Die letzte Hitzewelle wirkt bei vielen noch nach, das gilt auch für die Natur: Die Trockenheit ist bereits weithin sichtbar, die Stadt Mainz hatte bereits zum Wassersparen aufgerufen – und die nächste Hitzewelle steht bereits vor der Tür. Nun stoppt der Wirtschaftsbetrieb in Mainz eine wichtige potenzielle Gefahrenquelle für Brände: Kerzen und Grablichter sind auf den Friedhöfen in Mainz vorerst verboten. Und die Stadt mahnt zudem zu Umsicht beim Grillen – und vor allem dazu, brennende Zigarettenkippen nicht einfach wegzuwerfen. Derweil berichtet das RKI in einem speziellen Hitzereport: Es gab schon mehr als 800 Hitzetote.

Bereits Ende Mai litt der Rhein unter Niedrigwasser - hier ein Strand am Ufer von Mainz-Kastel. - Foto: gik
Bereits Ende Mai litt der Rhein unter Niedrigwasser – hier ein Strand am Ufer von Mainz-Kastel. – Foto: gik

Bis einschließlich vergangenen Sonntag lag Mainz unter einem wahren Hitze-Dom, die Temperaturen von über 40 Grad machten nicht nur den Menschen zu schaffen: Auch die Grünflächen leiden derzeit deutlich. Und auch in dieser Woche bleiben die Temperaturen bei sommerlichen 30 Grad, der Natur fehlt der Regen – und das hat Folgen: Die Pegelstände der Flüsse sinken derzeit stark, die Flüsse Rhein, Nahe und Mosel erreichten bereits kritische Temperaturen von mehr als 27 Grad.

Die Stadt Mainz untersagte deshalb bereits Ende Juni die Wasserentnahme aus kleineren Flüssen und Wassergräben im Stadtgebiet, die Mainzer Netze riefen zum Wassersparen auf: Man möge bitte „sparsam und bewusst mit der kostbaren Ressource Trinkwasser umgehen“, hieß es bereits am 22. Juni. So sollte auf das Bewässern von Gärten und Rasenflächen verzichtet werden, Pools und Planschbecken nicht mehr befüllt werden.

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Nächste Hitzewelle im Anmarsch, bereits 810 hitzebedingte Tote

Und die nächste Hitzewelle ist schon im Anmarsch: Bereits zum Wochenende könnten die Temperaturen auch in Mainz wieder auf um die 35 Grad steigen, sagen Meteorologen – ein amerikanisches Wettermodell sagt sogar erneute Hitze von 40 Grad für die kommende Woche voraus, wie die Kollegen bei NTV berichten.  Das ist nicht banal: Bereits am vergangenen Wochenende kamen die Notaufnahmen der Krankenhäuser in Mainz an ihre Grenzen, weil gleichzeitig enorm viele Hitzepatienten versorgt werden mussten – allein am Sonntag waren es in der Mainzer Unimedizin 40 solche Patienten.

Mainz glühte in der Hitzewelle regelrecht - und die Extremhitze soll zurückkehren. - Foto: gik
Mainz glühte in der Hitzewelle regelrecht – und die Extremhitze soll zurückkehren. – Foto: gik

Laut Robert-Koch-Institut gab es allein in diesem Jahr bereits mehr als 800 hitzebedingte Sterbefälle in Deutschland – und diese Zahl wurde noch vor der akuten Extremhitze vergangene Woche ermittelt. Das ist kein Einzelfall: „In den Jahren 2020 und 2022 bis 2024 starben hitzebedingt jeweils etwa 3.000 und mehr Menschen“, teilte das RKI in seinem speziellen Hitzemortalitäts-Bericht mit. Besonders hohe Werte wurden in den Jahren 2018 und 2019 mit jeweils etwa 7.000 und mehr hitzebedingten Sterbefällen erreicht – in diesem Jahr waren es nun allein bis zum 21. Juni bereits 810, die meisten davon Menschen jenseits der 75 Jahre.

Nächste Woche könnte es also weiter gehen mit den Extremtemperaturen, das hat auch Auswirkungen auf die Brandgefahr: In Wiesbaden gilt bereits die Waldbrand-Warnstufe 3, sämtliche öffentliche Grillplätze in und am Wald bleiben im Stadtgebiet Wiesbaden geschlossen. Hier ist auch das Rauchen im Wald strengstens verboten – bereits eine unachtsam weggeworfene Zigarettenkippe kann ein Inferno auslösen.

Auch die Stadt Mainz bittet um erhöhte Achtsamkeit in Punkto Zigaretten und Grillen: Man bitte dringend darum, sich bei offenem Feuer und Grillen im privaten wie öffentlichen Bereich sehr umsichtig zu verhalten. Die Lage der städtischen Grillplätze sei aber so günstig, dass es für eine Schließung derzeit keine zwingende Notwendigkeit gebe.

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Verbot von Kerzen und Grablichtern auf Friedhöfen: Brandgefahr

Anders auf den Friedhöfen in Mainz: Hier entschloss sich der Wirtschaftsbetrieb der Stadt Mainz am Donnerstag, ein komplettes Verbot für (brennende) Kerzen und Grablichter auszusprechen. „Die Hitze und der ausbleibende Regen lassen Bäume, Büsche und Gräser austrocknen, das treibt die Brandgefahr in die Höhe“, erklärte die Vorstandschefin Jeanette Wetterling: „Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, auf allen Mainzer Friedhöfen das Anzünden von Kerzen und Grablichtern bis auf Weiteres zu verbieten.“

Brennende Grablichter und Kerzen sind derzeit auf den Friedhöfen in Mainz verboten. - Foto: Wirtschaftsbetrieb Mainz
Brennende Grablichter und Kerzen sind derzeit auf den Friedhöfen in Mainz verboten. – Foto: Wirtschaftsbetrieb Mainz

Die Entscheidung habe man sich nicht leicht gemacht, „denn wir wissen, wie wichtig solch ein Licht der Erinnerung für viele Trauernde ist“, betonte Wetterling. Man bitte aber um Verständnis, und darum, auf alternative Formen des Gedenkens zurückzugreifen. „Unter dem Strich ist das Risiko einfach zu groß“, erklärte sie: Gerade die Friedhöfe in Gonsenheim und Mombach grenzten unmittelbar an den Lennebergwald an. „Eine umgekippte Kerze oder ein gedankenlos weggeworfenes Streichholz kann so in kürzester
Zeit zu einer katastrophalen Kettenreaktion führen“, sagte Wetterling.

Aber auch auf den übrigen Friedhöfen der Stadt seien Kerzen und Grablichter momentan
ein Risikofaktor. Bei der Umsetzung setzt der Wirtschaftsbetrieb vor allem auf die Einsicht der Bevölkerung, Hinweisschilder in den Schaukästen sollen auf die Gefahr und das Verbot
hinweisen. Bei einer Gesamtfläche von mehr als 70 Hektar der Mainzer Friedhöfe sei eine flächendeckende Kontrolle gar nicht möglich. „Wir wissen aber, dass sich die Friedhofsbesucher der momentanen Wetterlage und den damit verbundenen Risiken durchaus bewusst sind“, sagte Wetterling: „Von daher gilt: Aufpassen, verzichten“ – und auf Regen hoffen.

Info& auf Mainz&: Den ganzen Sonderbericht des RKI zu hitzebedingten Todesfällen findet Ihr hier im Internet. Mehr zu den Folgen der letzten  Extremhitze vergangene Woche für die Mainzer Krankenhäuser könnt Ihr noch einmal hier bei Mainz& nachlesen: