Mainz& aktuell: Ab dem 1. Oktober gilt ein neuer Tankrabatt der Bundesregierung, die Mineralölwirtschaft verspricht: Die Senkung der Spritpreise soll unmittelbar um Mitternacht starten. Bereits am Mittwochnachmittag sanken die Preise an den Zapfsäulen in Mainz deutlich, Pendler und Wirtschaft können sich womöglich auf einen Preis von nur noch knapp über 2,- Euro freuen. Derweil steigt der Preis fürs Deutschlandticket im kommenden Jahr leicht weiter an.

Tankstelle in Mainz-Kastel: der Blick auf die Preise war in den vergangenen Wochen erschreckend. - Foto gik
Tankstelle in Mainz-Kastel: der Blick auf die Preise war in den vergangenen Wochen erschreckend. – Foto gik

Angesichts der anhaltend hohen Spritpreise hatten sich Bundesregierung Bundesländer am 18. September auf einen neuerlichen Tankrabatt geeinigt: „Wer jeden Tag auf das Auto angewiesen ist, kommt an seine Belastungsgrenze“, hatte Bundeskanzler Friedrich merz (CD) nach der Einigung gesagt. Deshalb werde nun „schnell und haben mit einem klaren Fahrplan für 2027“ gehandelt. Bürger und die Wirtschaft würden mit dem neuen Rabatt um rund 2,5 Milliarden Euro entlastet, das sei „ein starkes Signal für unser Land.“

Möglich wurde das, weil sich Bund und Länder einigten, die Kosten jeweils zur Hälfte zu übernehmen, die Länder leisten nun einen Beitrag in einer Höhe von 1,25 Milliarden Euro über einen Umsatzsteuerfestbetrag. Zum 1. Oktober 2026 senkt der Bund nun die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 14 Cent pro Liter. Inklusive Umsatzsteuer summiert sich die Steuerentlastung für Kraftstoffe auf 17 Cent pro Liter – das ganze gilt zunächst einmal bis Ende 2026.

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Spritpreisdeckel soll zum Januar 2027 kommen

Darüber hinaus aber werde der Bund Gespräche mit der Mineralölwirtschaft führen, mit dem Ziel, spätestens zum 1. Januar 2027 einen Spritpreisdeckel nach dem Vorbild Luxemburgs oder Belgiens einzuführen. „Die Versorgungssicherheit muss gewährleistet sein, missbräuchliche Preisaufschläge müssen unterbunden werden“, betont die Bundesregierung weiter. Zudem will der Bund Voraussetzungen für einen „einkommensbezogenen Direktauszahlmechanismus“ schaffen, um in Zukunft besonders betroffenen Menschen und Unternehmen zielgerichtet entlasten zu können.

Die Bundesregierung mit Kanzler Friedrich Merz (CDU, 2. von links) und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD, ganz rechts) im Juli bei der Vorstellung eines Reformpakets. - Screenshot: gik
Die Bundesregierung mit Kanzler Friedrich Merz (CDU, 2. von links) und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD, ganz rechts) im Juli bei der Vorstellung eines Reformpakets. – Screenshot: gik

„Mit der Senkung der Energiesteuer sinken die Preise schnell, 17 Cent weniger pro Liter, das macht einen Unterschied“, betonte auch Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD). Mit dem Spritpreisdeckel könnten zudem die Preise begrenzt werden. Zudem „arbeiten wir weiter daran, dass wir die Krisenprofite der Mineralölkonzerne an die Bürgerinnen und Bürger zurückgeben können“, kündigte Klingbeil an – konkreter wurde er dazu aber nicht.

Dieser zweite Tankrabatt in diesem Jahr war erneut stark umstritten, Ökonome bemängelten, die Entlastung sei „zu wenig zielgerichtet“, es sei falsch „alle zu entlasten“ – eine Analyse zur „Seltsamen Angst der deutschen Experten vor der Spritpreisentlastung für alle“ lest Ihr hier bei Mainz&. Tatsächlich hatte der erste Tankrabatt, der ab Mai galt, für eine deutliche Senkung der Spritpreise an den Zapfsäulen gesorgt. Bei Super E5 wurde der Rabatt von 17 Cent sogar komplett weiter gegeben, bei Diesel waren es um die 14 Cent pro Liter.

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Mineralölkonzerne: Preissenkung ab Mitternacht

Am Mittwoch kündigten die Mineralölkonzerne nun an, der neue Tankrabatt werde auch pünktlich ab Mitternacht umgesetzt. Tatsächlich sanken die Preise bereits am Mittwochnachmittag schon deutlich: Statt 2,44 Euro pro Liter vom Mittag, lagen die Preise für Benzin E5 um 18.00 Uhr bereits schon nun noch bei 2,23 Euro. Laut ADAC trägt zu den sinkenden Preisen auch „die jüngste Entspannung an den internationalen Ölmärkten“ bei, wie das Handelsblatt schreibt – das zeige aber auch, „dass bei dem derzeit sehr hohen Preisniveau durchaus Spielraum für Preisnachlässe vorhanden“ sei.

So wirkte laut Tankrabatt-Tracker des ifo-Instituts der erste Rabatt ab dem 01. Mai 2026. - Grafik: ifo
So wirkte laut Tankrabatt-Tracker des ifo-Instituts der erste Rabatt ab dem 01. Mai 2026. – Grafik: ifo

Derweil gelang es dem Bund auch, die Preise beim Deutschlandticket vergleichsweise stabil zu halten: Wie das Wirtschaftsministerium in Hessen mitteilte, steigt der Preis für das Deutschlandticket zum 1. Januar 2027 auf 66,80 Euro – das sind 3,80 Euro mehr als derzeit. Damit greife erstmals der Preisindex, den die Verkehrsministerkonferenz im März 2026 einstimmig beschlossen habe, sagte der hessische Verkehrsminister Kaweh Mansoori (SPD) – Hessen hatte für den transparenten Preismechanismus geworben.

„Damit ist nachvollziehbar, wie der Preis zustande kommt. Das Deutschlandticket ist sicher und Fahrgäste und Verkehrsunternehmen wissen, woran sie sind“, betonte Mansoori. Grundlage des nun wirkenden Kostenindexes sind die Entwicklung der Personal- und Energiekosten sowie allgemeine Kosten, die gewichtet und zu einem festgelegten Stichtag anhand einer Formel durch die D-Tix GmbH & Co. KG berechnet werden. Der Index wurde unter Mitwirkung der Verbände der Verkehrsunternehmen und der Aufgabenträger entwickelt und wird künftig jährlich zur Ermittlung des Deutschlandticketpreises angewendet.

Info& auf Mainz&: Unsere ausführliche Analyse zu den Debatten rund um den Tankrabatt könnt Ihr noch einmal hier bei Mainz& nachlesen:

„Mainz& politisch“: Tankrabatt und Spritpreisdeckel kommen – Die seltsame Angst der deutschen Experten vor der Spritpreisentlastung für alle