Das ist eine der spannendsten Personalien der vergangenen Jahre: Sven Regener wird der neue Mainzer Stadtschreiber im Jahr 2026. Bekannt wurde Regener vielen wohl am ehesten als Musiker: Regener gründete 1985 in Berlin die Band „Element of Crime“, in der er selbst als Sänger, Trompeter und Gitarrist tätig war. Doch Regener hat auch Romane, Drehbücher und Songtexte geschrieben, sein erster Roman „Herr Lehmann“ wurde ein Bestseller. Nun wird Regener eine besondere Ehre zuteil: 2026 wird er der 41. Mainzer Stadtschreiber – und dann wohl auch häufiger in Mainz zu sehen sein.

Der Mainzer Stadtschreiber Literaturpreis wird seit 1985 jährlich vergeben, die Auswahl trifft eine Jury aus Vertretern der Stadt Mainz sowie den Fernsehsendern ZDF und 3sat. Zu den Preisträgern gehörten bereits Größen wie Feridun Zaimoglu, Ilja Trojanow, Hanns-Josef Ortheil oder Sten Nadolny. Aktuelle Preisträgerin des Jahres 2025 ist die Schriftstellerin Annett Gröschner. Der Preis ist mit einem Preisgeld von 12.500 Euro verbunden sowie dem Recht, ein Jahr lang in der Stadtschreiberwohnung zu wohnen, die derzeit zu Füßen des Doms liegt. Der Stadtschreiber hat zudem die Chance, gemeinsam mit ZDF und 3sat einen Film nach freier Themenwahl zu produzieren.
Jedes Jahr im Herbst wird der neue Stadtschreiber fürs kommende Jahr gekürt, und das ist in diesem Jahr eine faustdicke Überraschung. Die Jury entschied sich für den in Berlin lebenden Sven Regener. Regener ist vielen wahrscheinlich eher als Musiker bekannt: 1985 gründete der gebürtige Bremer in Berlin die Band „Element of Crime“, mit der er als Sänger, Trompeter und Gitarrist bisher 13 Studioalben veröffentlichte und über 1.000 Konzerte spielte.
Regener: Große Geschichten mit Melancholie und beiläufigem Ton
Doch Regener ist mehr als Musiker, 2001 erschien sein erster Roman „Herr Lehmann“, der schnell ein Bestseller wurde – ebenso wie die nachfolgenden Romane. Zusammen mit Leander Haußmann entstanden die Filme „Herr Lehmann“ und „Hai-Alarm am Müggelsee“ sowie das Theaterstück „Die Danksager/Bunter Abend“. Zuletzt erschien sein Essay „Zwischen Depression und Witzelsucht. Humor in der Literatur“ (2024) sowie sein Roman „Glitterschnitter“ (2022).

„Sven Regener erzählt sowohl als Schriftsteller als auch als Musiker die großen Geschichten in scheinbar beiläufigem Ton“, begründete die Jury ihre Wahl: „Seine Romane, Drehbücher und Songtexte beschreiben die Dramen des Alltäglichen und wissen um die Poesie des Strauchelns.“ Mit dem melancholischen Ton seiner Band Element of Crime und dem lakonisch norddeutschen Sound seiner Romane um Herrn Lehmann in Zeiten deutscher Umbrüche erreiche Regener ein großes Publikum. „Originell und vielfältig ist sein Werk und vermag immer wieder zu überraschen, wie sein aktuelles Sachbuch über den Humor, das mit seinem ganz eigenen Stil Genres und Gefühle neu sehen lässt.“
Der heute 64-Jährige engagiert sich zudem seit Langem für das Urheberrecht und ist Mitbegründer des PEN Berlin. Gemeinsam mit anderen Künstlern und Intellektuellen trat er 2023 in der von Igor Levit initiierten Veranstaltung „Gegen das Schweigen/Gegen Antisemitismus“ im Berliner Ensemble auf. Auch Preise bekam Regener schon diverse, darunter etwa die Carl Zuckmayer Medaille (2016) in Rheinland-Pfalz, und den Jonathan Swift Preis 2022. Zudem bekleidete er 2016 die Brüder-Grimm-Gastprofessur an der Universität Kassel. Die Verleihung des Preises in Mainz ist für April 2026 geplant.
Info& auf Mainz&: Mehr zur Liste der Mainzer Stadtschreiber findet Ihr hier bei der Stadt Mainz.







