzen Schafe zur Rechenschaft ziehen."

Pressekonferenz zur Vorstellung des Reformpakets in Berlin. - Video: ZDF, Screenshot: gik
Pressekonferenz zur Vorstellung des Reformpakets in Berlin. - Video: ZDF, Screenshot: gik

Eigentlich wollte die schwarz-rote Koalition mit ihrem großen Reformpaket Tatkraft und Handlungsfähigkeit beweisen, unter dem Titel "Programm für Aufschwung und Beschäftigung" legte die Bundesregierung zahlreiche Maßnahmen vor zu Steuerentlastungen und Rente, Arbeitsmarkt und Datenschutz, sowie ein großes Paket zum Bürokratieabbau - einen Überblick über alle geplanten Maßnahmen findet Ihr hier bei den Kollegen der Tagesschau.

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Seit der Agenda 2010 des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder (SPD) im Jahr 2003 hat es in Deutschland kein derart großes und umfassendes Reformpaket mehr gegeben, doch anstelle von Begeisterung, dass nun endlich Bewegung in ein festgefahrenes Land kommt, schallte der Regierung Merz erneut harsche Kritik entgegen. Der Grund: Der Bundeskanzler hatte quasi im Nebensatz auch noch verkündet, man werde die Krankschreibungen wieder vom ersten Tag an per Gesetz einführen - derzeit steht der Tag vier im Gesetz.

Merz: Zu hohe Krankenstände in Deutschland "seit Corona"

Friedrich Merz (CDU) begründete das mit hohen Krankenständen in Deutschland, die sich "seit Corona" etabliert hätten, und kündigte gleich auch an, die telefonische Krankschreibung ebenfalls streichen zu wollen - obwohl Ärzteverbände wiederholt erklärt haben, dass die telefonische Krankschreibung überhaupt nicht für die hohen Krankenstände verantwortlich seien: Sie machten lediglich 0,9 bis 1,2 Prozent der Krankschreibungen aus.

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