Vier Tage nach dem plötzlichen Straßeneinbruch in der Gaustraße in Mainz gibt es nun endlich neue Informationen zur Ursache: Eine marode und offenbar ausgespülte Zuleitung eines Sinkkastens – im Volksmund Gully genannt – führte zu dem Straßeneinbruch. Die Ursachensuche dauerte volle zwei Tage, erst ein Spezialfahrzeug fand das Problem. Die Reparaturarbeiten liefen „auf Hochtouren“, teilte die Stadt Mainz mit – bis die Gaustraße wieder frei ist, wird es trotzdem noch dauern.

das Loch in der Straßendecke der Mainzer Gaustraße am Montag. - Foto: Florian Kroh
das Loch in der Straßendecke der Mainzer Gaustraße am Montag. – Foto: Florian Kroh

Am Montagmorgen hatte sich in der Mainzer Gaustraße in Höhe der Hausnummer 5 urplötzlich die Erde aufgetan: Zwischen Bordstein und Bahngleisen klaffte auf einmal ein tiefes Loch, die Gaustraße musste von jetzt auf gleich gesperrt werden – mit erheblichen Folgen für den Öffentlichen Nahverkehr: Die Straßenbahnstrecke zwischen Innenstadt und Oberstadt-Hechtsheim wurde unterbrochen, auch für den Autoverkehr geht auf der wichtigen Verbindung nichts mehr.

Zur Ursache äußerte sich die Stadt Mainz zunächst nicht, jetzt ist klar, warum: Volle zwei tage dauerte die Suche nach der Ursache. „Auslöser des Schadens ist nach aktuellen Erkenntnissen eine defekte Sinkkasten-Anschlussleitung“, hieß es nun am Freitag. Trotz intensiver Grabungen sei das Problem „über zwei Tage hinweg unklar geblieben“, so die Infos weiter – erst nach weiteren Kanalfilmungen konnte der Schaden am späten Donnerstagnachmittag eindeutig lokalisiert werden.

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Aufklärung erst durch „Meenzer Darknet Inspektor“

Aufklärung brachten Auswertung von Kanalaufnahmen, für die ein Spezialgerät zum Einsatz kam: der sogenannte „Meenzer Darknet Inspektor“, ein Spezialfahrzeug des Wirtschaftsbetriebs Mainz zur Untersuchung des städtischen Kanalnetzes. Der „Darknet Inspekteur“ wurde Anfang 2025 angeschafft und kommt seit Sommer August regulär zum Einsatz. Das Mutterfahrzeug, ein mit modernster Filmtechnik ausgestatteter Sprinter, schickt dabei einen rollenden Kamera-Roboter in die Kanalschächte der „Mainzer Unterwelt“, um dort Aufnahmen vom Zustand der Kanäle zu machen und nach möglichen Schäden zu suchen.

Grabungsarbeiten auf der Suche nach der Ursache für den Einbruch in der Mainzer Gaustraße. - Foto: Florian Kroh
Grabungsarbeiten auf der Suche nach der Ursache für den Einbruch in der Mainzer Gaustraße. – Foto: Florian Kroh

Das zahlte sich nun aus: Ursache gefunden, Problem analysiert – und so habe man unmittelbar im Anschluss eine Fachfirma mit der Reparatur beauftragen können. Die habe auch „kurzfristig Kapazitäten mobilisiert und bereits heute früh die Arbeiten abgestimmt“, so die Stadt Mainz weiter. Schnell wird das Ganze trotzdem nicht gehen: Die Instandsetzung umfasst die Erneuerung der beschädigten Anschlussleitung, den Einbau eines neuen Sinkkastens sowie die Wiederherstellung von Untergrund und Fahrbahndecke.

Wegen der „baulichen Gegebenheiten“ – womit untern anderem dei Straßenbahngleise in der engen Straße gemeint sind – werde die einen mehrstufigen Prozess erfordern. Die Bauleitung habe sich jedoch zuversichtlich gezeigt, so die Stadt weiter: „Bei planmäßigem Verlauf und ohne weitere Schäden kann die Gaustraße voraussichtlich Anfang übernächster Woche, und damit noch vor Ostern, wieder für den Verkehr freigegeben werden.“ Anders gesagt: Gute zehn tage wird die Blockade der Gaustraße wohl noch dauern.

Info& auf Mainz&: Vielen Dank noch einmal an Mainz&-Leser Florian Kroh für die tollen Fotos aus der Gaustraße! Gerade erst hat der Landesrechnungshof den Zustand der Kreisstraßen in Rheinland-Pfalz scharf gerügt, weil jahrelang viel zu wenig für den Erhalt ausgegeben wurde – wie das in Mainz aussieht, lest Ihr hier bei Mainz&.

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