Die gewaltsamen Proteste in Frankreich haben Europa erschüttert, was als Schülerproteste begann, wurde rasant schnell zu einer Protestbewegung, die nach Einschätzung von Sicherheitsexperten weitgehend von Linksextremisten gesteuert wird. Nach Italien und Spanien sollen die Proteste nun auch auf Deutschland übergreifen, für den 31. Oktober 2026 hat eine Bewegung namens „GenZ regelt“ Proteste in 32 Städten angekündigt – auch in Mainz. Doch wer ist „GenZ überhaupt“, und was rollt da auf Mainz und andere Städte zu? Eine Mainz&-Recherche.

Das brennende Rathaus von Limoges mit seinem einstürzenden Turm wurde zu Fanal für die Proteste in Frankreich vom 17. Oktober. - Webvideo via Ahmad Mansour
Das brennende Rathaus von Limoges mit seinem einstürzenden Turm wurde zu Fanal für die Proteste in Frankreich vom 17. Oktober. – Webvideo via Ahmad Mansour

Es begann mit Protesten gegen miserable Schulen, schlechte Bildung und wenig Aufstiegschancen, in Frankreich gingen Hunderttausende friedlich auf die Straße – die Probleme im französischen Bildungswesen sind seit Jahren groß. Doch am 17. Oktober eskalierten die Kundgebungen in mehreren Städten: Autos brannten, Polizisten wurden von vermummten Banden angegriffen, rund 2.000 Geschäfte wurden gestürmt, verwüstet und geplündert. In Lyon wurde die Tourist Information in Brand gesteckt, zum Fanal wurde das historische Rathaus von Limoges, das von Randalierern in Brand gesteckt und völlig zerstört wurde – angegriffen wurden Symbole von Macht und Wirtschaftskraft.

In Deutschland sprachen die Medien da immer noch von „Schülerprotesten“, dabei war spätestens zu dem Zeitpunkt klar: Das hatte weder mit Schülern noch mit friedlichen Protesten nicht mehr das geringste zu tun. Der französische Premierminister Sébastien Lecornu machte denn auch kurz nach den Taten ultralinke Gruppen für die Ausschreitungen verantwortlich, in Kooperation mit Migrantengruppen aus den Bonlieus von Paris, den oft mit einem hohen Migrantenanteil ausgestatteten Vorstädten.

- Werbung -
Werben auf Mainz&

Neue Organisation „GenZ regelt“ kündigt Proteste bundesweit an

Kurz danach kam es auch in Italien und in Barcelona zu gewaltsamen Randalen, in den sozialen Netzwerken ist von einer „Revolution“ die Rede, die jetzt auf ganz Europa überschwappen würde – in Paris betonte Lecornu, die massiven Ausschreitungen hätten die Schaltzentralen des Landes zum Ziel gehabt: „Es ist offensichtlich, Machtzentren in Paris ins Visier genommen wurden: der Élysée-Palast, der Regierungssitz, die Nationalversammlung“, zitiert ihn die Tagesschau.

Aufruf von "GenZ regelt" für Mainz am 31. Oktober 2026. - Plakat: GenZ regelt
ScreenshotAufruf von „GenZ regelt“ für Mainz am 31. Oktober 2026. – Plakat: GenZ regelt

Unmittelbar danach kündigte ein Bündnis „GenZ regelt“ an, man werde die Proteste jetzt auch nach Deutschland tragen – und Journalisten wie Politik und Polizei fragten sich verwundert: „GenZ who“? Eine solche Gruppierung war bislang nirgendwo bekannt, auch hatte es nach dem Abflauen der „Fridays for Future“-Bewegung keine größere Protestbewegung in Deutschland von Seiten der Schülerschaft gegeben: Demonstrationen kamen höchstens gegen die Rückkehr der Wehrpflicht vor, eine flächendeckende Bewegung der Schülerschaft? Fehlanzeige?

Doch für den 31. Oktober 2026 kündigt „GenZ regelt“ nun für 32 Städte bundesweit in Deutschland Demonstrationen an, laut einem Ticker soll es dafür bereits 150.000 Zusagen von Teilnehmern geben. Ursprünglich hatte „GenZ regelt“ Großdemos in neun Städten angekündigt, derzeit sind es laut der Homepage noch fünf: Berlin, Frankfurt, Köln, München und Hamburg. Wobei der Stand bereits wieder veraltet ist: Die Hamburger Polizei kündigte am Mittwoch in den sozialen Netzwerken an, die Demo finde nicht statt – es gebe keine Anmeldung für eine solche Kundgebung.

Polizei Mainz: Gehen von „störungsfreiem Verlauf“ aus

Nach Mainz&-Informationen ist das kein Einzelfall: Auch eine angekündigte GenZ regelt-Demo in Trier wurde wieder abgesagt, die Teilnehmer wollen nun nach Mainz zum gemeinsamen Protest fahren: Auch in der Landeshauptstadt ruft „GenZ regelt“ zur Demo auf. In Mainz soll die Kundgebung um 14.00 Uhr auf dem Gutenbergplatz am Staatstheater beginnen, auf der Homepage haben sich dafür rund 3650 Teilnehmer eingetragen – wer die Organisatoren dahinter sind unklar.

Auch mit solchen Plakaten wird für GenZ regelt-Proteste geworben: gewaltfreier Protest? - - Plakat: GenZ regelt
Auch mit solchen Plakaten wird für GenZ regelt-Proteste geworben: gewaltfreier Protest? – – Plakat: GenZ regelt

Von Seiten der Polizei Mainz heißt es dazu lediglich: Man habe gemeinsam mit der Stadt Mainz im Vorfeld „ein kooperatives Vorbereitungsgespräch mit der Anmelderin geführt“, diese habe ausdrücklich betont, „dass die Versammlung friedlich und gewaltfrei ablaufen soll.“ Man gehe „nach derzeitiger Bewertung von einem störungsfreien Verlauf aus“, teilte die Mainzer Polizei weiter mit. Gleichwohl sei man Dank routinierter Einsatzplanung „darauf vorbereitet, flexibel und angemessen auf etwaige Lageveränderungen zu reagieren.“

So zurückhaltend reagieren nicht alle: In Stuttgart teilte Polizeipräsident Markus Eisenbraun persönlich ein Video, in dem er ausdrücklich einen Zusammenhang mit den gewalttätigen Ausschreitungen in Frankreich herstellte. „Wir beobachten die Entwicklungen sehr aufmerksam und nehmen die Sorgen der Menschen diesbezüglich Ernst“, versicherte der Polizeichef in einem Reel, das Ihr hier selbst ansehen könnt. Es lägen Hinweise vor, dass es am Samstag zu „Störungen“ kommen könne, vereinzelt gebe es Aufrufe zu Gewalt.

Warnung vor Allianzen zwischen Islamisten und Linksextremisten

Tatsächlich warnt der Verfassungsschutz von Baden-Württemberg vor linksextremen, gewaltbereiten Gruppen. Man sei sehr gut vorbereitet und werde bei Störungen oder Straftaten sofort „konsequent und niederschwellig einschreiten“, betonte Eisenbraun: „Auch am Samstag gilt: die Polizei regelt das.“ Die Stuttgarter Kundgebung soll mit mehr als 12.000 Teilnehmern zu den größten gehören, seit Tagen rufen auch dort – sowie in Berlin, Frankfurt und anderswo – migrantische Gruppierungen zu den Protesten auf: Erwachsene mit Migrationshintergrund, zum Teil offensichtlich auch islamischen Gruppierungen zugehörig.

Viele solcher Profile mit eindeutig radikal-migrantischem oder islamistischem Hintergrund werben derzeit ebenfalls für die Proteste am 31. Oktober 2026. - Screenshots: gik
Viele solcher Profile mit eindeutig radikal-migrantischem oder islamistischem Hintergrund werben derzeit ebenfalls für die Proteste am 31. Oktober 2026. – Screenshots: gik

Das Mainzer Innenministerium teilte auf Mainz&-Anfrage mit, Allianzen zwischen islamistischen und linksextremistischen Gruppen seien auch in Rheinland-Pfalz zunehmend zu beobachten. Zwischen beiden Gruppierungen gebe es „Überschneidungen, insbesondere im Kontext des Nahostkonflikts“, man zeige „oft eine bemerkenswerte inhaltliche Nähe, wenn es um israelbezogenen Antisemitismus und dessen Narrative geht.“ So betrachteten pro-palästinensische Linksextremisten „die Terrorangriffe der HAMAS gegen Israel als ‚legitimen Widerstand‘ gegen Unterdrückung und Kolonialisierung, ein Narrativ, das von islamistischen Organisationen stammt und im Kern antisemitisch ist“, so das Ministerium weiter.

Und so diene „die gemeinsame Feindschaft gegenüber Israel als Scharnier, über das sich Akteure aus dem Linksextremismus, dem säkularen palästinensischen Extremismus und dem Islamismus verbinden“, so die Erkenntnisse des Verfassungsschutzes, das lasse sich auch in Rheinland-Pfalz beobachten: „Bei pro-palästinensischen Demonstrationen kooperieren islamistische, linksextremistische und nicht-extremistische Akteure oft, ohne dass die Grenzen zwischen ihnen noch klar erkennbar wären.“

Wer verbirgt sich hinter „GenZ regelt“?

Wer also verbirgt sich eigentlich hinter der sogenannten „GenZ regelt“? Auf der Homepage gibt man sich moderat: „Wir sind junge Menschen, die nicht länger zusehen wollen, wie ohne uns über unsere Zukunft entschieden wird“, heißt es dort: „Am 31. Oktober gehen wir in 32 Städten auf die Straße: für Bildung, Gesundheit, Klimaschutz und ein bezahlbares Leben.“ Tatsächlich hat die Initiative damit alles aufgereiht, wogegen man derzeit womöglich protestieren könnte: Bildung natürlich, aber eben auch Klimaschutz, man ist gegen „ungerechte Lastenverteilung“ und gegen „mehr Überwachung“.

Demoaufruf für "GenZ regelt" in Wuppertal: breite Themenwahl, rot-schwarze Revolutions-Optik. - Foto: GenZ regelt
Demoaufruf für „GenZ regelt“ in Wuppertal: breite Themenwahl, rot-schwarze Revolutions-Optik. – Foto: GenZ regelt

Dass auch noch die steigenden Lebensmittelpreise ins Spiel kommen, zeigt: Diese Protestbewegung richtet sich nicht allein an Schüler, die eher selten selbst Miete zahlen oder Lebensmittel kaufen, hier sollen offenbar breitere Kreise angesprochen werden. Mit „Wehrpflicht und Musterung“ kommt zudem ein typisch deutsches Thema ins Spiel, das derzeit viele junge Menschen bewegt – oft werden dabei grotesk falsche Vorstellungen von den Protestierenden geäußert, wie etwa, man würde „in den Krieg geschickt“ – Wehrdienstleistende dürfen gar nicht an eine Front geschickt werden.

Man sei „friedlich und überparteilich“, heißt es bei „GenZ regelt“ weiter, man sei „gegen jede Gewalt“ und distanziere sich von Extremismus, Rassismus und Hetze – Antisemitismus steht nicht dabei. Tatsächlich vermitteln viele Aufrufe in den einzelnen Städten ein anderes Bild: In Wuppertal dominieren die Farben Rot und Schwarz, Fackeln und Feuerzeuge werden vor Staatsgebäuden geschwenkt, Rauch verdunkelt den Himmel. Ein anderes Plakat zeigt eine vermummte Person mit Totenkopf-Flagge und flammendem Bengalo – wer solche Bilder verbreitet, will der wirklich friedlichen Protest?

Organisatoren von GenZ regelt-Protesten treten reihenweise zurück

Das Plakat für die Großkundgebung der „GenZ regelt“ in Frankfurt zeigt gereckte Fäuste vor der Frankfurter Skyline im Sonnenuntergang, inhaltlich wird hier alles an den Pranger gestellt, was man sich nur vorstellen kann: Von Merz, Trump und Putin über hohe Ticketpreise der Bahn bis hin zu Wohnungsmangel und den Epstein Files. Mehrere Medien berichten zudem, in Telegram-Gruppen werde immer wieder auch zu Vorbereitung auf Gewalt aufgerufen: Mal will man sich Benzin besorgen, mal eine Staatskanzlei stürmen.

Demoaufruf für "GenZ regelt" in Frankfurt: alle nur möglichen politischen Themen. - Foto: GenZ regelt
Demoaufruf für „GenZ regelt“ in Frankfurt: alle nur möglichen politischen Themen. – Foto: GenZ regelt

Wer hinter der Homepage „GenZ regelt“ steht, ist weitgehend unklar. Das Impressum weist einen Akram Selo aus, allerdings mit einer Adresse einer Consulting Gruppe aus Zürich in der Schweiz. Selo selbst seit ein 18-jähriger Mediendesigner, der in die  Organisation in Frankfurt eingebunden sei, berichten Medien – man habe sich auf TikTok getroffen und vernetzt. Doch offenbar gibt es selbst im eigenen Lager inzwischen massive Zweifel an der Seriosität der ganzen Sache.

In Berlin trat am Wochenende der Student Gianni Matheja als Sprecher der „GenZ regelt“ zurück – und begründete diese ausdrücklich damit, dass er eine gewaltfreie Demo nicht mehr als gegeben ansehe. „Inzwischen kommen unter dem Namen „Gen Z regelt“ unterschiedliche Gruppen zusammen, deren Vorstellungen über Ziele und Formen des Protestes auseinandergehen“, schreibt „Giannistudiert“ auf Instagram: „Einen gemeinsamen friedlichen Rahmen sehe ich unter diesen Umständen nicht mehr ausreichend abgesichert.“

Warnung vor suspekten Strukturen, Distanzierung der BSK

Gianni ist kein Einzelfall, wie der „Tagesspiegel“ schreibt: Praktisch alle Organisatoren in Berlin seien inzwischen ausgetreten, übrig sei nur noch eine 48 Jahre alte Frau – und außer einer Anmeldung der Kundgebung sei bislang in Berlin noch nichts geregelt. Die ausgetretenen Aktivisten „warnen derweil vor suspekten Strukturen hinter der Initiative, nicht nur in Berlin, sondern in ganz Deutschland“, schreibt der Tagesspiegel, es gebe Meinungsverschiedenheiten, wofür der Protest überhaupt stehen solle – und vollkommen unklar sei auch, was mit bereits eingesammelten Spendengeldern von immerhin mehr als 11.000 Euro passiere.

Autonome warten am Rande einer Demo in Frankreich auf ihren Einsatz kleiner - Screenshot gik
Autonome warten am Rande einer Demo in Frankreich auf ihren Einsatz kleiner – Screenshot gik

Das schlechte Bauchgefühl hatten andere offenbar schon vorher: Die Bundeschülerkonferenz distanzierte sich vor drei Tagen ganz offiziell von den Protestaufrufen für den kommenden  Samstag: Man solidarisiere sich mit friedlichen Protestformen und den friedlich demonstrierenden Schülern und unterstütze bildungspolitische Forderungen an die Politik – von den Protesten am 31. Oktober  „distanzieren wir uns in ihrer derzeitigen Form“, heißt es auf der Homepage der BSK.

„Wir sehen aufgrund undurchsichtiger Organisationsstrukturen die Gefahr, dass die ernstzunehmenden Anliegen junger Menschen zum Spielball politischer Instrumentalisierung und Polarisierung werden können“, warnt die BSK: „Das wird diesen Sorgen und Forderungen nach einer guten Bildung und sicheren Zukunft nicht gerecht.“ Gewalt sei keine Lösung, Gewalt und Gewaltaufrufe lenkten von den eigentlichen Problemen im Bildungssystem ab und könnten dazu führen, dass berechtigte Forderungen nicht mehr ernst genommen werden.

Schülervertretung RLP will an „GenZ regelt“ in Mainz teilnehmen

Deswegen wolle man „eigene Formate und Demonstrationsformen schaffen, die friedlich, demokratisch und klar bildungspolitisch ausgerichtet sind“, kündigte die BSK an – so will man sich am 20. November am europaweiten Schulstreik beteiligen. Zahlreiche andere Landesschülervertretungen folgten der Distanzierung, nicht jedoch die Landesschülervertretung von Rheinland-Pfalz: Hier heißt es zwar, „wir unterstützen ausschließlich friedliche und demokratische Protestformen“ – an der Demo von „GenZ regelt“ in Mainz will man aber teilnehmen und sogar Reden, wie LSV-Vertreter gegenüber der Rhein-Zeitung sagten.

Derweil warnt der Verfassungsschutz vor einer Unterwanderung der „GenZ regelt“-Proteste durch „Teile der linksextremistischen Szene“ sowie durch „Gruppierungen aus dem auslandsbezogenen Extremismus“, auch die Gewerkschaft der Polizei warnt vor „Randale“ und Ausschreitungen. Aus welchem politischen Lager die kommen könnten, daran haben die Behörden einheitlich keine Zweifel: Genannt werden ausschließlich linksextreme Kräfte. Tatsächlich hatte der US-Fernsehsender Fox News bereits am 21. Oktober in einer Digitalrecherche 101 Organisationen in 8 europäischen Ländern plus den USA identifiziert, die die gewaltsamen Proteste in Europa organisiert haben sollen.

Die meisten würden von Erwachsenen geleitet, nur ein Drittel seien echte Schülerorganisationen, fand Fox News heraus – und alle kämen aus einem Spektrum, in dem sich Islamistische Organisationen mit ultralinken, kommunistischen und sozialistischen Gruppen vernetzten. Für Deutschland zählt der Bericht fünf Organisationen auf, die international vernetzt seien: Die sozialistische Jugendorganisation „Die Falken“ , die „Linksjugend [’solid]“, die DIE LINKE.SDS, der sozialistische Hochschulbund der Linken, die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ), der marxistisch-leninistische Jugendverband der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) sowie die trotzkistische, revolutionäre „Sozialistische Organisation Solidarität“.

Info& auf Mainz&: